Umfrage - Wie die Bergsträßer Fastnachtsvereine zur Kampagne 2020/2021 stehen „Entweder ganz oder gar nicht“

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Rainer Dluzak (links), Vorsitzender der Lorscher Bürger-Funken, blickt derzeit eher skeptisch auf die Chancen für eine klassische Fastnacht 2020/2021. Rechts: Daniel Helwig, Vorsitzender der Närrischen Drei. © Hans-Jürgen Brunnengräber

Bergstraße. Heppenheim, Lorsch, Bürstadt und Lampertheim – in den Fastnachtshochburgen des Kreises Bergstraße bangt man um die Kampagne 2020/2021. Wir haben uns umgehört, wie die Organisatoren dazu stehen.

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„Wir warten ab, wie sich das entwickelt“, sagt Ralf Kleisinger, Vorsitzender vom Verein Lorscher Fastnachtszug. Wenn der Stand so bleibt wie aktuell, sieht er keine Chance für den Fastnachtsumzug. Eine Entscheidung dazu falle aber erst im September.

Auch Rainer Dluzak, Vorsitzender der Lorscher Bürger-Funken, sieht keine Chance für eine Fastnacht 2020/2021, sollten die Vorgaben für Veranstaltungen so bleiben. Der Verein sei aber in der guten Lage, noch ein bisschen Zeit zu haben, bis es in die konkrete Planung geht. So heißt es auch hier, abwarten, welche Lockerungen und Verordnungen kommen. Die Sitzungstermine und Hallenreservierung tätigen sie dennoch schon mal.

Auch die „Närrischen Drei“ befinden sich in einer Hängepartie. Spätestens im August soll hier eine Entscheidung fallen. „Wir müssen uns gedulden“, so Hubert Helwig, zweiter Vorsitzender.

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„Entweder ganz oder gar nicht“, lautet die persönliche Meinung von Habafa-Sitzungspräsident Jan Ohlhauser, der die Entscheidung über die Heppenheimer Kampagne 2020/21 im Gegensatz zu Anke Hildenbeutel (Bottschlorum), Steffen Maurer (SV Erbach), Dagmar Banaschik (Frauenbund) oder Holger Mitsch (Hutzelschweiz) auch gar nicht allzu lange hinauszögern möchte.

Die Kolpingsfamilie muss sich laut Rechner Christian Böhm erst einmal intern besprechen. „Ohne Vorstandsbeschluss können wir keine Aussage treffen“, sagt er.

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Während also andernorts die Prämisse „Abwarten“ lautet, plädiert Ohlhauser für eine schnelle Absage – ohne Wenn und Aber. Besonders hofft er darauf, dass sich die Vereine untereinander absprechen und es zu keinem „Wettkampf um die „Schmalspur-Sitzungen“ kommt. Einig sind sich alle Vereine wiederum darüber, dass die Gesundheit aller Beteiligten grundsätzlich vorgeht. Ebenso klar sei, so Anke Hildenbeutel, dass „wir im Falle einer nachvollziehbaren Pause eben 2022 mit der doppelten Motivation zurückkommen werden.“

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Steffen Maurer vom SV Erbach hat sogar einen Vorschlag für die alternative Gestaltung der Kampagne parat: „Wir werden die Situation beobachten und rechtzeitig die Weichen stellen. Im Notfall lese ich mit dem Vizepräsidenten auf Hochdeutsch im Abschlussballkleid 90 Minuten das Protokoll der letzten Stadtverordnetenversammlung vor und streame es ins Netz. Die Menschen haben es verdient, in diesen anspruchsvollen Zeiten auch zu lachen und unterhalten zu werden.“

Der Heimat- und Carneval-Verein, größter Fastnacht treibender Klub in Bürstadt, will sich auf eine Kampagne vorbereiten. „Aber wenn man die derzeitige Situation sieht, muss man damit rechnen, dass es keine Fastnachtskampagne geben wird“, sagt HCV-Vorsitzender Frank Reichmann.

In Lampertheim hat man beim CGT (Carnevals-Gremium des Turnvereins) zusammengesessen und über die Durchführung der neuen Kampagne gesprochen. Die Teilnehmer waren sich einig, dass es so lange vor den nächsten Sitzungen noch keinen Sinn machen würde, schon jetzt pauschale Absagen zu treffen. Immerhin könne niemand seriös beantworten, wie es mit Abstandsregelungen in einem halben Jahr aussehen würde. Die Skepsis ist aber bei allen groß, was die Machbarkeit der verschiedenen Veranstaltungen im nächsten Jahr angeht. fran/juwe/phs/olo