Unternehmen - Jürgen Krumbein gibt Geschäftsführung des Handwerksbetriebs an Sascha Krumbein ab Lebenswerk geht vom Vater auf den Sohn über

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Jürgen Krumbein (l.) wird sich spätestens Ende 2020 aus der von ihm gegründeten Firma Krumbein GmbH zurückziehen. Sohn Sascha Krumbein ist bereits zum 1. Juli als weiterer Geschäftsführer neu eingestiegen. © künkeler

Heppenheim. Nach 50 Jahren neigt sich das Berufsleben von Jürgen Krumbein dem Ende entgegen. Spätestens Ende 2020 will der 65-Jährige aus seiner im Gewerbegebiet Weiherhaus angesiedelten Heizungs- und Sanitär-Firma aussteigen. Bereits zum 1. Juli ist sein Sohn Sascha Krumbein in die Geschäftsführung der Krumbein GmbH neu eingestiegen.

Die Firma

Die Firma Krumbein GmbH ist ein Familienbetrieb mit rund 40 Mitarbeitern.

Spezialisiert ist sie auf die Bereiche Sanitär, Heizung und Spenglerei, bietet aber auch bei Erneuerbaren Energien und Trinkwasser sowie Badausstattungen ihre Handwerksdienstleistungen an.

Neben dem Firmengründer Jürgen Krumbein arbeiten Ehefrau Christa und seit 1. Juli Sohn Sascha in der Firma.

Zur Familie Krumbein gehören noch zwei erwachsene Töchter. ax

Mit 28 selbstständig gemacht

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Am 1. August 1969 begann Jürgen Krumbein als 15-Jähriger seine Lehre. Nur knapp 13 Jahre später, an seinem 28. Geburtstag, machte er sich selbstständig, übernahm 1982 das Traditionsunternehmen Knapp in der Wilhelmstraße. 1987 zog der Heizungs- und Sanitärbetrieb in die Gräffstraße, bevor 1997 der heutige Firmensitz in der Daimlerstraße bezogen wurde. Und die Expansion ging weiter: 1999 kam mit dem Fachgeschäft für Badausstattungen „Wolke 7“ an der B 3 ein weiteres Standbein hinzu. Insgesamt sind heute rund 40 Mitarbeiter in der Firma beschäftigt.

Ein Jahr zuvor hatte der Heppenheimer Mittelständler im Weiherhaus die erste „Happy-Haus-Messe“ organisiert. Seitdem fand die Publikumsmesse alle zwei Jahre statt, 2018 zum elften Mal. Aus bescheidenen Anfängen entwickelte Jürgen Krumbein die Leistungsschau für Gewerbe, Handel, Handwerk und Dienstleistungen zu einem Publikumserfolg. Jeweils rund 60 Aussteller und ein unterhaltsames Rahmenprogramm für die gesamte Familie lockten 8000 bis 10 000 Besucher an.

Für April 2020 wird derzeit die 12. Happy-Haus-Messe vorbereitet. Daran arbeitet bereits Sascha Krumbein als neuer Mit-Geschäftsführer. Der 41-Jährige hat an der „University of Applied Scienes“ Esslingen den Abschluss als Diplom-Ingenieur (Versorgungs-, Energie- und Umwelttechnik) gemacht und 17 Jahre lang als Geschäftsführer, Verkaufs- und Marketingleiter einer auf Solaranlagen, Pellet-Kessel, Kombi- und Scheitholz-Kessel sowie Frischwassermodule spezialisierten Firma gearbeitet. Der Junior will den erfolgreichen Betrieb seines Vaters stärker digitalisieren und fit machen für die Zukunft. „Wir wollen attraktiv und sexy werden für junge Leute“, wirbt Sascha Krumbein um zusätzliche Mitarbeiter.

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„Ich bin stolz auf die berufliche Leistung meines Sohnes“, freut sich Jürgen Krumbein über den Einstieg in den Familienbetrieb. Er selbst merke zunehmend die Belastung seines langen Berufslebens („das ewige Powern“). Morgens um 6 Uhr sei er immer der Erste im Betrieb gewesen und abends der Letzte. Selbst der Samstag habe nicht der Familie gehört, da habe er am Schreibtisch „in Ruhe den Verwaltungskram erledigt“, der unter der Woche liegen blieb. Sein Bestreben sei es immer gewesen, „die Firma muss laufen“, vor allem aus Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern.

Umgekehrt sei das Team die Basis für den Erfolg des Unternehmens. Die „tollen Begegnungen mit Menschen“, ob Mitarbeiter oder Kunden, nennt Jürgen Krumbein als schönste Erfahrung seines Berufslebens, aus dem er sich nun langsam verabschiedet. Bei Ehefrau Christa, die als Fachberaterin und Planerin in der „Wolke 7“ arbeitet, sei das Ende des Berufslebens ebenso absehbar, nur noch der genaue Zeitpunkt ihres Ausscheidens offen. Dann werden die beiden mehr gemeinsam unternehmen können, „Radfahren und Wandern, Ausflüge und Reisen.“

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Jürgen Krumbein will bereits jetzt etwas kürzertreten, den einen oder anderen Tag einfach mal frei machen und „nur für mich mal was machen“. Dann wird er seinen sportlichen Hobbys Tennis und Skifahren nachgehen und sich mit Vorliebe um seinen Garten kümmern. Wer den umtriebigen Heppenheimer kennt, weiß aber, dass er das soziale und kirchliche Engagement ebenfalls nicht vernachlässigen wird. Seit etlichen Jahren ist er Fördervereins-Vorsitzender bei den Sportfreunden und seit kurzem auch als zweiter Rechner in deren Vorstand.

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Im Verwaltungsrat der Kirchengemeinde Erscheinung des Herrn ist Krumbein inzwischen das mit 24 Jahren dienstälteste Mitglied, kümmert sich vor allem um „die bauhandwerklichen Sachen“. Ans Aufhören denkt Jürgen Krumbein da noch lange nicht: Im Herbst will er sich für weitere vier Jahre zur Wahl aufstellen lassen. Man merkt es dem agilen 65er an, er freut sich wirklich auf den neuen Lebensabschnitt, zumal er sein Lebenswerk in guten Händen weiß. ax