Riedgruppe Ost - Wasserbeschaffungsverband plant weitere Investitionen zur Abfederung von Leistungsspitzen in Trockenperioden / Keine Erhöhung der Fördermenge Hitzesommer: Zwei neue Brunnen notwendig

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Jörg Keller
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Einhausen/Lorsch. Während der lange anhaltenden Hitzeperioden in den Sommern 2018 und 2019 liefen zu Spitzenzeiten die Förderpumpen in den Brunnen der Riedgruppe Ost auf Hochtouren. Daher will der Wasserbeschaffungsverband jetzt nachrüsten.

Der Wasserbeschaffungsverband Riedgruppe Ost plant auch im laufenden Jahr zahlreiche Investitionen. © Keller
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In der Feldgemarkung zwischen Einhausen und Biblis sollen in den Jahren 2020/2021 zwei neue Brunnen gebohrt und in Betrieb genommen werden – einer südlich, einer nördlich der Weschnitz. Die entsprechenden Anträge für das Vorhaben seien gestellt, sagt Verbandsdirektor Ingo Bettels. Wichtig bei dem sensiblen Thema ist es ihm zu betonen, dass damit keinesfalls die Fördermenge des Wasserwerks Jägersburger Wald steigen soll. Wasserrechtlich ist die Höchstmenge ohnehin auf 21,5 Millionen Kubikmeter pro Jahr beschränkt.

Vielmehr gehe es darum, die 19 bestehenden Brunnen in den Spitzen zu entlasten. Deren Lebensdauer leide nämlich darunter, wenn sie während sommerlicher Hitzewellen – wie es sie zuletzt häufiger gab – zu lange unter Volllast fahren müssen.

Grundsätzlich sei das Wasserwerk Jägersburg ohnehin mit insgesamt 24 Brunnen geplant gewesen, sagt Bettels. Davon seien letztlich bis heute nur 19 tatsächlich gebaut worden. Entlang der westlich von Einhausen verlaufenden Brunnengalerie sei die vorbereitende Infrastruktur – beispielsweise der Anschluss an das Leitungsnetz – allerdings schon vorhanden. Jetzt muss noch 100 Meter in die Tiefe gebohrt werden, um das Grundwasser nach oben zu befördern. Rund 1,2 Millionen Euro werde die Erweiterung kosten, sagt Bettels.

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Auch in das Werk Jägersburger Wald selbst fließen weitere Gelder – im vergangenen Jahr und 2020 nach Unternehmensangaben über drei Millionen Euro. So wurden und werden die Sammelleitungen und die Trinkwasserbehälter saniert und die Steuerkabel der Leitzentrale erneuert. Gefördert durch Steuergelder des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BaFA) brachte man die Klimatechnik der Wasserwerksanlage energetisch „auf den neuesten Stand“. „Dadurch erzielten wir in diesem Bereich Energieeinsparungen zwischen 30 und 50 Prozent“, sagt Bettels.

Neue Aufbereitungsanlage

Investiert wird 2020 auch in das kleinere Werk Feuersteinberg, von dem aus Lorsch, Einhausen, die Bensheimer Stadtteile Schwanheim, Fehlheim und Langwaden sowie der Zwingenberger Stadtteil Rodau mit Trinkwasser versorgt werden.

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In den vergangenen Jahren hatte der Verband bereits vier neue Behälter angeschafft. Die Pumpenhalle der 1960 gebauten Anlage wurde saniert. Die Pumpen und Rohrleitungen wurden erneuert. Als letzte Maßnahme soll jetzt die Wasseraufbereitung auf einen modernen Stand gebracht werden. Mittels großer Düsen soll das Trinkwasser künftig effizienter belüftet werden. Das ist notwendig, um im Wasser gelöstes unerwünschtes Eisen und Mangan oxidieren zu lassen und in einem nachfolgenden Schritt auszufiltern. Das aktuell verwendete geschlossene System zu Wasseraufbereitung habe eine zu geringe Leistung. In Spitzenzeiten sei die Anlage daher an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen, obwohl aus den drei zum Werk Feuersteinberg gehörenden Brunnen ausreichend Rohwasser gefördert werden könnte. Zu größeren Problemen führte das nicht. Die beiden Wasserwerke sind mit einer Leitung verbunden. Sollte Feuersteinberg tatsächlich einmal an seine Grenzen kommen, kann mit Wasser aus Jägersburg aufgefüllt werden.

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Nach Fertigstellung der neuen Aufbereitungsanlage werde der Verband insgesamt rund 2,5 Millionen Euro in die Erneuerung des Werkes investiert haben, sagt Bettels. Damit soll Feuersteinberg mindestens für die nächsten 30 Jahre betriebsfähig sein.

Redaktion Redakteur, Ressorts Lorsch, Einhausen und Region