Kommunalwahl - Patrick Freudenberger führt die CDU-Liste an Lieber ein Teamplayer als alleinige Spitze

Von 
Thomas Tritsch
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Einhausen. Vor drei Jahren war die CDU Einhausen mit einer verjüngten Führungscrew angetreten. Neuer Fraktionsvorsitzender wurde Patrick Freudenberger, damals 29 Jahre jung. Er ist in der Weschnitzgemeinde groß geworden und auch in den lokalen Vereinen bestens vernetzt. Jetzt führt er die Union als Spitzenkandidat in die nächsten Kommunalwahlen. Die Kandidatenliste umfasst 31 Namen. Fünf mehr als beim letzten Mal. Ein Statement.

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Denn auch die Gemeindevertretung hat 31 Sitze. Theoretisch könnte die CDU das Parlament komplett besetzen. Viel wichtiger als visionäre Zahlenspiele ist Patrick Freudenberger aber die Tatsache, dass auf diese Weise alle Bewerber eine Stimme bekommen, wenn ein Wähler nur ein Kreuzchen für die Partei macht. Darüber hinaus können durch das Bündeln von Stimmen auch Kandidaten auf hinteren Listenplätzen „nach vorne“ gewählt werden. Der Fraktionschef hofft, dass durch Kumulieren und Panschieren auch neue und jüngere Kandidaten eine Chance haben, vorne mitzuspielen. Die Idee eines alleinigen Spitzenkandidaten kommentiert er als nicht mehr zeitgemäß. „Die Vielfalt zählt.“

Patrick Freudenberger ist Spitzenkandidat der CDU. © CDU

Die CDU hat derzeit 16 Sitze und stellt damit die größte Fraktion im örtlichen Parlament. Im März treten auffallend viele Neueinsteiger an. Auch das fachliche Spektrum ist facettenreich. „Wir sind breit aufgestellt“, so Patrick Freudenberger, der seine primären Kompetenzen in den Bereichen Wirtschaft und Finanzen sieht. Das hängt auch mit seiner beruflichen Tätigkeit zusammen: Er arbeitet als Key Account Manager bei einem Hersteller von Zellstoff- und Hygieneprodukten in Mannheim. Zuvor hatte er in Heidelberg BWL studiert und in Darmstadt seinen Master gemacht.

Er sei ein „Teamplayer mit kommunikativen Stärken“, sagt Freudenberger über sich. „Das Ohr nah am Bürger haben.“ Den Job als Fraktionsvorsitzenden habe er gern übernommen. Politische Führung und arbeitsteilige Organisation, das liege ihm.

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Schon sein Großvater war in der CDU. Die Großmutter engagierte sich in der Frauen-Union. Der Enkel war schon in der Schule am Parlamenten- und Parteiensystem interessiert. In die Kommunalpolitik kam er über den Bürgermeisterwahlkampf von Helmut Glanzner, der 2014 als parteiloser Kandidat von der CDU unterstützt worden war. „Wir kannten uns schon vorher gut.“ Glanzner wird Rathauschef. Im November 2017 wird Freudenberger stellvertretender Vorsitzender des Gemeindeverbands.

Jenseits aller Gremien engagiert er sich als Vorstandsmitglied im Verein zur Erhaltung der Tradition 1919 und spielt gern Tennis. Aber auch genetisch ist der Kommunalpolitiker tief im Einhäuser Leben verwurzelt: Zu seinem Stammbaum gehören die Schreinerei Hartnagel und die Bäckerei Freudenberger. „Wir sind eine moderat wachsende Gemeinde, die man jetzt besonnen weiterentwickeln muss.“ Beispielhaft nennt er das Neubaugebiet „Im Knippel“ und die beiden Kita-Projekte („Wir setzen auf moderne pädagogische Konzepte“), die er als wichtige Investitionen in die Zukunft heraushebt. Es gehe gerade jetzt in der Corona-Krise darum, nach vorn zu schauen und dabei Kosten und Nutzen sorgsam abzuwägen. Eine Ausgabenblockade sei der falsche Weg. Auch beim Thema Gewerbe müsse man den Bestand „mit Maß und Ziel“ weiter entwickeln.

Unterstützung für Kultur

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„Die Folgen der Pandemie werden wir ohnehin zu spüren bekommen“, blickt Freudenberger auf die kommenden Monate. Man habe in der Vergangenheit gut gewirtschaftet, das zahle sich jetzt aus. Der jetzt verabschiedete Haushaltsplan zeige ein solides Ergebnis mit einem ausgeglichenen Etat. Die Pro-Kopf-Verschuldung habe sich nicht erhöht, die Grundsteuer bleibe stabil. Neben dem kommunalen Haushalt und den örtlichen Geschäften müsse man aber auch die Kultur unterstützen. „Eine gebeutelte Branche“, die man auch durch interkommunale Zusammenarbeit über die Durststrecke bringen kann. Das „Exil“ des Lorscher Theaters Sapperlot in der Mehrzweckhalle sei dafür ein gutes Beispiel. Für die Zeit nach Corona gehe es darum, neue Formate zu entwickeln. Freudenberger denkt an Open-Air-Konzerte oder ein Fest am Weschnitzufer.

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Mit Blick auf die Arbeit in den Gremien warnt der Fraktionschef vor einem parteipolitisch gefärbten Schwarz-Weiß-Denken und einer Lagerbildung. Auf der lokalen Ebene gehe es um Köpfe und weniger um Parteibücher. In Einhausen habe man das Glück, dass das ganz rechte und ganz linke Spektrum nicht im parlamentarischen Prozess vertreten sind. Die erleichtere die inhaltliche Debatte trotz unterschiedlicher Meinungen im Detail. Patrick Freudenberger favorisiert einen Weg der Mitte und einen konstruktiven Dialog – auch innerhalb der Fraktion. Es gehe darum, alle Argumente anzuhören und in der Sache hart zu streiten. „Am Ende wollen wir mit einer klaren Haltung nach außen auftreten.“

Er ist zuversichtlich, dass dies den Wähler überzeugen wird. Freudenberger hofft auf eine hohe Wahlbeteiligung und ein (oder viele) Kreuzchen auch von jenen, die mit der Einhäuser Politik insgesamt zufrieden sind. „Wir alle für Einhausen“: Der CDU-Slogan für die Kommunalwahl soll sich am 14. März auch an den Urnen widerspiegeln.

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