Ausstellung - Christopher Hörst, Vorsitzender der Wirtschaftsvereinigung, hält eine Veranstaltung im Herbst theoretisch für möglich Die Autoschau steht auch in diesem Jahr auf der Kippe

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fran
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Ob die roten Flaggen zur Heppenheimer Autoschau in diesem Jahr überhaupt aufgehängt werden, steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest. © Thomas Zelinger

Heppenheim. Freitag, 13. März 2020: Nachdem Hessens Sozialminister Kai Klose (Die Grünen) tags zuvor die Absage von allen Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern angeordnet hatte, sagen die Organisatoren und Aussteller die für Ende März geplante 45. Auflage der Heppenheimer Autoschau ab – verbunden mit der Hoffnung, die „IAA der Bergstraße“ Ende Oktober nachholen zu können. Auch daraus wurde freilich nichts, vielmehr stiegen die Corona-Infektionszahlen in Stadt, Kreis und Land just im Herbst wieder dramatisch an.

Das Geld für Investitionen fehlt

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Seitdem wurde aus einem anfänglichen „Lockdown light“ ein bundesweiter Shutdown mit geschlossenen Restaurants, Geschäften, Schulen, Kitas und Kultureinrichtungen. Und betroffen ist logischerweise auch der Autohandel. „Die Werkstatt ist zwar weiter offen, der Verkauf in seiner gewohnten Form aber nicht möglich“, sagt Hans-Jürgen Goss vom gleichnamigen Automobil-Betrieb im Gewerbegebiet Weiherhaus. Ohnehin sei das Neuwagen-Geschäft seit März 2020 nahezu zum Erliegen gekommen, berichtet Goss. Verantwortlich dafür macht er eine Kettenreaktion: „Viele Teile der Wirtschaft stehen still, damit fehlt auch das Geld für mögliche Investitionen.“

Eigentlich hätten er und seine Kollegen aus den anderen Autohäusern der Kreisstadt eine Messe im Stile der Autoschau deshalb bitter nötig, meint Goss. Er weiß aber auch: „An so etwas kann und darf man derzeit doch eigentlich gar nicht denken. Ich bin in der glücklichen Lage, gesund zu sein. Viel mehr zählt derzeit doch gar nicht.“ Eine Autoschau in der zweiten Jahreshälfte macht aus seiner Sicht nur bedingt Sinn: „Die neuen Modelle kommen im Frühjahr raus. Im Herbst sind sie nicht mehr neu.“

Der traditionelle Termin Ende März sei angesichts einer wahrscheinlichen abermaligen Lockdown-Verlängerung allerdings nicht zu realisieren, sagt Chef-Organisator Christopher Hörst.

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Ohnehin habe die Heppenheimer Wirtschaftsvereinigung (HWV) dieses Jahr auf den Druck und die Veröffentlichung eines Veranstaltungskalenders verzichtet. „Man kann derzeit einfach nicht mittel- oder langfristig planen“, sagt Hörst.

Warten auf das „Go“ der Behörden

Gleichwohl betont der HWV-Vorsitzende aber auch: „Wenn wir das Go von den zuständigen Behörden bekommen, könnten wir sofort mit den Planungen für eine Autoschau beginnen.“ Als Zeitfenster nennt er „drei Monate“.

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Will heißen: Eine Autoschau im Herbst 2021 hält Hörst derzeit grundsätzlich für möglich. Nahezu ausgeschlossen sei jedoch, so Hörst weiter, eine Kombination mit dem Halloween-Sonntag, wie sie 2020 kurzzeitig vorgesehen war. „Das wäre nach einer so langen Pause wohl zu viel des Guten“, meint Hörst – und erklärt: „Wir wollen die Leute lieber wieder Schritt für Schritt an die Innenstadt gewöhnen.“

Zwiegespalten, wie es weiter geht

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Ob sich eine Messe mit rund 40000 Besuchern aber überhaupt realisieren lässt und dann auch noch von Ausstellern und Besuchern angenommen wird, vermag Hörst Ende Januar noch nicht zu sagen. Zu pessimistisch sei derzeit die Grundstimmung. „Mir wird zu viel von den Schließungen gesprochen“, sagt der HWV-Vorsitzende, der betont: „Eigentlich müsste man doch Optimismus verbreiten und zeigen, dass es wieder aufwärts geht.“

Er selbst sei ebenfalls zwiegespalten, sagt Hörst. Gleiches gilt für Hans-Jürgen Goss. Einerseits sagt er: „Eine Autoschau 2021 kann man eigentlich jetzt schon abhaken.“

Doch sogleich kontert er mit einer gewissen Portion Trotz: „Wer mich kennt, weiß, dass ich immer ausprobiere, was möglich ist – und bei einer Schau im Herbst bestimmt dabei wäre. Aber wer weiß denn heute, wie sich die Pandemie bis dahin entwickelt?“ fran