Corona - Auch die Gremienarbeit der Heppenheimer Vereine leidet unter der Pandemie / Wegen älterer Mitglieder werden Präsenztermine bevorzugt Die Jahreshauptversammlung ist der Knackpunkt

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ax
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Heppenheim. Wegen Corona liegt nicht nur das Vereinsleben weitgehend brach. Die Clubs müssen außerdem ihre Gremienarbeit neu organisieren.

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Das Vereinsrecht ermöglicht es bis Ende 2021, die Jahreshauptversammlung auch virtuell auszurichten. Das ist für die meisten Heppenheimer Vereine aber kein Thema. Zwar tagen die Vorstände online, mit Video-Konferenzen via Skype oder WhatsApp. Für die Jahreshauptversammlungen jedoch lautet die Devise: analog statt digital. Die Vereine hoffen, dass spätestens im zweiten Halbjahr wieder Präsenzveranstaltungen möglich sind – notfalls mit Hygiene-Konzept oder gar im Freien.

Meist nehmen nur zehn, zwanzig Prozent der Mitglieder an einer Jahreshauptversammlung teil. Vielfach sind es „ältere Menschen, die nicht über die notwendigen technischen Möglichkeiten verfügen“, erläutert Thomas Lulay, Vorsitzender des TV Sonderbach, warum eine virtuelle Veranstaltung schwierig ist. Die Jahreshauptversammlung 2020 des TVS fand im September im Sonderbacher Dorfgemeinschaftshaus mit Hygiene-Konzept statt. Aber daran nahmen weniger Mitglieder teil als vor Corona üblich. „Wir planen unsere Versammlung im September dennoch erneut als Präsenzveranstaltung“, sagt Lulay. Falls dies nicht möglich ist, wäre „eine virtuelle Jahreshauptversammlung eine echte Option“.

Auch andere Vereine denken darüber nach. Die Handballer des HC VFL haben ihre letztjährige Hauptversammlung auf 2021 verschoben, aber noch nicht terminiert, teilt Jugendwart Bernhard Kaspar mit. „Erfahrungen mit virtuellen Versammlungen auf Ebene des Handballbezirks sind überraschend positiv.“ Daher könne man die technischen Probleme in den Griff bekommen.

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„Wir beabsichtigen eine Satzungsänderung, die künftig eine virtuelle Durchführung unserer Mitgliederversammlung ermöglicht“, so Bernhard Schwab, Vorsitzender der Freunde und Förderer der Gassensensationen. Den Beschluss soll eine Jahreshauptversammlung fassen, die möglichst „im Frühsommer 2021 mit persönlicher Teilnahme“ über die Bühne gehen soll. Die Sonderregelungen für eine digitale Form der Hauptversammlung sollen dann in der Satzung verankert werden.

Der Vorsitzende von Forum Kultur, Martin Fraune, geht davon aus, die für September geplante Versammlung analog auszurichten. „Derzeit gibt es noch keine Überlegungen über Alternativen.“ 2020 musste die Jahreshauptversammlung ausfallen, was laut Satzung möglich war, da keine Wahlen anstanden.

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Ähnlich die Situation beim TV Heppenheim. „Unser Ziel für 2021 ist eine Mitgliederversammlung Ende des ersten Halbjahres“, sagt Vorsitzender Karl-Heinz Krauß. Eine virtuelle Versammlung sei nicht möglich, da der TVH viele ältere Mitglieder hat. Daher strebe man eine Präsenzveranstaltung im Starkenburg-Gymnasium an. In der Dreifeldhalle sei das mit Hygienekonzept gut machbar.

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Da „viele Mitglieder nicht über die technische Ausstattung für eine Videoschalte verfügen, kommt nur eine Präsenz-Versammlung in Frage“, teilt der Vorsitzende der Altstadtfreunde, Gerhard Herbert mit. Die im März 2020 geplante Mitgliederversammlung musste demnach mehrfach auf unbestimmte Zeit nach 2021 verschoben werden.

Herbert ist auch Vorsitzender der DRK-Ortsvereinigung Heppenheim, die 2020 ebenfalls die Jahreshauptversammlung ausfallen ließ. „Sobald es wieder möglich ist“, soll eine Präsenzveranstaltung stattfinden. Eine digitale Versammlung scheide aus, da viele DRK-Mitglieder „nicht über die notwendige Ausstattung verfügen“, erklärt Gerhard Herbert.

Auch die Fußballer des FC Starkenburgia haben ihre Hauptversammlung ins Jahr 2021 verschoben. „Wenn die Situation es zum üblichen Termin im Mai, Juni zulässt, würden wir unsere Mitgliederversammlung als Präsenz-Veranstaltung in der Vereinsgaststätte auf dem Galgen durchführen“, sagt Starkenburgia-Vorsitzender Klaus Martin. Sonst werde man ins zweite Halbjahr ausweichen.

Der Heppenheimer Skiclub musste seine Versammlung 2020 ebenfalls absagen. Da jetzt aber Wahlen des Vorstands anstehen, muss die Jahreshauptversammlung 2021 auf jeden Fall stattfinden. Die plant der Skiclub als Freiluftveranstaltung Ende Juni auf dem Weingut Koob.

Beim Versammlungsort und geladenen Ehrengästen ist auch der Verkehrs- und Heimatverein „immer um ein besonderes Highlight bemüht“, betont Vorsitzender Helmut Engelhard. Die im November 2020 geplante Hauptversammlung wurde abgesagt, und „eine virtuelle Versammlung lässt auch die Mitgliederstruktur nicht zu“. Daher werde die Jahreshauptversammlung stattfinden, „sobald Begegnungen wieder möglich sind, gegebenenfalls mit den notwendigen Hygienemaßnahmen“. ax