Umzug - Ulla Freudenberger hat die Filiale in Einhausen 1997 übernommen / Am 15. Februar ist zum letzten Mal geöffnet Kein leichter Abschied für das Post-Team nach über 20 Jahren

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Sina Roth
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Die Postfiliale von Ulla Freudenberger (M.) schließt am 15. Februar. Mit ihr verabschieden sich auch Albert Freudenberger und Birgit Hembsch von den Kunden. © Neu

Einhausen. Nach über 20 Jahren verabschieden sich Ulla Freudenberger und ihr Team von ihrer Post-Filiale am Juxplatz in Einhausen – und damit auch von treuen Kunden. Kein leichter, aber ein notwendiger Schritt, da mit der Postbank ein kompletter Geschäftszweig wegfällt.

Unterstützung in der Anfangszeit

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Bis zum 15. Februar ist die Filiale von Ulla Freudenberger noch geöffnet. Danach wird die Postbank nicht mehr in Einhausen vertreten sein.

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Der Rückzug des Geldinstituts war für Freudenberger Anlass, die Filiale aufzugeben. Nach übereinstimmenden Medienberichten wird die Deutsche Bank, die 2010 die Mehrheit an der Postbank übernommen hat, in diesem Jahr bundesweit 50 der rund 800 Postbank-Filialen abbauen.

„Für uns ist die Filiale ohne Postbank schlichtweg nicht mehr tragbar“, erklärt Freudenberger. Und auch aus Altersgründen habe sie sich zu dem Schritt entschlossen, um etwas kürzer zu treten – denn die beiden Post-Filialen in Lorsch und in Biblis leitet sie weiterhin.

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Wenn auch in etwas anderer Besetzung bleibt die Post der Gemeinde an der Weschnitz weiterhin erhalten. Denn ab dem 16. Februar zieht die derzeitige Filiale in das nur wenige Meter entfernte Geschenkehaus Rau um.

„Am Anfang bin ich auch noch mit vor Ort, um das Team Rau zu coachen und zu unterstützen“, berichtet Freudenberger. Denn nur mit Briefmarken verkaufen sei es bei weitem nicht getan. Und gerade in der Anfangszeit sei es wichtig, sich auszutauschen, das Team zu unterstützen, Grundwissen zu vermitteln und so lange zu begleiten, bis die Mitarbeiter sicherer im Tagesgeschäft sind.

Ein Zusatzgeschäft für „Rau“

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Für das Geschenkehaus Rau sei die Post ein Zusatzgeschäft – „mit Mehrarbeit verbunden zwar, allerdings leben sie nicht davon“, erklärt Freudenberger. Anders, als das in ihrer Filiale der Fall war. „Trotzdem tut es uns allen leid und wir schließen unsere Filiale nach so vielen Jahren mit einem weinenden Auge zu. Wir kennen unsere Kunden und sie kennen uns. Und wir haben uns über die Jahre hinweg gegenseitig schätzen gelernt.“

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Genau deswegen denkt sie auch an die vielen Postbank-Kunden aus Einhausen, die künftig nach Lorsch fahren müssen, um Bankangelegenheiten zu regeln, und/oder sich auf den Weg nach Bensheim oder Heppenheim machen müssen, um Bargeld abzuholen. „Gerade für die älteren Leute tut mir das sehr leid“, betont sie.

Dennoch glaube sie nicht daran, dass es bald einen Geldautomaten in Einhausen für die Postbank-Kunden geben wird, was ein BA-Leser vor einiger Zeit in diesem Zusammenhang und im Gespräch mit dieser Zeitung vorgeschlagen hat. „Vor 14 Jahren habe ich auch schon wegen eines Automaten für Lorsch angefragt“, jedoch ohne Erfolg, begründet Freudenberger ihre Vermutung.

Weniger Briefe und Päckchenboom

Über die Jahre hinweg sei die Anzahl der Briefe, die versendet werden, stark zurückgegangen: „Inzwischen werden nur noch sehr wenige verschickt.“ In Zeiten der Pandemie habe es jedoch ein kleines Hoch gegeben – vor allem rund um Ostern und um die Weihnachtsfeiertage.

„Dafür boomt der Versandt von Päckchen ohne Ende“, so Freudenberger. Der Hauptgrund hierfür sei, dass viele Menschen aktuell so ziemlich alles im Internet bestellen. Aber auch Familienmitglieder haben sich untereinander Aufmerksamkeiten per Post geschickt, weiß sie. Kein Wunder, dass es bei der Flut an Päckchen gerne auch mal stressig wird. Denn die muss erst einmal bewältigt werden, damit letztlich jeder befüllte Karton beim angegebenen Empfänger ankommt.