Persönlich 90. Geburtstag von Anton Röckl

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jr
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Heppenheim. Es waren sechs Jahre, in denen Anton Röckl als hauptamtlicher Erster Stadtrat im Tandem mit dem damaligen Bürgermeister Ulrich Obermayr an der Spitze der Verwaltung stand – Jahre, in denen Röckl als Kämmerer, Sozial- und Kulturdezernent maßgeblich zu einer dynamischen Entwicklung Heppenheims beitrug. Jetzt feierte der Christdemokrat seinen 90. Geburtstag. „Echte Heimatverbundenheit mit einer weltoffenen Einstellung, kaufmännisches Denken und eine ausgeprägte soziale Verantwortung, kulturelles Engagement und jahrzehntelange kommunalpolitische Erfahrung sind die herausragenden Eigenschaften des über die Parteigrenzen hinweg anerkannten Heppenheimer Kommunalpolitikers“, lobte Obermayr den Parteifreund 2011 an dessen 80. Geburtstag.

Verdienstvoller Politiker

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Bereits 1956, also mit 25 Jahren, wurde Röckl zum Gemeindevertreter und später zum Beigeordneten seiner damals noch selbstständigen Heimatgemeinde Kirschhausen gewählt und blieb es bis zur Eingemeindung 1972. Danach war er, der 1964 der CDU beitrat, mal als Magistratsmitglied, mal als Stadtverordneter, ehrenamtlich aktiv in der Stadtpolitik, zuletzt als Vorsitzender der CDU-Fraktion, bevor er am 21. Januar 1988 zum hauptamtlichen Ersten Stadtrat ernannt wurde. So viel Engagement zog eine Fülle von Ehrungen nach sich: 1976 Ehrenbrief des Landes Hessen, 1982 Verdienstplakette der Stadt in Bronze, 1991 Kleiner Wappenteller, 1994 Ernennung zum Ehrenstadtrat und 2002 Bundesverdienstkreuz am Bande.

Anton Röckl (Archiv-BILD: Köppner), für seine Freunde „Toni“, hat viele Weichen gestellt: Im Wirtschaftlichen vor allem jene für das Gewerbegebiet Tiergartenstraße, wo er beispielsweise die Ansiedlung von Infectopharm anbahnte. Durch zahlreiche Neuansiedlungen erreichte die Kreisstadt 1994 mit weit über 10 000 Arbeitsplätzen die höchste Arbeitsplatzdichte im Landkreis.

Röckl machte sich stark für weitere Betreuungsmöglichkeiten für Kinder, für den Nordstadtkindergarten oder den Kinderhort Arche Noach, aber auch für die Schaffung von Wohnraum vor allem in der Nordstadt. Im Kulturellen brachte er die Gassensensationen auf den Weg, Kunst im Rathaus, Musikwochen und ein neues Konzept für die städtische Musikschule. Außerdem war Röckl 1988 Gründungsvorsitzender der Kulturgemeinschaft.

Erfolgreicher Geschäftsmann

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Nach dem Abitur 1951 absolvierte Röckl eine Lehre als Großhandelskaufmann, musste das anschließende betriebswirtschaftliche Studium aber 1958 abbrechen, als sein Vater überraschend starb und er den elterlichen Steinbruchbetrieb übernehmen musste, den er schon zwei Jahre später erweiterte. Danach gründete Röckl mit einem Partner die Dany Club-Sandwich GmbH. Bereits 1978 war das Start-up-Unternehmen mit 35 Stützpunkten im gesamten Bundesgebiet vertreten. Es wurde 1988 vom Nestlé-Konzern übernommen, während Röckl als selbstständiger Berater die ausländischen Dany-Gesellschaften betreute und sich mit einer Leasing-Agentur einem neuen Geschäftsfeld zuwandte.

Der Kirschhäuser ist, auch wenn die Mobilität mit dem Alter nachgelassen hat, immer wieder in der Heppenheimer Fußgängerzone anzutreffen und gerne zu einem Schwätzchen bereit. Seinen Geburtstag konnte er Corona-bedingt vor allem mit seiner Familie begehen: Ehefrau Marianne, mit der er seit 1959 verheiratet ist, drei Töchter, ein Sohn und die Enkel. jr