Lockdown - Tischtennisspieler müssen sowohl sportlich wie auch bei geselligen Terminen pausieren Beim Ball-Spiel-Club steht das Clubleben still

Von 
Jörg Keller
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Einhausen. „In Zeiten meiner Kindheit war es in Einhausen selbst unter guten Bekannten unüblich, dass man sich zur Begrüßung die Hand gegeben hat“, erinnert sich Bernhard Glanzner (Bild: Weinbach). Erst später habe er diese Höflichkeitsgeste kennengelernt. Heute wird auf das Händeschütteln wegen der Corona-Pandemie wieder verzichtet. Allerdings gibt es dazu auch weitaus weniger Möglichkeiten. „Beim BSC haben wir mittlerweile kaum noch direkte Kontakte untereinander“, sagt Glanzner über die Auswirkungen der Pandemie auf den Verein, dessen Vorsitzender er ist.

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Seit Anfang November sind die Tischtennisspieler komplett ausgebremst. Die Meisterschaftsrunde wurde nach nur drei bis vier Spieltagen im Herbst abgebrochen. Die Sporthalle als Trainingsstätte des BSC wurde mit dem Beginn des Lockdowns geschlossen. Seitdem bleiben Schläger und Bälle in der Tasche. Und natürlich können auch gesellige Termine nicht stattfinden. Das betraf bereits die Weihnachtsfeier des Vereins.

Kein Turnier, kein Essen

Tischtennistraining und Mannschaftswettbewerbe sind beim BSC Einhausen derzeit ausgesetzt. Ob Freizeitaktivitäten wie die Kanufahrt im Sommer stattfinden kann, steht noch nicht fest. © Dieter/Lotz

Jetzt stünden zu normalen Zeiten das närrische Kleebrettchen-Turnier und dann das Fischweckessen an Aschermittwoch im Terminkalender der Tischtennisfreunde. Daraus wird natürlich ebenfalls nicht. Wie es dann mit dem Grillfest, der Vereinsfahrt, dem Vereinsausflug, der Kanufreizeit im Vorfeld der Sommerferien und letztlich der Weihnachtsfeier 2021 aussehen wird, vermag Bernhard GLanzner nicht abzuschätzen. Und auch daran, dass die Tischtennisrunde wie vom Verband angedacht im März fortgesetzt werden kann, mag er nicht so recht glauben.

Bei allem Unmut über die Auswirkungen der Pandemie betont der BSC-Vorsitzende: „Die Gesundheit der Menschen geht vor.“ Und damit meint er konkret die Infektionsgefahr durch das Virus.

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Dass sich der Mangel an Sport auch negativ auf die Verfassung der Aktiven auswirken könnte, steht auf einem anderen Blatt. „Tischtennis ist Gesundheitssport, weil man alle Teile des Körpers bewegt“, sagt er.

Außerhalb des offiziellen Angebots zu trainieren, sei schwierig. Nur wenige Mitglieder hätten eine eigene Tischtennisplatte im Keller oder der Garage aufgebaut. Sich wechselnd privat zu treffen, sei angesichts der Corona-Schutzmaßnahmen ohnehin nicht zielführend. Und alleine gegen eine Plattenhälfte zu spielen, mache dann auch keinen großen Spaß.

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Noch hätten die Mitglieder dennoch nicht die Freude an dem Sport verloren. „Bislang gab es noch keine Austritte“, sagt Bernhard Glanzner. Rund 180 Mitglieder zählt der BSC. Rund 40 davon sind aktive Mannschaftsspieler.

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Die größten Sorgen macht er sich um den Nachwuchs. Über ein AG-Angebot an der Grundschule habe man zuletzt fünf Kinder für den Sport an der Platte begeistern können. Im vergangenen Jahr hatten diese dann erstmals an der Hobbyrunde teilgenommen. „Und jetzt ist alles zusammengebrochen“, sagt Bernhard Glanzner.

In diesem Winter konnte dann erst gar keine Schul-AG angeboten werden.

Problematisch sei die Situation auch für Edwin Pleyer. Der auch für den BSC tätige hauptberufliche Tischtennistrainer sei seit dem Lockdown komplett ausgebremst. „Ich hätte mir gewünscht, dass er zumindest mit jeweils einem weiteren Spieler trainieren darf. Aber das ist aus Hygieneschutzgründen in der Sporthalle der Gemeinde nicht möglich“, sagt Glanzner. Da hätten es Vereine mit einer eigenen Halle bei der Genehmigung einfacher. Beim Turnverein durften zuletzt zumindest Mitglieder aus einem Haushalt zusammen Badminton spielen. Auch die Tennisspieler dürfen in Hessen unter strengen Auflagen in der Halle zum Einzel antreten. Beim BSC sehe man es als selbstverständlich an, den Trainer auch während des Lockdowns zu unterstützen.

Finanziell keine Probleme

Das ist dann auch fast die einzige Ausgabe, die der Vorstand derzeit leisten muss. „Finanziell haben wir zum Glück keine Probleme“, sagt Bernhard Glanzner. Der verstorbene frühere Vorsitzende Hermann Dieter habe dem BSC ein „so gutes Polster“ angelegt, dass man sich bei der Kasse keine Gedanken machen müsse. An positiven Entwicklungen vermerken kann Glanzner zudem, dass die Jahreshauptversammlung mit Wahlen und Ehrungen beim Ersatztermin im vergangenen Juni problemlos abgehalten werden konnte.

Die neue Mehrzweckhalle habe als Veranstaltungsort ausreichend Platz geboten. „Das hat super geklappt“, sagt der BSC-Vorsitzende. Auch für dieses Jahr geht er davon aus, dass die Versammlung frühestens im Sommer wird stattfinden können. Einen Termin dazu gebe es noch nicht.

Redaktion Redakteur, Ressorts Lorsch, Einhausen und Region