Gemeindevertretung I - Geplantes Online-Streaming musste abgesagt werden, weil es in dem Gebäudekomplex bislang nur ein geschlossenes Schulnetzwerk gibt Neue Mehrzweckhalle, aber kein Internet

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Jörg Keller
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Die Mehrzweckhalle ist mit moderner Veranstaltungstechnik ausgestattet. Einen Zugriff auf das vorhandene Breitbandnetz gibt bislang aber nur für die Grundschule. Die Gemeinde konnte daher das geplante Online-Streaming der letzten Ortsparlamentssitzung nicht verwirklichen. © Keller

Einhausen. Eigentlich sollte ein Teil der Gemeindevertreter in der vergangenen Woche die Möglichkeit erhalten, die letzte Sitzung der Legislaturperiode per Video-Stream online von zuhause aus zu verfolgen, um das Corona-Infektionsrisiko zu minimieren. Das Ortsparlament hatte bei der vorherigen Zusammenkunft dazu extra einen Beschluss gefasst. Wer jetzt jedoch in der Mehrzweckhalle nach einer Kamera, einem Mikrofon oder einem Laptop am Rednerpult für die Übertragung Ausschau hielt, suchte vergebens. Und tatsächlich war die ganze Aktion abgeblasen worden, wie Gemeindevertretungsvorsitzender Ingo Bettels und Bürgermeister Helmut Glanzner auf Anfrage dieser Zeitung bestätigten.

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Der Grund dafür: Die Gemeinde hat keinen Zugriff auf die dort vorhandene Internetverbindung. Zwar sei der zur Grundschule gehörende Gebäudekomplex an das Breitbandnetz angeschlossen, so Bürgermeister Helmut Glanzner. Der Kreis Bergstraße habe bislang aber nur ein Schulnetzwerk eingerichtet. Dieses dürfe für anderweitige Zwecke nicht genutzt werden. Kurzfristig sei daran auch nichts zu ändern, habe das Landratsamt der Gemeinde im Vorfeld der Sitzung mitgeteilt, sagt Glanzner.

Grundsätzlich soll dieser Missstand aber jetzt behoben werden, sagt der Bürgermeister. Immerhin hat die Gemeinde 2,9 Millionen Euro in den Bau der Halle investiert, um sie als Vereins-, Tagungs- und Veranstaltungsräumlichkeit nutzen zu können. „Ohne Internetanschluss hätten wir auch die ganze Medientechnik nicht benötigt“, sagt Glanzner. Ziel der Gemeinde sei es einerseits, dass Veranstalter auf schnelles Internet zugreifen können. Aber auch Besucher sollten nach Einschätzung von Helmut Glanzner öffentlichen WLan-Empfang in einem Gastnetzwerk haben.

Inwieweit das dann für die Konzentration förderlich ist, steht auf einem anderen Blatt. Auch ohne WLan-Anschluss hatten zahlreiche Gemeindevertreter bei der vergangenen Sitzung Laptops, Tablets oder Smartphones auf dem Tisch. Per Mobilfunk klappte auch in der Halle der Zugriff aufs Internet. Ingo Bettels sah sich bei seiner letzten Sitzung als Gemeindevertretungsvorsitzender genötigt, die Bitte an alle Parlamentarier auszusprechen, sich während der Redebeiträge nicht anderweitig zu beschäftigen, sondern zuzuhören.

Redaktion Redakteur, Ressorts Lorsch, Einhausen und Region