Wirtschaft - Die Gemeinde hat ein neues Pächterpaar für den Gastronomiebetrieb in der Ortsmitte gefunden Ab März kann Eis geschleckt werden

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Jörg Keller
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Zur symbolischen Schlüsselübergabe für das von der Gemeinde vermietete Eiscafé Venezia hatten (v.l.) Bürgermeister Helmut Glanzner sowie das neue Pächterpaar Alessandra Marchesan und Mauro Pittori kurz ihren Mund-Nasen-Schutz abgenommen. © Funck

Einhausen. Als im Jahr 2005 erstmals in den politischen Gremien darüber diskutiert wurde, im von der Gemeinde gerade erst erworbenen früheren Sparkassengebäude neben dem Rathaus ein Eiscafé anzusiedeln, gab es auch skeptische Stimmen. In Einhausen sitze man tagsüber nicht öffentlich im Café herum, hieß es damals. Die Kritiker wurden schnell eines Besseren belehrt. Schon bald nach der Eröffnung 2006 waren nicht nur an heißen Sommertagen die Freiplätze unter den Platanen regelmäßig besetzt, vor der Ausgabetheke bildeten sich nicht selten Schlangen von Schleckermäulern.

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„Das Eiscafé ist für Einhausen ein zentraler Punkt“, sagt Bürgermeister Helmut Glanzner. Und das gilt thematisch wie geografisch. Durch die in die Ortsmitte führenden Radrouten, sowie die Aufwertung der nahegelegenen Weschnitz und der Ortsmitte mit Hallenbad, Schule und Spielplatz würden Einheimische wie auswärtige Besucher angezogen. „Das ist eine 1-A-Lage“, ist der Rathauschef überzeugt.

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Umso ärgerlicher sei es gewesen, dass in den vergangenen Jahren insbesondere der Service des gastronomischen Betriebs immer mehr nachgelassen habe, so Glanzner. Immer wieder habe es beispielsweise Beschwerden über zu viel kurze Öffnungszeiten gegeben.

Zum Jahreswechsel sei der Mietvertrag mit dem bisherigen Pächter beendet worden, berichtet Glanzner gestern auf Anfrage dieser Zeitung. Im November 2020 ging das letzte Bällchen Eis über die Theke.

Wegen Corona nur Straßenverkauf

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Mit Mauro Pittori und Alessandra Marchesan wurde jedoch nahezu nahtlos ein neues Pächterpaar gefunden. Am 24. Januar war die Übergabe der Räumlichkeiten. Am 1. März soll unter gleichem Namen – „Eiscafé Venezia“ – eröffnet werden. Wegen des weiterhin geltenden Corona-Lockdowns wird es die Eisspezialitäten in Waffeln und Bechern zunächst nur zum Mitnehmen geben. Der Straßenverkauf ist erlaubt. „Wir hoffen, dass wir dann Mitte März oder spätestens nach Ostern auch das Café mit Außengastronomie öffnen können“, sagt Mauro Pittori.

Öffnungszeiten festgeschrieben

Aber bedeutet eine Existenzgründung in der Gastronomie gerade in Corona-Zeiten nicht ein besonders Risiko? Der neue Pächter sieht die Situation als „Herausforderung“. „Wir sind sehr positiv gestimmt“, ergänzt Alessandra Marchesan. Nach Einschätzung von Helmut Glanzner, verlangt die Gemeinde als Eigentümer des Gebäudes für die Eisdiele samt Freiplätzen in der Ortsmitte einen sehr fairen Mietpreis. „Wir sehen das als eine Art Wirtschaftsförderung“, sagt der Bürgermeister. Gleichzeitig habe man aber einige wichtige Punkte vertraglich festgelegt, damit sich die Einhäuser Eisfreunde künftig nicht mehr beschweren können.

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So verpflichten sich die Pächter, das Eiscafé an mindestens 300 Tagen im Jahr zu öffnen. In der Hauptsaison von 1. April bis 31. Oktober soll es mindestens von 10 bis 22 Uhr Eis geben.

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Alessandra Marchesan sieht darin kein Problem: „Das haben wir schon immer so gemacht.“ Seit über 20 Jahren sind die Beiden im Bereich der Eisgastronomie beschäftigt, zunächst als Angestellte, seit sechs Jahren selbstständig. Unter anderem führten sie bereits einen großen Betrieb mit 250 Sitzplätzen, zuletzt vier Jahre lang die „Tradizione Gelatissimo“ im bayerischen Donauwörth – in beiden Fällen jedoch nur als Unterpächter eines Betreibers. In Einhausen wollen sie jetzt endgültig auf eigenen Füßen stehen.

Renovierung soll später folgen

Eine fast neue 30 000 Euro teure Eismaschine bringen sie mit. „Natürlich machen wir unser Eis selbst“, sagt Mauro Pittori. Im letzten Geschäft habe man 32 Sorten angeboten. So viele werde es aufgrund des beschränkten Platzes in Einhausen zunächst nicht geben können. Versprochen wird aber eine große Auswahl. Auch die Karte werde mit zahlreichen Kreationen ergänzt, die nach Einschätzung der neuen Pächter bislang gefehlt haben. Später plane man dann auch die grundlegende Renovierung der in die Jahre gekommenen Räumlichkeiten.

Redaktion Redakteur, Ressorts Lorsch, Einhausen und Region