Narrengiggel - Traditionsverein erinnert an die Anfänge der Einhäuser Fastnachtssitzungen / Frauen schon seit Jahrzehnten im Elferrat vertreten Das erste Damenballett musste damals aus Lorsch ausgeliehen werden

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red
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Einhausen. 50 Jahre Narrengiggelsitzungen bieten viel Stoff für einen Rückblick. Der Traditionsverein hat die Geschichte zum Nachlesen auf seine Homepage gestellt. Mit Hans Arnold „Binne Honnes“, Heinz Diehl, Heinz Bornert, Josef Schaab und vielen anderen entstand 1971 die Sparte Fastnacht beim Verein zur Erhaltung der Tradition.

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Bei der ersten Sitzung mit Präsident Herd waren in der Mehrzweckhalle Adi Schumacher und Valentin Moler als Gaasebauern mit zwei echten Ziegen auf der Bühne zu bewundern. Klaus Wüst sorgte als Hausangestellte Sannche sowie Josef Schaab als Jäger und Schulbub Manfred Diel für Höhepunkte. Unvergessen sind auch Isidor alias Alfons Schürzinger und Klaus Gärtner als „Doof Schorsch“ sowie Heinz Diehl als „Doofi Nuss“, erinnert der VzEdt.

Da man noch kein eigenes Damenballett hatte, lieh man sich kurzerhand eines aus Lorsch aus. Kurze Zeit später hatte der VzEdT sein eigenes Damenballett, das von Klara Diehl und Christine Schwan geleitet wurde. Klara Diehl trainierte die Damen bis 1981 und trat dann ihren Posten an ihre Tochter Marie Luise ab. Auch heute sind die Damenballetts ein Aushängeschild des Vereins. Der Elferrat bestand, wie damals üblich, ausschließlich aus Männern – bis 1978 eines Abends ein Herr nicht erschien und kurzerhand Klara Diehl einsprang. Seitdem sind Frauen im Einhäuser Elferrat nicht mehr wegzudenken. Auch gab es damals zwei junge Damen als Zeremonienmeisterinnen, um die Aktiven auf und von der Bühne zu begleiten.

Gäste in Anzug und Abendrobe

Ein Spaß war auch für manchen schon der Kartenvorverkauf, der am Hintereingang des Bürgerhauses stattfand. Viele standen bereits mehrere Stunden vor Verkaufsbeginn in der Warteschlange und der Verein schenkte in manchen Jahren sogar Glühwein an die Wartenden aus. Waren es in den Anfangsjahren immer zwei Sitzungen, Samstag und Sonntag, nahm man wegen der großen Nachfrage später auch noch die Freitagssitzung dazu. Damals war es üblich, dass die Herren im Anzug, die Damen in teilweise langer Abendrobe zu den Sitzungen erschienen.

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„Heutzutage sind gut 95 Prozent des Publikums in fantasievolle Kostüme gekleidet“, heißt es auf der Homepage des Vereins. Das Musikcorps der Freiwilligen Feuerwehr Einhausen ist seit vielen Jahren mit an Bord, um die Sitzungen stimmungsvoll zu eröffnen. Gerne wurde abends das Einhäuser Lied „Dass wir im Kreis die Giggel sind, das weiß ein jedes Kind. Giggerigi, doag, doag, doag, doooag“ gesungen. In den folgenden Jahren formierten sich verschiedene Gruppen. Sie hießen Noch ein Schlückchen, die Narrengiggel Sänger, Familie Nickel, Wielmeis, Ruck Zuck Dormelisch, Hip Hop Hinkel, Chicken Girls, Dancing Chicks und Weschnitzschnouge.

Eine Vielzahl von Büttenrednern begeisterte das Publikum, unter anderem:Heinz Diehl, Klaus Gärtner, Alfons Schürzinger, Josef Schaab, Manfred Diehl, Maria Wahlig, Katharina Gärtner, Gerhard Herd, Andreas Rau, Christiane Hiemenz, Andrea Silber, Monika und Martina Gärtner, Jacky und Gabi Degen, Helmut Glanzner, Karlheinz Andel, Hans-Peter Florl, Isabell Hiemenz, Sabrina Gratzer, Nadine Bettels, Simon Bauer, Tamara Hiemenz, Patricia Bauer, die Pfarrer Eisert und Hildenbrand, listet der VzEdT auf.

Monatelang wird trainiert

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Die Fastnachtssitzungen wurden von den Sitzungspräsidenten Gerhard Herd, Valentin Gärtner, Günther Jakob, Richard Hiemenz und Christopher Hiemenz geleitet. Derzeit ist es Kristof Glanzner. Als Protokoller fungierten Valentin Gärtner, Günther Jakob, Gerhard Herd, Richard Hiemenz und Daniel Degen. Die Aktiven trainieren jedes Jahr mehrere Monate bis alles sitzt. Alle investieren viele Stunden Freizeit.

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Ohne viele fleißige Helfer hinter der Bühne gäbe es allerdings keine Sitzungen. Um Frisuren und Schminke müssen sich die Helfer ebenso kümmern wie um die Technik, die Küche und Bewirtung und Organisation. Rund 140 Personen übernehmen das. Alle Helfer und Akteure werden seit der ersten Sitzung mit einem speziell entworfenen Fastnachtsorden gewürdigt. Die ersten Orden wurden von Klaus Arnold entworfen und in Bronze gegossen. Heute gibt es Bilderorden, die von Jochen Diehl und jetzt von Dieter Wiegand gestaltet werden.

Auch die Bühnendekorationen sind beim VzEdT, gestaltet unter anderem von Heike und Heinz Kaiser, Armin Grimm sowie Heinz und Jochen Diehl und Tatjana Schambach und Team, stets besonders. Der Golfkrieg 1990/91 führte dazu, dass der Verein – einmalig in der Vereinsgeschichte – die Fastnachtssitzungen ausfallen ließ.

Die beliebte vierte Sitzung

Viele Jubiläen – elf, 22, 33 und 44 Jahre Narrengiggel – wurden immer vor ausverkauftem Haus gefeiert. Ein Highlight für die Aktiven war jahrelang die „vierte Sitzung“ im Anschluss an die Sonntagssitzung, improvisiert und im kleinen Kreis. Jahrelang gab es auch immer eine Woche vor den Sitzungen eine von den Kerwegruppen organisierte Kerwedisco, die gut ankam. red