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Lesezirkel

Begeisterung über Carr-Novelle

Von 
red
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Bensheim. „Oxgodby hat sie irgendwie wieder zurecht gebügelt“, sagt Charles Moon zu seinem Kollegen Tom Birkin, dem Ich-Erzähler in J.L.Carrs Novelle „Ein Monat auf dem Land“. Die beiden Männer hatten sich über ihre Tätigkeit in der Kirche und auf dem Kirchhof in der nordenglischen Ortschaft Oxgodby befreundet – der eine als Archäologe, der andere als Kunstmaler. Doch auch die Erfahrung des Ersten Weltkrieges bringt die beiden Männer zusammen. Birkin ist gekennzeichnet durch sein Stottern und die Zuckungen in der linken Gesichtshälfte, während Moons Beine mit Splittern durchlöchert sind. Sie hatten die Kriegsmaschinerie als „Hölle“ erlebt, „so viele Kameraden waren gefallen, Jungs, die ich gemocht hatte“.

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Die gefährliche Höhenluft auf der Leiter und das Grabschaufeln des Freundes fördern den Genesungsprozess Toms. Die Nähe zur attraktiven jungen Frau Alice des Pfarrers weckt Sehnsüchte. Zudem spielt sich alles vor der religiösen Folie der anglikanischen High Church und der methodistischen Freikirche ab. Erstere ist die traditionelle Gebetsstätte des Dorfes, während die Tochter des Bahnhofsvorstehers die Mobilität nach Draußen repräsentiert.

Für den Lesezirkel „Literatur und Religion“ war es das erste Treffen nach der Corona-Epidemie, diesmal im Hof des Guyot-Gemeindehauses im Bensheimer Weg. Am Montag, 2. August, 17 Uhr, steht als nächste Lektüre Daniela Kriens „Muldental“ an. Die zeitgenössische Autorin lebt in Leipzig und schildert den Verfallsprozess in Muldental. red

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