Traditionsverein - Fastnachter laden zur Online-Sitzung ein Beste Beiträge der Narrengiggel aus 50 Jahren

Von 
Jörg Keller
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Es sollte keinen digitalen Ersatz für die abgesagten Fastnachtssitzungen geben, hieß es vom VzEdT. Ein Best-of früherer Beiträge aber wird nun online produziert. © VzEdT

Einhausen. Vor 50 Jahren ließen es die Fastnachter des Einhäuser Vereins zur Erhaltung der Tradition (VzEdT) zum ersten Mal so richtig krachen. Am 14. Februar 1971 war Premiere für die Narrengiggelsitzungen. Sitzungspräsident Gerhard Herd führte damals in der alten Mehrzweckhalle als Sitzungspräsident durch den Abend.

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In diesem Jahr sollte das farben-frohe Bühnenfeuerwerk eigentlich zum 49. Mal veranstaltet werden. Doch nach 1991, als die fünfte Jahreszeit bundesweit wegen des Golfkriegs abgeblasen worden war, müssen die Narrengiggelsitzungen zum zweiten Mal ausfallen. Grund ist natürlich die Corona-Pandemie. Noch Anfang Januar hatte die VzEdT-Vorsitzende Christiane Hiemenz angekündigt, dass es auch keinen digitalen Ersatz im Internet geben wird. Das stimmte auch so, sagt Daniel Degen, der zusammen mit dem dem aktuellen Sitzungspräsidenten Kristof Glanzner und Sebastian Wahlig den närrischen Dreierrat der Narrengiggel bildet.

Doch dann hat es die Einhäuser Fastnachter kurzfristig doch noch gepackt. „Da war unser Ehrgeiz dann doch zu groß“, sagt Degen. Und so will man am 12. und/oder 13. Februar die Zuschauer vor den heimischen Bildschirmen mit einem Live-Stream doch noch zum Lachen oder zumindest Schmunzeln bringen. Mitschwingen wird bei dem einen oder anderen Fan der Narrengiggel ein wenig nostalgische Wehmut. Hauptbestandteil des Online-Beitrags werden nämlich Ausschnitte aus vergangenen Jahren sein.

„Seit den Anfangstagen wurde jede Sitzung gefilmt“, sagt Daniel Degen. Bis in die 2000er Jahre lagen diese Bild- und Tondokumente dem Traditionsverein als Videomaterial vor. Vieles davon leider in sehr schlechter Qualität, sagt Daniel Degen. Die Magnetbänder waren im Laufe der Zeit nicht besser geworden.

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Dennoch nutzte man jetzt den Anlass, die alten Filme zu digitalisieren und auf Festplatten zu archivieren. 200 Stunden Material habe man so umgewandelt. Ein ganz kleiner Teil davon soll jetzt der Öffentlichkeit präsentiert werden. „Keiner will sich zuhause vor dem Rechner drei bis vier Stunden lang alte Büttenreden anhören“, ist Daniel Degen überzeugt. Daher plane man ein kurzes, knackiges Programm von etwa 40 Minuten Länge.

Kerwekönigin schneidet Material

Die Online-Sitzung soll dann entweder am Stück oder verteilt auf zwei Abende gestreamt werden. Einen genauen Sendezeitpunkt will der VzEdT in der kommenden Woche noch bekanntgeben. Professionell aufbereitet und geschnitten wird das Videomaterial von Eva Hartnagel. Die ehemalige Einhäuser Kerwekönigin studiert Mediendesign. Zaubern kann sie jedoch auch nicht. Manche Aufnahmen aus alten Tagen haben einfach eine zu schlechte Bild- und insbesondere eine schlechte Tonqualität.

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„Zu gerne hätten wir beispielsweise einen Ausschnitt von Isidor alias Alfons Schürzinger gezeigt“, sagt Daniel Degen. Doch vom Inhalt der aufgezeichneten Büttenrede seinen heute nur noch Fragmente zu verstehen.

Die frühen Jahre sind nicht dabei

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So bleiben die ganz frühen Jahre außen vor. Die meisten Ausschnitte, die gezeigt werden, stammen aus den 1990er und den 2000er Jahren. Da sind noch einmal frühe Auftritte der Weschnitzschnoage oder der Wiehlmeis zu sehen. Von den Büttenrednern gibt es jeweils nur eine Knaller-Pointe zu hören. So konnten die Witze auf insgesamt acht Minuten zusammengeschnitten werden.

Aufgelockert werden sollen die Archivbeiträge durch den einen oder anderen aktuellen Einspieler. Sitzungspräsident Kristof Glanzner grüßt – coronagerecht alleine – aus der neuen Mehrzweckhalle. Über drei Jahre hatte man sich beim VzEdT darauf gefreut, das närrische Feuerwerk endlich auf der großen Bühne des Neubaus zu zünden.

Die Eröffnung im Februar 2020 lag dafür zu spät. Und so nahm man, wie schon seit dem Abriss der alten Mehrzweckhalle, mit dem Bürgerhaus als Ersatz vorlieb. Der Elferrat musste aus Platzgründen auf das aktuelle Dreiergremium verkleinert werden.

„Wenn wir 2022 hoffentlich endlich in die Mehrzweckhalle dürfen, wird es aber wahrscheinlich wieder einen Elferrat geben“, sagt Daniel Degen.

Jean Diehl erweitert Giggel-Lied

Heinz Diehl hat aktuelle Ereignisse in ein Kurzprotokoll für die Online-Sitzung in diesem Jahr zusammengefasst. Vorsitzende Christiane Hiemenz und ihre für die Fastnacht zuständige Stellvertreterin Monika Rau-Wiegand werden ein paar Grußworte sprechen. Und Musiker Jean Diehl hat das örtliche Fastnachtslied „Mer sinn Giggel vun Einhause“noch einmal textlich erweitert.

„Wir hoffen, dass es den Zuschauern gefällt“, lädt Daniel Degen dazu ein, bei der Online-Sitzung dabeizusein. Die Narrengiggelsitzungen sind dazu gedacht, den Alltag einige Stunden hinter sich zu lassen und zu lachen.

Redaktion Redakteur, Ressorts Lorsch, Einhausen und Region