Aus der Nachbarschaft - Keine britische Corona-Mutation gefunden Bislang 15 Infektionen in Bürstädter Pilzzucht-Anlage

Von 
Petra Schäfer
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Bürstadt. Insgesamt 15 positiv getestete Coronafälle habe es bisher in der Pilzzucht-Anlage in Bürstadt gegeben. Dies berichtet Patrick Deckers, Mitglied der Inhaberfamilie. Als diese Redaktion ihn telefonisch erreicht, ist er gerade damit beschäftigt, bei seinen Mitarbeitern Schnelltests vorzunehmen. Dies mache er jetzt regelmäßig bei seinem Personal. Saisonarbeitskräfte habe er bei der Ankunft schon sofort getestet und einige Tage später noch einmal.

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So konnte er gerade bei zwei aus Polen angereisten Arbeitern die Virusinfektion nachweisen. Die beiden seien sofort in Quarantäne gekommen. „Die Leute reisen in Gruppen und im Bus an, da ist eine Infektion nicht auszuschließen“, begründet er seine Teststrategie.

Tests und FFP2-Masken

Dass ausgerechnet ein festangestellter Mitarbeiter das Coronavirus in den Betrieb getragen habe, sei ärgerlich. Wie bereits berichtet, sei der Mitarbeiter zunächst mit Krankheitsanzeichen zur Arbeit gekommen und später zum Arzt gegangen. Ein Test sei zunächst nicht erfolgt. Allerdings stellte sich später die Infektion heraus.

Seitdem ist Patrick Deckers noch mehr am Testen. Und da hat er einiges zu tun, denn in der Anlage, deren Betrieb weiterläuft, sind mehr als hundert Menschen beschäftigt. „Ich achte auch ganz genau darauf, dass die Mitarbeiter ständig eine FFP2-Maske tragen, und zwar so, dass sie Mund und Nase bedeckt.“

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Die Saisonkräfte sind vor Ort untergebracht. Die unter Quarantäne gestellten Personen würden ärztlich betreut. „Wir schauen mehrmals am Tag, wie es ihnen geht“, sagt Deckers. Es werde ständig Temperatur gemessen, und er stehe in Kontakt mit dem Gesundheitsamt. „Da haben wir einen festen Ansprechpartner, dafür möchte ich mich bedanken.“

Erneuter Abstrich

Deckers ist erleichtert, dass es allen Betroffenen gut gehe. Und er ist froh, dass in seinem Betrieb keine britische Corona-Mutation nachgewiesen wurde. Bundeswehrsoldaten hätten bei den Infizierten nochmals Abstriche genommen, damit diese auf eine mögliche Mutation überprüft werden konnten. Die zuvor genommenen Proben seien nicht mehr für eine Sequenzierung geeignet gewesen.

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Zur Versorgung der Saisonkräfte gebe es weiterhin den Lieferservice von Edeka, damit niemand nach draußen gehen muss. Die Verkaufsstelle der Pilzzuchtanlage ist noch geschlossen. „Wir wollen kein Risiko eingehen“, sagt Patrick Deckers.

Redaktion Redakteurin Südhessen Morgen