Aus der Nachbarschaft - Umbau der Nibelungenstraße vom Viadukt bis zum Ortsausgang geplant / Schwierige Kreuzungen sollen entschärft werden Radfahrer bekommen in Bürstadt mehr Platz

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Sandra Bollmann
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Kurz nach dem Bahnübergang in Bürstadt geht es von der Forsthaus-Straße rechts in die Nibelungenstraße. Ein schwieriges Eck für Fußgänger und Radfahrer, wenn sie die Straßenseite wechseln wollen. © Nix

Bürstadt. Für das nächste Großprojekt in Bürstadt laufen die Planungen auf Hochtouren: Die Nibelungenstraße wird vom Bahn-Viadukt bis zum Ortsausgang komplett saniert und umgestaltet. Der Startschuss für die Arbeiten soll im Frühjahr 2022 fallen. Einen ersten Sachstandsbericht dazu gab es im Bürstädter Umwelt- und Stadtentwicklungsausschuss.

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Die wohl wichtigsten Eckpunkte: Für Radfahrer wird in beiden Richtungen ein Schutzstreifen eingerichtet. Parkplätze gibt es immer nur an einer Seite, die Straße wird dafür mehrfach verschwenkt. Der Verkehr soll insgesamt langsamer fließen, Busse dürften dagegen zügiger vorwärtskommen, deshalb soll es künftig keine Haltebuchten, sondern Stopps auf der Fahrbahn geben.

Zwei schwierige Kreuzungen haben die Planer ebenfalls im Blick: Die Einmündung zur Forsthausstraße samt Bahnübergang, und auch die gleich anschließende Abzweigung zur Wasserwerkstraße, wo ein kleiner Kreisel den Verkehr in Fluss halten könnte. Eine Entscheidung sei allerdings noch nicht gefallen, macht Carlo Bös vom Planungsbüro Mailänder Consult deutlich.

Kommt ein neuer Kreisel?

Zu unübersichtlich, zu gefährlich für Radfahrer und Fußgänger: Beide Knotenpunkte sorgen in Bürstadt schon lange für Diskussionen. Mit dem immer weiter wachsenden Wohngebiet im Sonneneck stauen sich die Autos teilweise weit bis in die Wasserwerkstraße hinein. Und wenn der neue Bildungs- und Sportcampus (BuSC) direkt nebenan erst fertig ist, sagen die Prognosen noch mehr Verkehr voraus.

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Ein Kreisel könnte die Fußgänger sicher auf die andere Seite bringen, aber auch den Verkehr auf der Nibelungenstraße ausbremsen. Die Radwege nach Riedrode und zu den Sportplätzen sollen ebenfalls eingebunden werden. Gefragt ist dabei allerdings auch die Bahn: Noch im Februar ist ein Abstimmungstermin angesetzt, kündigt Bürgermeisterin Bärbel Schader an. Schließlich wolle man nichts entscheiden, ohne zuvor die Pläne für den Bahnübergang abzuklopfen. Als erstes ist allerdings der Abschnitt der Nibelungenstraße an der Reihe, der vom Viadukt bis kurz vor die Forsthausstraße reicht. Ganz am Anfang gehe es besonders eng zu, macht Planer Carlo Bös deutlich. Um den Radfahrern Platz einzuräumen, sollen dort sämtliche Stellplätze wegfallen. Die ersten Parkmöglichkeiten sind dann vor dem Geschäft Fortmann Mascerade vorgesehen. Dann macht die Fahrbahn einen kleinen Schwenk und dadurch Platz auf der anderen Straßenseite: Die Kunden der Bäckerei Blüm sollen schließlich auch ihre Fahrzeuge abstellen können.

Die Kreuzung Forsthausstraße bildet den zweiten Bauabschnitt, danach folgt der dritte und letzte, der am Ortsausgang endet. Auch hier soll die Straße in sanften Kurven verlaufen. Auf der gesamten Strecke werden die Bushaltestellen barrierefrei ausgebaut, zudem sämtliche Kanäle erneuert, wenn die Straße erst einmal aufgerissen ist. Neues Grün ist ebenfalls vorgesehen: Vor allem im ersten Abschnitt werden zahlreiche Bäume gepflanzt. Was das gesamte Projekt kosten soll, hat das Planungsbüro am Dienstag noch nicht mitgeteilt.

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Im März will das Rathaus die Entwürfe der Straßenbaubehörde Hessen Mobil vorstellen. „Der Förderantrag wird im Herbst gestellt“, kündigt Bärbel Schader an. Im Winter soll die Detailplanung abgeschlossen sein, damit die Ausschreibungen beginnen könnten – Baubeginn wäre dann im Frühjahr.

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Franz Siegl (SPD) bezweifelt allerdings, dass dieser Zeitplan so funktioniert. Seiner Meinung nach ist kein Geld im Etat vorhanden. Tatsächlich ist die Nibelungenstraße aus dem Fünfjahresplan für die wiederkehrenden Straßenbeiträge gestrichen worden. Weil für diesen Bereich erst wieder ab dem Jahr 2023 Geld in die Stadtkasse fließe, könnten vorher keine Aufträge vergeben werden, argumentierte Siegl.

Redaktion Redakteurin "Südhessen Morgen", Schwerpunkt Bürstadt