Corona-Krise - Auch in Hambach und Kirschhausen hat der Präsenzunterricht für die älteren Kinder wieder begonnen Die Rückkehr der Grundschüler

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rid/fran
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Mit Namensschildern und großem Abstand: ein Klassenraum in der Hambacher Christophorusschule. © Adler

Heppenheim. Mit Beginn der Woche hat für viele hessische Schüler wieder der Präsenzunterricht begonnen – auch in Heppenheim. Während die weiterführenden Schulen mit ihren Abschlussklassen schon im Vorfeld Erfahrungen in Sachen Infektionsschutz sammeln konnten, betraten die Grundschulen mit ihrer Öffnung für die Viertklässler am Montag Neuland.

Lob für die Viertklässler

Nach den ersten Schultagen gibt es auch viel Lob für die Viertklässler an den Schulen in Hambach und Kirschhausen. „Es wird ganz oft Hände gewaschen, die Türen werden mit Ellenbogen geöffnet“, berichtet stellvertretend Nicole Güting. „Die Viertklässler machen das super, halten auch die Abstandsregeln ein, sogar während der Pause“, lobt sie.

An beiden Schulen wurden Laufwege und Abstandsmarkierungen – etwa vor den Toiletten – wurden aufgeklebt.

Auch Desinfektionsmittel-Spender gibt es. Es ist jedoch keine Pflicht, diese zu verwenden.

Dass es aber vor allem mit den Erstklässlern schwieriger werden könnte, sieht man schon an den Kleinen in der Notbetreuung: Für die ist es laut Güting noch alles andere als einfach, die Abstandsregeln einzuhalten. rid/fran

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Ein zusätzliches Problem hatten die Schulen zu lösen, die gar keine vierten Klassen im eigentlichen Sinn haben. Hierzu zählt auch die Christophorusschule im Heppenheimer Stadtteil Hambach.

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Dazwischen wird gereinigt

„Wir sind eine sogenannte Flex-Schule. Das heißt: Erst- und Zweitklässler werden zusammen unterrichtet, gleiches gilt für Dritt- und Viertklässler“, berichtet Schulleiterin Silke Massoth. Das bedeutet: Die Klassen mussten im Vorfeld des „Re-Starts“ gleich dreimal geteilt werden. Zunächst wurden Dritt- und Viertklässler voneinander getrennt. Die 21 Viertklässler der Christophorusschule wurden anschließend in zwei Klassen aufgeteilt, welche wiederum in jeweils zwei Gruppen à fünf oder sechs Schüler unterrichtet werden.

Doch damit nicht genug: Der Unterricht findet laut Schulleiterin Massoth vorerst in zwei Blöcken statt – von 8 bis 9.30 Uhr für die ersten zehn Kinder sowie von 10 bis 11.30 Uhr für die verbleibenden elf Schüler. „Und dazwischen wird natürlich gründlich gereinigt“, sagt die Schulleiterin.

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Deutlich leichter ging die Einteilung an der Eichendorffschule in Kirschhausen vonstatten. Zwei vierte Klassen werden hier unterrichtet, insgesamt sind das laut der stellvertretenden Schulleiterin Nicole Güting 30 Schüler. Die 4a sitzt dabei mit viel Abstand in der Turnhalle, der 4b stehen zwei Klassenräume zur Verfügung. In dieser Woche findet der Unterricht an drei Tagen statt, in der kommenden Woche an fünf Tagen. Dann kommen auch die Erst- bis Drittklässler hinzu – gelernt wird dann im Schichtbetrieb.

Bis dahin haben die Viertklässler aber noch die Schule für sich allein. Und in Kirschhausen auch den Pausenhof – wenngleich von diesem wegen der laufenden Sanierungsmaßnahmen an der Schule derzeit ohnehin nicht mehr viel übrig ist. Also macht man Bewegungsspiele im großen Kreis. Das klappt und macht Spaß.

Pausen sind noch Fehlanzeige

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In Hambach sind Pausen derzeit noch Fehlanzeige. Gleichwohl wurden auch hier über die Klasseneinteilungen hinaus weitere Vorbereitungen getroffen. „Eigentlich waren wir seit der Schließung am 16. März damit beschäftigt, den Neustart vorzubereiten“, berichtet Silke Massoth. Recht schnell habe sich das Kollegium dabei auf eine gemeinsame Vorgehensweise geeinigt. Überhaupt ziehe das Kollegium derzeit an einem Strang, lobt die Schulleiterin: „Hier gibt es keinerlei Bedenken. Sogar Kollegen, die eigentlich zu den Risikogruppen zählen, wollen anpacken und wieder unterrichten. Ich spüre einen riesigen Zusammenhalt.“

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Von den Eltern waren die Signale offenbar nicht minder eindeutig. „Hier war der einhellige Tenor: Endlich geht es wieder los“, berichtet Silke Massoth. Von einigen Erziehungsberechtigten sei die Schulöffnung zuletzt sogar regelrecht eingefordert worden – „durchaus verständlicherweise“, wie Massoth betont. Schließlich stelle das „Homeschooling“ an Grundschulen für Eltern und Kinder eine deutlich größere Belastung dar, als dies in den weiterführenden Schulen der Fall sei. Online-Unterricht sei hier kaum durchführbar. „Die meisten Kinder in diesem Alter können das auch noch gar nicht“, stellt sie fest.

Die Rückkehr zum Präsenzunterricht versteht Silke Massoth dann auch als „eine Art Entlastung“ der Eltern, denen sie auch im Namen des Kollegiums für das Engagement in den vergangenen zwei Monaten ausdrücklich dankt.

Für die Eltern der Erst-, Zweit- und Drittklässler ist dies freilich nur ein schwacher Trost – ihre Zeit als Aushilfslehrer dauert noch ein paar Tage an. Und auch die Kinder, allen voran die Drittklässler, können laut einer Hambacher Mutter kaum noch verstehen, warum sie weiter zu Hause bleiben müssen, während ihre Freunde wieder die Schulbank drücken. „Er findet es einfach nur schräg“, zitiert die Mutter aus dem Gefühlsleben ihres neunjährigen Sohnes.

Durchaus „schräg“ ist der neue Alltag aber auch für diejenigen, die jetzt wieder in die Schule gehen können. Sie müssen 15 Minuten vor Unterrichtsbeginn vor dem Schulgelände sein. Danach werden sie auf den Schulhof geführt, wo sie sich unter Wahrung der Abstandsregel an markierten Stellen aufreihen. Nach einer kurzen Begrüßung wird dann jedes Kind einzeln in den Klassensaal geleitet, wo es sich zunächst die Hände waschen muss.

Hände waschen steht auch für die Maskenträger – das Tragen ist an hessischen Schulen freiwillig – immer wieder auf der Tagesordnung. Silke Massoth: „Vor dem Auf- und Absetzen der Maske müssen immer die Hände gewaschen werden.“ Zudem seien die Eltern angewiesen, die Masken täglich zu reinigen.

Angesichts dieser Auflagen bleibt abzuwarten, ob die Kinder auch weiter mehrheitlich mit Maske zur Schule kommen. Am Montag war dies laut Massoth aber noch der Fall. rid/fran