Sommertour - Heppenheimer Lebensretter geben CDU-Politikern Einblick in ihre Tätigkeit DLRG platzt aus allen Nähten

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jr
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Bundesweit ziemlich einmalig: Der Technische Leiter der Heppenheimer DLRG, Thomas Rech, präsentiert der Besuchergruppe den Tauchroboter. © Reinhardt

Heppenheim. Der Bekanntheitsgrad ist möglicherweise geringer als der von Feuerwehr, DRK oder Maltesern. Aber die DLRG (das Kürzel steht für Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft) ist ein wichtiges Glied in der Kette der Hilfsorganisationen, die tagtäglich unterwegs sind, um Menschenleben zu retten.

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Der Ortsverband Heppenheim war am Montagabend vierte Station der Sommertour des CDU-Stadtverbands Heppenheim. Mit Thomas Rech stand den Kommunalpolitikern ein kompetenter Ansprechpartner aus den eigenen Reihen zur Verfügung: Er sitzt für die CDU im Stadtparlament.

Rech ist im Zivilberuf Konrektor der Langenbergschule in Birkenau und in seiner Freizeit engagierter Lebensretter. Als Einheitsführer ist er Technischer Leiter sowohl des DLRG-Orts- als auch des Kreisverbands Bergstraße – und als solcher bestens vertraut mit allem, was die Arbeit der „größten freiwilligen Wasserrettungsorganisation der Welt“, die 1913 nach einer Schiffskatastrophe aus der Taufe gehoben wurde, angeht.

Fast 100 Prozent Ehrenamtliche

Noch konsequenter als andere Hilfsorganisationen setzt die DLRG ausschließlich auf Ehrenamtliche. Gerade einmal zwei hauptamtliche Mitarbeiter hat der Landesverband, und auch die arbeiten nur Teilzeit. Für die Helfer bedeutet dies, zusätzlich zum jeweiligen Arbeitstag Stunden über Stunden im Dienst der Allgemeinheit abzuwickeln.

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Im Jahr 2018 waren die 35 Aktiven unter den insgesamt 182 Mitgliedern 1192 Stunden im Einsatz. Hinzu kamen weit mehr als 3000 Stunden dafür, den Laden am Laufen zu halten. Denn bei der DLRG wird nicht nur gerettet: Hier wird Schwimm- und Tauchunterricht erteilt sowie Badeaufsicht betrieben, hier werden Schwimmmeister ausgebildet und Großveranstaltungen unterstützt, hier wird bei Evakuierungen oder Deichsicherungen geholfen. Und außerdem wird der umfangreiche Gerätepark gewartet.

Trotz oder vielleicht auch gerade wegen dieser Vielfältigkeit der Aufgaben hat die DLRG im Gegensatz zu vielen anderen Organisationen derzeit keine Nachwuchsprobleme. Es gibt laut Rech reichlich Jüngere im Ortsverband, sogar so viele, „dass wir einen Aufnahmestopp machen mussten“. Zu seinem Bedauern: Die Kapazitäten fehlen, um mehr aufzunehmen.

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Aber es gibt andere Probleme: „Wir platzen aus allen Nähten“, so Rech zum von der Stadt unentgeltlich zur Verfügung gestellten Gebäude. Mehrere Einsatzwagen, ein Boot, zwei Jetskis (die bis zu 90 Stundenkilometer schaffen und entsprechend schnell bei Ertrinkenden sein können), dazu jede Menge Material von Kletterseilen über Sonar bis hin zu Taucherausrüstungen müssen untergebracht werden. Mithilfe von Containern hofft man, das Problem in den Griff zu bekommen.

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Darüber hinaus hat der Ortsverband wie alle ehrenamtlich agierenden Vereine das generelle Problem, dass geringen Einnahmen hohe Ausgaben gegenüberstehen. Allein einer der rundum schließenden Taucheranzüge kostet mehr als 3000 Euro – und die Heppenheimer verfügen über zwölf Einsatztaucher.

Da ist man natürlich heilfroh, wenn Heppenheimer Unternehmen finanziell unter die Arme greifen und so den notwendig gewordenen Kauf eines neuen Bootes ermöglichen oder ein Gerät spendieren, das deutschlandweit, jedenfalls für die DLRG, ziemlich einmalig ist: einen Tauchroboter. jr

Info: Weitere Infos im Internet unter www.heppenheim.dlrg.de