Wachstum - Die Christdemokraten hatten durchgesetzt, dass im Lichten Flecken II vorsorglich Grundstücke angekauft werden / Wann und wo das nächste Wohngebiet entstehen soll, sei aber nicht entschieden CDU will Baugebiete mit Augenmaß entwickeln

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Jörg Keller
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Derzeit entsteht in Einhausen mit dem Knippel ein sieben Hektar großes Wohngebiet. Die Christdemokraten plädieren dafür, künftig auch verstärkt auf Innenentwicklung zu setzen. © Neu

Einhausen. Nein, wann und wo in Einhausen das nächste Baugebiet entstehen soll, das könne man derzeit noch nicht absehen, sagt CDU-Fraktionsvorsitzender und Kommunalwahl-Spitzenkandidat Patrick Freudenberger (Bild: Weinbach) auf Nachfrage dieser Zeitung. Möglichkeiten gibt es noch im Einhäuser Norden und im Gebiet Lichter Flecken II. Hier hatten die Christdemokraten durchgesetzt, dass die Hessische Landgesellschaft im Auftrag der Gemeinde bereits schon einmal mit dem Erwerb von Grundstücken zur Bodenbevorratung beginnen soll.

Christdemokraten starten in den Wahlkampf

Unter dem Motto „Wir alle für Einhausen“ startet die Einhäuser CDU in den Wahlkampf für den Urnengang am 14. März.

Auf der Liste der Christdemokraten stehen 31 Kandidaten. Das entspricht genau der Anzahl der Einhäuser Gemeindevertreter.

Spitzenkandidat der CDU ist der aktuelle Fraktionsvorsitzende Patrick Freudenberger.

Im Wahlkampf wollen sich die Christdemokraten mit einem Quartett an der Spitze präsentieren, dem neben Freudenberger auch Florian Schumacher, Daniel Degen und der Gemeindeverbandsvorsitzende Matthias Utermann angehören.

Ihren für den Wahlkampfauftakt vorgesehene Neujahrskaffee mussten die Christdemokraten coronabedingt absagen.

Patrick Freudenberger befürchtet, dass aufgrund der Pandemie gar keine Präsenzveranstaltungen im Vorfeld der Wahl stattfinden können.

Die Kandidaten will man daher auch über digitale Kanäle vorstellen.

Bei der CDU geht man davon aus, das die Briefwahl wegen Corona noch mehr an Bedeutung gewinnen wird. Man appelliere auch an die Bürger, diese Möglichkeit zu nutzen. kel

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Ob in diesem letzten derzeit denkbaren Baugebiet im Einhäuser Süden in der kommenden Legislaturperiode oder erst sogar viel später die Bagger anrollen werden, sei mit dem Beschluss keinesfalls festgelegt worden. Letztlich würden Entscheidungen zu künftigen Baugebieten auch davon abhängen, wo die Gemeinde die notwendigen Grundstücke besitzt, die dann über die Hessische Landgesellschaft erschlossen und zu von der Gemeinde festgelegten Preisen und Bedingungen vermarktet werden können. „Da müssen wir flexibel agieren“, sagt Freudenberger. Zusammen mit Florian Schumacher (Bild: Archiv), der an Position 2 der CDU-Liste bei der Kommunalwahl antritt, betont er jedoch, dass die Christdemokraten auf ein nur „kleines Wachstum“ der Gemeinde setzen. Zwei der sieben Themenbereiche im Wahlprogramm der Einhäuser Christdemokraten befassen sich mit dem Schutz von Mensch und Natur sowie mit einer „Entwicklung mit Augenmaß und Blick auf den Klimaschutz“.

Spätestens bis zum Jahr 2030 wolle man für die Weschnitzgemeinde einen Netto-Null-Flächenverbrauch erreichen. Nach einer Erläuterung des Naturschutzbundes bedeutet das, dass keine neuen Flächen mehr zur Bebauung ausgewiesen werden, wenn nicht an anderer Stelle ein Ausgleich für die Natur geschaffen wird. Andererseits hat man auch die weiterhin hohe Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt im Blick. Nach Einschätzung von Florian Schumacher muss dazu künftig die Innenentwicklung vorrang vor der Außenentwicklung haben. Will heißen: Zunächst sollen freie Flächen innerhalb des Ortes verdichtet werden. Mit dem erst im vergangenen Jahr auf größere Ortsbereiche erweiterten Vorkaufsrecht können die Gemeinde Einfluss nehmen und größere Grundstücke gegebenenfalls neu zuschneiden. Überlegt werden müsse auch, ob man nicht häufiger in die Höhe bauen soll, und, ob die aktuell bevorzugte Einzelhausbebauung noch zeitgemäß ist. „Vieles in der Gesellschaft ändert sich. Da sollte man schauen, wo man moderne Wohnformen etablieren kann“, sagt Patrick Freudenberger, der jedoch gleichzeitig betont, dass es der CDU wichtig ist, den Charakter von Einhausen grundsätzlich zu erhalten.

Schon in der Vergangenheit hat man nach Einschätzung der Christdemokraten in Einhausen beim Thema Flächenverbrauch „nachhaltig und mit Augenmaß“ agiert. „In Einhausen gibt es kein überdurchschnittliches Wachstum“, sagt Patrick Freudenberger. Die Bauentwicklungsflächen im „mit allen Fraktionen abgestimmten Flächennutzungsplan“ habe man bislang noch gar nicht ausgeschöpft.

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Im Umland werde teilweise ganz anders agiert. Als ein Beispiel führen die beiden Einhäuser CDU-Politiker die Gewerbegebiete in Bürstadt und Bobststadt an, wo große Logistikhallen stehen und noch gebaut werden sollen. „Da werden Flächen viel zu einfach versiegelt.“

Im Gegensatz dazu wolle man bei dem demnächst entstehenden kleinen Gewerbegebiet Nord II auf eine möglichst „hohe Wertschöpfung“ für Einhausen achten. Und dabei gehe es eben nicht nur um zusätzliche Gewerbesteuereinnahmen. Wichtig sei, dass sich dort „passende Unternehmen“ ansiedeln und Arbeitsplätze entstehen. Freudenberger räumt ein, dass bei der Vermarktung der letzten Gewerbegebiete Fehler gemacht worden seien. „Wir brauchen dort keine Wohnhäuser oder Garagen“, sagt er. Angesichst der Tatsache, dass man in Einhausen derzeit keinen weiteren sinnvollen Platz für weitere Gewerbeflächen habe, müsse man besonders verantwortungsvoll mit dem Thema umgehen.

Redaktion Redakteur, Ressorts Lorsch, Einhausen und Region