Neujahrsansprache - Bürgermeister und Stadtverordnetenvorsteherin wenden sich digital an die Bevölkerung / Burelbach blickt schon mal in Richtung Weinmarkt Hoffnung auf „Riesenfete“ im Sommer

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fran
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Digital ist die Neujahrsrede von Bürgermeister Rainer Burelbach ab dem heutigen Samstag abzurufen. © Lotz

Heppenheim. Außergewöhnliche Zeiten erfordern außergewöhnliche Maßnahmen – auch in Heppenheim. Und da sich die Corona-Pandemie nach Meinung der Stadtverordnetenvorsteherin Susanne Benyr (CDU) von einem „ungewollten Stresstest zu einem Beschleuniger der Digitalisierung“ entwickelt hat, geht die Ober-Laudenbacherin in dieser Hinsicht auch gleich gemeinsam mit Bürgermeister Rainer Burelbach (CDU) mit bestem Beispiel voran.

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Denn der Neujahrsempfang der Kreisstadt, bei dem Benyr und Burelbach normalerweise die Hauptreden halten, kommt in diesem Jahr in digitaler Form daher. Über die städtische Homepage, die sozialen Netzwerke oder die Video-Plattform Youtube stimmt das Duo die Bürger auf das neue Jahr ein. Seit dem frühen Samstagmorgen ist das Video auf sämtlichen Kanälen freigeschaltet.

Die Rollen sind dabei klar verteilt: Während Benyr den emotionalen Part übernimmt und in erster Linie an die gesellschaftlichen Veränderungen infolge der Pandemie erinnert, wagt Burelbach im zweiten Teil des rund 15-minütigen Videos einen Ausblick auf die Zeit nach der Krise. Große Hoffnungen legt er dabei auf das großangelegte Impfprogramm, das Ende Dezember begonnen hat. Er freue sich darauf, geimpft zu werden, sagt der Rathauschef – und erneuert einmal mehr seinen Wunsch, dass mit dem großflächigen Impfangebot auch die Normalität wieder zurückkehren könne. Wörtlich erhofft er sich Ende Juni, Anfang Juli eine „Riesenfete“ auf dem Bergsträßer Weinmarkt. Im Stil einer rheinischen Frohnatur, die er auch in Corona-Zeiten geblieben ist, kündigt er an: „Sie können sich sicher sein: Ich bin beim Feiern ganz weit vorne dabei.“

Bis dahin sei es aber noch ein weiter Weg, mahnt die Stadtverordnetenvorsteherin – wenngleich auch sie die Impfung als großen Schritt aus der Krise betrachtet. Sie empfiehlt die Impfung, „um uns und andere zu schützen“. Zudem sollten sich die Bürger aber auch weiter an die AHA-Regeln halten. „Dann werden wir auch gestärkt aus der Krise hervorgehen“, ist sie sich sicher. Ein großes Lob richtet Susanne Benyr an die Mitarbeiter in den systemrelevanten Berufen, die „Großartiges“ leisten würden. An Gesellschaft und Politik richtet sie den Appell: „Als Dank erwarte ich hier eine spürbare Aufwertung.“

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Große Anerkennung zollt die Parlamentschefin aber auch den Heppenheimer Bürgern, die sich derzeit ehrenamtlich engagieren – privat oder in Hilfsorganisationen. In der Ausnahmesituation seien „viele wertvolle Projekte“ entstanden – „seien es die Nachbarschaftshilfe beim Einkauf, die Maskennähaktion oder die regionalen Netzwerke zur Unterstützung von Gastronomie und Einzelhandel“. Die Stadt könne sich glücklich schätzen „mit dem Ideenreichtum, dem Mut und dem Idealismus dieser Menschen in Krisenzeiten“.

Abfuhr für Querdenker und Leugner

Querdenkern und Corona-Leugnern erteilen Benyr und Burelbach in der Neujahrsansprache eine deutliche Abfuhr. Allerdings bedürfe es auch eines transparenten Krisenmanagements der Politik, um diese Stimmen klein zu halten, mahnt die Stadtverordnetenvorsteherin. Hier sieht Burelbach Stadt und Kreis gut aufgestellt – dank der guten Zusammenarbeit zwischen der Kreisverwaltung und den Rathauschefs der Städte und Gemeinden.

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Gleichwohl muss das Leben auch in Corona-Zeiten, vor allem aber danach weitergehen. Hierfür investiere die Stadt über zehn Millionen Euro, betont der Bürgermeister. Ein Schwerpunkt der Investitionen liegt auf der Kinderbetreuung, wo die Stadt am Jochimsee, in Erbach und an der Dr.-Heinrich-Winter-Straße Neubauten vorantreibt. Im Kirschhäuser Dorfgemeinschaftshaus wurde zudem eine neue Kita-Gruppe eingerichtet, an mehreren Stellen laufen Sanierungs- oder Erweiterungsarbeiten.

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Weitere Schwerpunkte sind die Wasserversorgung – ein neuer Hochbehälter soll entstehen –, das Radverkehrskonzept sowie die Umwelt- und Klimapolitik. Dank eines „tüchtigen neuen Försters und eines Baumpflegers“ soll in der Kreisstadt ein „klimaresistener Wald mit großer Artenvielfalt“ aufgebaut werden, kündigt Burelbach an.

Mit Blick auf den Energieverbrauch sagt er: „Wir wollen genauso viel selbst erzeugen, wie wir auch verbrauchen.“ Stromfresser wie die Straßenbeleuchtung sollen effizienter gestaltet werden. Beispielsweise werden 3800 Leuchten auf LED-Technik umgerüstet.

Und natürlich wird 2021 auch wieder kräftig gebaut. Insgesamt gebe es in der Kernstadt und den Stadtteilen dieses Jahr über 100 Bauvorhaben, so Burelbach. Unter anderem wolle man den Neubau der Nibelungenhalle und die Sanierung der Uhlandstraße weiter vorantreiben. Mit Spannung erwartet werden außerdem die weiteren archäologischen Arbeiten im Amtshof. In der Gunderslache steht der Bau von 158 Wohnungen in elf Häusern kurz bevor. fran