Bauausschuss - Einrichtung für rund 100 Kinder wird vorangetrieben Der Kita-Neubau genießt Priorität

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fran
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Heppenheim. Die Kreisstadt wächst und wächst – und mit der Expansion geht auch ein stetig wachsender Bedarf an Betreuungseinrichtungen für den Nachwuchs einher.

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Nachdem die neue „Kita Sonnenblume“ in Kirschhausen am Montag ihren Betrieb aufgenommen hat, rückt nun wieder eine andere Einrichtung ins Blickfeld: Die Mitglieder des Bau-, Umwelt- und Stadtentwicklungsausschusses votierten mit großer Mehrheit – neun von zehn Mitgliedern stimmten mit Ja – für die erste Änderung des Bebauungsplans zum Neubau einer Kindertagesstätte mit rund 100 Betreuungsplätzen in der Gunderslache südlich des Jochimsees. „Mit diesen Änderungen sollen die planungsrechtlichen Voraussetzungen für den Bau der Kita geschaffen werden“, kündigte Bürgermeister Rainer Burelbach (CDU) an.

Der Rathauschef hat sich schon mehrfach öffentlich für das Neubauprojekt starkgemacht. Die Fläche bezeichnete er im September beispielsweise als „wunderbar“. „Wir können naturnah und auch noch eingeschossig bauen, zudem ist das Grundstück schon längst im Besitz der Stadt“, nannte er seinerzeit weitere Vorzüge des Projekts. In der Tat läuft hier schon seit längerer Zeit das Bebauungsplanverfahren. In der aktuellen Sitzungsperiode des Stadtparlaments entscheiden die Abgeordneten über eine weitere Änderung des bestehenden Bebauungsplans und die damit einhergehenden Stellungnahmen der zuständigen Behörden, Bürger und „sonstigen Träger öffentlicher Belange“.

Natur, Umwelt und Anbindung

Von Interesse sind hierbei vorrangig der Schutz von Natur und Umwelt sowie die Verkehrsanbindung der künftigen Kita. „Auf welchen Wegen und Straßen bringen die Eltern ihre Kinder zur neuen Kita?“, wollte ein Bürger wissen. Die Antwort der Verwaltung lässt einige Optionen offen: Die Zufahrt könne demnach über den Vogteischreiberswiesenweg erfolgen – ein landwirtschaftlicher Weg, auf dem die Anbindung ans Gewerbegebiet Gunderslache geduldet ist –, ferner auch über eine künftig ausgebaute Opelstraße oder durch das geplante Neubaugebiet „Gunderslache“.

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Das Regierungspräsidium Darmstadt weist seinerseits darauf hin, dass der geplante Geltungsbereich im gültigen Regionalplan für Südhessen weiterhin als „Vorranggebiet für Landwirtschaft“, „Vorbehaltsgebiet für den vorbeugenden Hochwasserschutz“ sowie als „Vorbehaltsgebiet für den Grundwasserschutz“ festgelegt sei. Ein Fakt, den Ulrike Janßen von der WG LIZ bereits im September angemerkt hatte und jetzt nochmals untermauerte.

Wie schon im September erwiderten die Sprecher der anderen Fraktionen, dass die Kinderbetreuung in diesem Fall Priorität genießen solle. Dies deckt sich auch mit der Einschätzung des Darmstädter Regierungspräsidiums, wonach die regionalplanerischen Bedenken „wegen der Darstellung des rechtswirksamen Flächennutzungsplans der Stadt Heppenheim als ,Fläche für Gemeinbedarf‘ und der kleinräumigen Inanspruchnahme“ zurückgestellt werden könnten. Gleichwohl bleibt der Satz im Raum stehen: „Eine Integration in Wohngebiete zur besseren Erreichbarkeit wäre wünschenswert gewesen.“

Plätze entstehen, wo Bedarf ist

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Im Vergleich zur Debatte im September des vergangenen Jahres hielten sich die Diskussionen bei der jüngsten Ausschusssitzung in Grenzen – zu klar hatten sich alle Fraktionen schon im Vorfeld positioniert. Gerade der Standort war damals von FDP-Mann-Christopher Hörst, GLH-Fraktionschef Franz Beiwinkel und Volker Gerstdorfer (CDU) befürwortet worden. „Es werden Plätze genau dort geschaffen, wo sie auch gebraucht werden“, hatte Gerstorfer seinerzeit stellvertretend mit Blick auf die benachbarten Neubaugebiete Nordstadt II, Alte Kaute oder Gunderslache betont. fran