Gemeindevertretung - Bürgermeister Helmut Glanzner bringt ausgeglichenen Haushalt ein / Keine Erhöhungen bei Steuern und Gebühren Das Leben in Einhausen soll 2021 nicht teurer werden

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Jörg Keller
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Einhausen. Auf die Einhäuser Bürger und Unternehmen sollen in diesem Jahr durch die Gemeinde keine finanziellen Mehrbelastungen zukommen. Das sieht der am Dienstagabend bei der Sitzung der Gemeindevertretung von Bürgermeister Helmut Glanzner eingebrachte Haushaltsplan vor. Weder die Grundsteuer noch Gewerbesteuer oder die Gebühren für Wasser, Abwasser oder Kinderbetreuung sollen steigen.

Vergleichsweise niedrige Gebühren

Bürgermeister Helmut Glanzner betonte in seiner Haushaltsrede, dass Einhausen bei den Steuern und Gebühren den Vergleich mit den umliegenden Kommunen nicht scheuen muss.

Trinkwasser beziehen die Einhäuser für netto 1,05 Euro pro Kubikmeter. Nur in Lorsch ist es günstiger. Im Schnitt der Bergsträßer Städte und Gemeinden liegt der Wasserpreis bei 2,088 Euro pro Kubikmeter.

Beim Abwasser zahlen die Einhäuser mit 2,40 Euro pro Kubikmeter Schmutzwasser 0,65 Euro pro Quadratmeter versiegelter Fläche ebenfalls weniger als der Durchschnitt, der bei 2,51 Euro pro Kubikmeter und 0,652 Euro pro Quadratmeter liegt.

Die Hebesätze für die örtlichen Steuern bleiben unverändert. Gewerbesteuer: 395. Grundsteuer B: 495. Grundsteuer A: 390.

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Einzig im Bereich der Friedhofsgebühren gibt es noch eine Unsicherheit. Auch hier ist im Etatentwurf keine Verteuerung vorgesehen. Allerdings sei aufgrund der 2020 verwirklichten Umgestaltungs- und Sanierungsmaßnahmen auf den beiden Einhäuser Friedhöfen eine „Nachkalkulation“ notwendig. Der Rathauschef kann daher nicht ausschließen, dass im Laufe des Jahres doch noch eine „von der Kommunalaufsicht geforderte Gebührenanpassung“ kommen wird.

Trotz der Corona-Krise präsentierte der Bürgermeister am Dienstagabend einen ausgeglichenen Etat. Unterm Strich steht im relevanten Ergebnishaushalt ein Überschuss von knapp 27 000 Euro. Bei einem Gesamtvolumen von knapp 15 Millionen Euro ist das quasi eine Punktlandung. Viel Spielraum für weitere Wünsche werden die Parlamentarier bei den anstehenden Beratungen daher erneut nicht haben.

Die Voraussetzungen für einen erneuten Haushaltsausgleich waren in Zeiten der Coronas-Krise durchaus schwierig. „Entgegen der mittelfristigen Planung fehlen uns im Jahr 2021 bei den Gewerbe- und Einkommenssteuererträgen rund 800 000 Euro“, erläuterte Helmut Glanzner. Dass der Etat dennoch nicht in die Miesen gerät, sei unter anderem durch Mittel aus dem Landesprogramm Hessenkasse gelungen, die für Unterhaltungsmaßnahmen vorgesehen sind. Glanzner hob in diesem Zusammenhang hervor, „wie wichtig und vorausschauend der Widerstand“ der Gemeinde gegen die zunächst nicht geplante Berücksichtigung von Einhausen bei der Hessenkasse gewesen sei. Immerhin habe die Gemeinde letztlich einen Zuschuss in Höhe von 833 000 Euro erhalten. „Das kommt uns jetzt zugute“, sagte der Bürgermeister, der sich immer wieder in Wiesbaden dafür stark gemacht hatte.

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Zusätzlich konnte die Gemeinde noch einen Zuschuss der Hessischen Landgesellschaft für Sanierungsmaßnahmen auf der Einnahmenseite verbuchen.

Insgesamt wird die Gemeinde in diesem Jahr laut Haushaltsplanentwurf 3,52 Millionen Euro aus „Zuweisungen und Zuschüssen für laufende Zwecke“ erhalten. Größte Einnahmeposition sind mit 7,86 Millionen Euro jedoch Steuern und steuerähnliche Erträge. 4,73 Millionen Euro sollen als Einkommensteueranteil in die Gemeindekasse fließen. An Gewerbesteuereinnahmen werden rund zwei Millionen Euro prognostiziert. Über die Grundsteuer B sollen die Einhäuser 836 000 Euro zur Gemeindefinanzierung beitragen.

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Ein Drittel der Einnahmen muss Einhausen jedoch aufwenden, um den Umlageverpflichtungen – etwa für die Kreis- und Schulumlage – nachzukommen. Die nächstgrößten Faktoren bei den Ausgaben sind laut Bürgermeister Helmut Glanzner die die Sach- und Dienstleistungen mit rund 19,5 Prozent sowie die Personalkosten mit rund 28 Prozent.

Redaktion Redakteur, Ressorts Lorsch, Einhausen und Region