Verwaltung - Über Monate gab es Leitungsknacken und Ausfälle Kleiner Fehler legte Telefone im Rathaus lahm

Von 
Jörg Keller
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Einhausen. Über Monate war das Einhäuser Rathaus im vergangenen Sommer und Herbst nur eingeschränkt erreichbar. Telefongespräche mit Mitarbeitern der Verwaltung brachen ganz plötzlich ab, oder die Stimme des Gesprächsteilnehmers am anderen Ende der Leitung bestand plötzlich nur noch aus Knacklauten. Wobei es sich bei einer Leitung, die zwei Telefone auf direktem Wege miteinander verbindet, heutzutage um eine Vorstellung aus alten Zeiten handelt. Längst wandern die Worte zerlegt in Datenpakete durch Server und Netzwerke von einem Hörer zum anderen.

Nachdem die Telefonanlage im Rathaus wieder problemlos funktioniert, wird darüber nachgedacht, auch die Gegensprechanlage am Eingang des Verwaltungssitzes in das System zu integrieren. © Keller
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Entsprechend schwer fällt die Fehlersuche, sollte es mal irgendwo klemmen. Im Rathaus kann man ein Lied davon singen. Die Schwierigkeiten traten verstärkt nach einem Anbieterwechsel im vergangenen Juni auf. Mal war die Leitung plötzlich komplett tot, mal klappten Weiterleitungen nicht und landen im Nirwana, oder das Gespräch war aufgrund der schlechten Sprachqualität kaum noch zu verstehen. Auf ihrer Homepage hatte die Gemeinde über Wochen einen Hinweis eingestellt, dass die Telefonanlage gestört ist. „Das ist auch für uns sehr unangenehm“, betonte Bürgermeister Helmut Glanzner seinerzeit, dass man alle Hebel in Bewegung gesetzt habe, um dem Problem auf die Schliche zu kommen. Verschiedene Prüfgeräte wurden in der Anlage zwischengeschaltet, um Aufschluss darüber zu erhalten, wo es hakt.

Mittlerweile wurde die Ursache gefunden, sagt Stefan Grimm, Abteilungsleiter im Rathaus. Letztlich habe ein relativ kleiner technischer Fehler große Auswirkungen gehabt. Seit rund zwei Monaten funktioniere die Anlage jetzt einwandfrei. Einzig bei der Sprachübertragung wäre eine höhere Qualität wünschenswert. Daher gebe es Überlegungen, mittelfristig eine neue Leitung ins Rathaus zu ziehen.

Im täglichen Betrieb bietet die cloudbasierte Telefonanlage für die Mitarbeiter im Rathaus zahlreiche Vorteile. Ein Klick auf den Bildschirm genügt, um Anrufe zu tätigen oder entgegenzunehmen. Angedacht sei auch, eine Video-Gegensprechanlage am Eingang des Rathauses in das System einzubinden. Besucher, die außerhalb der normalen Öffnungszeiten ins Rathaus wollen, hätten dann die Möglichkeit, direkt bei den zuständigen Mitarbeitern zu klingeln. Diese könnten sich auf ihrem Computerbildschirm vergewissern, wer vor der Tür steht.

Die Kindergärten einbinden

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In die Telefonanlage integriert werden sollen nach Angaben von Stefan Grimm auch die Kindergärten, die bislang über separate Anschlüsse verfügen. Künftig könnten die Leitungen damit beispielsweise außerhalb der Kita-Öffnungszeiten ins Rathaus umgestellt werden. Gleichzeitig könne die Gemeinde durch den Abbau dieser eigenständigen Telefonschlüsse Geld sparen.

Einen Nachteil hat der ganze Komfort jedoch. Die komplexe Technik ist – ganz unabhängig von der konkreten Lösung im Einhäuser Rathaus – anfälliger für Störungen. Der analoge Telefonanschluss aus alten Tagen funktionierte selbst dann noch, wenn ansonsten im ganzen Gebäude der Strom ausgefallen war. Wenn heute die falsche Sicherung rausspringt oder ein Router oder gegebenenfalls ein benötigter Server abstürzt, bleibt es erst einmal still im Hörer.

Redaktion Redakteur, Ressorts Lorsch, Einhausen und Region