Rathaus - Derzeit wird im Rathaus ein Online-Portal rund um die Einhäuser Betreuungseinrichtungen eingerichtet Anmeldungen für Kindergärten künftig übers Internet möglich

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Jörg Keller
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Abteilungsleiter Stefan Grimm stellte bei einem Termin mit dieser Zeitung das neue Online-Portal für die Einhäuser Kitas vor, das im Lauf des kommenden Frühjahrs freigeschaltet werden soll. © Zelinger

Einhausen. Wer sein Kind aktuell in einem Einhäuser Kindergarten anmelden möchte, benötigt zwingend einen Stift. Die Formulare dazu gibt es bislang nämlich nur in Papierform. Eingetragen werden müssen dort neben den persönlichen Daten von Tochter oder Sohn auch zahlreiche Angaben zu den gewünschten Betreuungszeiten und -formen. Und natürlich kann man angeben, welche der Kitas man bevorzugt.

Geringere Nachfrage wegen Corona

Aufgrund der Corona-Krise gebe es derzeit eine nur „gedämpfte Nachfrage“ nach neuen Kita-Plätzen, sagt der zuständige Abteilungsleiter Stefan Grimm. Angesichts der besonderen Umstände in den Kitas falle einigen Kindern die Eingewöhnung besonders schwer. Dennoch geht man im Rathaus nicht davon aus, dass dauerhaft weniger Kinder die Einrichtungen besuchen werden als prognostiziert. Wer sein Kind für das Kita-Jahr 2021/22 anmelden möchte, hat dafür noch gut zwei Monate Zeit – bis Anfang April – Zeit. Dann werden die Plätze vergeben. „Jetzt gibt es noch ein breites Angebot“, sagt der zuständige Abteilungsleiter Stefan Grimm. Wer nach dem Stichtag eine Anmeldung abgibt, kann nur noch zwischen den dann noch freien Plätzen wählen. kel

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„Im Rathaus müssen die Mitarbeiter dann alle Daten wieder in den Computer eingeben und überprüfen“, sagt der zuständige Abteilungsleiter Stefan Grimm. Und nicht immer passen die Wünsche der Eltern zu den vorhandenen Angeboten der Gemeinde. Einige Betreuungsformen gibt es beispielsweise nur in bestimmten Einrichtungen. Für Kindergartenkinder, die ein Neun-Stunden-Angebot benötigen, scheidet beispielsweise der Kindergarten Kleine Insel (Hagenstraße) von vorneherein aus.

Um den ganzen Prozess zu vereinfachen, soll die Kita-Anmeldung schon bald auch per Computer über ein Online-Portal möglich sein. Im Rathaus wird das Webangebot gerade eingerichtet. Möglichst noch im Laufe des Frühjahrs soll es freigeschaltet werden.

Gebündelte Informationen

Hier sollen zum einen alle Informationen rund um die Einhäuser Betreuungseinrichtungen gebündelt werden, zum anderen soll der Anmeldevorgang erleichtert werden. Und das nicht nur wegen des Verzichts auf Papier und Stift. Das System soll anhand der Elternwünsche selbstständig erkennen, welche Kitas in Frage kommen und welche Angebote im konkreten Fall überhaupt gemacht werden können. Wer beispielsweise bei den gewünschten Betreuungszeiten einen morgendlichen Start um 8.30 Uhr eingibt, soll automatisch darauf hingewiesen werden, dass nur volle Stunden erlaubt sind. Wer ein Neun-Stunden-Angebot für U3-Kinder buchen möchte, kann bei den Einrichtungen nur zwischen Friedensstraße und Weschnitzwichteln wählen.

Auf für die evangelische Kita

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Nach ihrer Eröffnung sollen dann auch die beiden geplanten neuen Kitas in das System integrieret werden. Bei der künftigen kommunalen Einrichtung an der verlängerten Friedhofstraße ist das selbstverständlich. Doch auch der evangelische Kindergarten, dessen Domizil Ende März abgerissen und durch einen Neubau ersetzt und damit vergrößert wird, soll in das Einhäuser Kita-Portal aufgenommen werden. Stefan Grimm kann sich vorstellen, dass Eltern dann auch die Möglichkeit erhalten werden, bei der Online-Anmeldung anzugeben, dass sie einen konfessionellen Kindergarten bevorzugen. In diesem Fall würden sie den evangelischen Kindergarten als einzige Auswahlmöglichkeit angezeigt bekommen.

Auch erforderliche Unterlagen wie beispielsweise eine Bescheinigung über die Masernschutzimpfung können künftig gleich als Datei hochgeladen und über das Portal online an die Verwaltung weitergeleitet werden.

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Eine Entscheidung über die Platzvergabe trifft das Computersystem jedoch nicht alleine. Die von den Eltern eingegebenen Daten der Online-Anmeldung werden weiterhin im Rathaus bearbeitet. Die verbindliche Anmeldung muss letztlich von einem zuständigen Mitarbeiter freigegeben werden. Eine Bestätigung erhalten die Eltern dann jedoch automatisch über ihren passwortgeschützten Zugang im Online-Portal. Eine gleichzeitig an die Nutzer versandte E-Mail wird darauf aufmerksam machen, dass das Dokument dort jetzt hinterlegt ist.

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Auf gleichem Weg können angemeldete Eltern künftig über neue Entwicklungen rund um die Einhäuser Betreuungseinrichtungen benachrichtigt werden. Allgemeine Infos, beispielsweise zu Stichtagsregelungen oder Impfschutz, sind außerdem in einer Art Online-Nachschlagewerk hinterlegt und jederzeit abrufbar. Derzeit werden die Inhalte in das System eingepflegt. „Das ist durchaus zeitaufwendig“, erklärt Stefan Grimm, warum sich die Freischaltung des Portals noch ein paar Wochen hinziehen kann. Das ganze System muss letztlich auch noch getestet werden. Schließlich sollen die Online-Anmeldungen ohne Fehler im Rathaus eingehen.

Mit der Neuerung wird nach Angaben von Stefan Grimm auch den Vorgaben des Online-Zugang-Gesetzes Rechnung getragen. Behörden sind demnach verpflichtet, den Bürgern Leistungen über das Internet anzubieten. Letztlich würde es jedoch reichen, Anmeldungen per E-Mail zuzulassen, sagt Stefan Grimm. Das neue Portal sei für beide Seiten allerdings weitaus komfortabler als eine Minimallösung.

Dennoch weiß man auch im Rathaus, dass nicht jeder Bürger erfreut darüber oder in der Lage dazu ist, Angelegenheiten über das Internet zu regeln. Daher soll es weiterhin möglich sein, Anträge zur Kinderbetreuung ganz herkömmlich auf Papier abzugeben. „Und natürlich stehen wir auch künftig bei Fragen oder Problemen telefonisch oder persönlich zur Verfügung“, betont Stefan Grimm.

Redaktion Redakteur, Ressorts Lorsch, Einhausen und Region