Kellereigasse 2 - Der neue Besitzer des Anwesens, Michael Gluza, plant nach eigener Aussage „etwas ganz Außergewöhnliches“ Kritik an Sebastian Vettel nimmt zu

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fran
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Ein Schmuckstück mit mediterran angehauchtem Flair soll das Haus in der Kellereigasse 2 werden. © Lotz

Heppenheim. Mit einem Mix aus Erleichterung, hoher Erwartungshaltung, Skepsis und einer gehörigen Portion Kritik am Ehrenbürger der Kreisstadt, Sebastian Vettel, haben die Heppenheimer Vettels Verkauf des denkmalgeschützten Anwesens Kellereigasse 2 an den Bensheimer Investor Michael Gluza zur Kenntnis genommen.

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Während so mancher Nutzer der sozialen Netzwerke darauf hofft, dass der inzwischen fast zehn Jahre andauernde Leerstand des historisch wertvollen Gebäudes durch den Verkauf alsbald beendet wird, gehen andere von einem „Spekulationsobjekt“ aus, das der neue Besitzer nach der aufwendigen Sanierung gleich wieder weiterverkaufen wird.

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Recht gering ist derweil die Unterstützung für den Vorbesitzer Sebastian Vettel. Er habe vielmehr seine Versprechungen nicht eingehalten und in den vergangenen sechs Jahren nichts gegen den zunehmenden Verfall des Hauses unternommen, lauten die häufigsten Vorwürfe.

Kritik am vierfachen Formel-1-Weltmeister gibt es auch von Christine und Hans-Jürgen Reibold, die ihm das Anwesen im Jahr 2016 verkauft hatten. Das Heppenheimer Ehepaar habe dem Verkauf nach der Vorstellung der Pläne des von Vettel beauftragten Architekten nur „unter der mündlichen Zusicherung“ zugestimmt, „dass die Kellereigasse 2 im Wesentlichen für soziale (Kinderhort) und künstlerische Zwecke (Atelierräume und Appartements für wechselnde Künstler) umgestaltet wird“, teilt Hans-Jürgen Reibold mit. Da dies nicht geschehen ist, ist die Enttäuschung aufseiten der Reibolds entsprechend groß.

Der Ehrenbürger schweigt

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Vettel selbst hat sich trotz mehrfacher schriftlicher Anfrage der Redaktion bis zum Freitagnachmittag nicht zu seinen Beweggründen für den Weiterverkauf und der Kritik aus der Heppenheimer Bevölkerung geäußert.

Ungeachtet dessen sind die Erwartungen an den neuen Besitzer groß. „Wir gehen nunmehr davon aus, dass der neue Eigentümer das wertvolle Anwesen baldmöglichst saniert“, teilt Hans-Jürgen Reibold mit. In den sozialen Medien wird darüber hinaus der Wunsch geäußert, den „tollen Hof und Garten“ herauszuputzen und anschließend für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Ähnliches wünscht sich auch die Verwaltungsspitze im benachbarten Rathaus. „Schön wäre es, wenn die Bürger, aber auch der Marktplatz und die umliegenden Gebäude und Unternehmen von der Umgestaltung profitieren könnten“, sagte Bürgermeister Rainer Burelbach (CDU) bereits unmittelbar nach Bekanntwerden des Immobilienverkaufs.

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Und genau das hat Michael Gluza auch vor, wie er im Gespräch mit der Redaktion mehrfach betont. „Wir wollen den Innenhof des Anwesens auf jeden Fall der Öffentlichkeit zugänglich machen. Das Tor soll möglichst immer offen stehen“, kündigt er an. Ihm schwebe tatsächlich eine „Erweiterung des Marktplatzes“ vor, so Gluza weiter – „mit einem ganz eigenen, mediterran angehauchten Flair“. Überhaupt findet er die Heppenheimer Altstadt und insbesondere den Marktplatz „einfach traumhaft“. Gut möglich scheint es demnach, dass dieses Ambiente mit einem zusätzlichen Gastronomieangebot für die Altstadt einhergehen wird.

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Auch die historischen Gewölbekeller sollen laut Gluza in das neu zu schaffende Ambiente implementiert werden. Überhaupt wolle er „vor allem die herausragende Geschichte des Gebäudes“ nach außen tragen, betont Gluza. Sein Anspruch sei es, „etwas ganz Außergewöhnliches“ zu kreieren.

Weiter sagt er: „Ich möchte einen Ort schaffen, an dem Menschen sich begegnen können.“ Damit ihm dies auch tatsächlich gelingt, will er in absehbarer Zeit das Gespräch mit Historikern und weiteren Fachleuten suchen.

Wie genau besagter Ort der Begegnung aussehen wird, ist freilich noch nicht klar. Erst wenn die Sanierungs- und Nutzungsplanung abgeschlossen und mit den zuständigen Behörden abgestimmt sei, könne er Details verraten, so Gluza. Fest steht allerdings, dass in Kürze die Planungsphase beginnen soll. Der weitere Zeitplan klingt ambitioniert. Michael Gluza: „Wir wollen Anfang 2022 mit Sanierung und Umgestaltung beginnen, Anfang 2023 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.“

Zudem tritt der dreifache Vater, der nach eigenen Angaben bereits seit 25 Jahren in der Immobilienbranche tätig ist, den Skeptikern und deren Spekulationsvorwürfen entgegen: „Wir planen keinen Weiterverkauf. Das Objekt soll in unserer Obhut bleiben, die verschiedenen Bereiche entsprechend vermietet oder verpachtet werden.“ fran

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fran/mm
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