Naturfreunde - Bei einer Mehrtagestour erlebten 18 Teilnehmer die Landschaft und Kultur im Süden von Baden-Württemberg 90 Kilometer zu Fuß durch das Obere Donautal

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Norbert Weinbach
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Am Aachtopf legten die Naturfreunde Einhausen eine Pause ein, rechts der Vorsitzende und Wanderführer Bernd Hübner. © WEINBACh

Einhausen. Gut 90 Kilometer wanderten jetzt 18 Einhäuser Naturfreunde-Mitglieder und Angehörige bei sonnigem und regnerischem Wetter durch das Obere Donautal, ein Naturpark im Süden von Baden-Württemberg. Dabei erlebten sie nicht nur die herrliche Natur, sondern sie erfuhren auch viel über die Kultur dieser Region.

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Am ersten Tag wurde ein Stopp in der kleinen Gemeinde Zimmern eingelegt und eine kurze Wanderung auf dem „Kaiserweg“ zur 700 Meter hoch gelegenen Burg Hohenzollern stimmte auf die Wanderwoche ein. Quartier wurde dann bezogen in Mühlheim im Landkreis Tuttlingen.

Am Sonntag wanderten die Naturfreunde durch die historische Oberstadt, vorbei am gotischen Rathaus zur Sebastians-Kapelle, die nach einer Pestepidemie erbaut wurde. Vorbei ging’s am „Schwedengrab“, hoch zum „Glitzernden Kreuz“ mit Blick auf Schloss der Herren von Enzberg, erbaut um 1200. Beeindruckend war die Kirchenruine Maria Hilf (1661), einstiger Wallfahrtsort auf dem Welschenberg.

Talabwärts führte der Weg zur Gedenkstelle der 200 Jahre alten Mühle Bronnen. Sie wurde 1960 durch eine Gerölllawine verschüttet und das Müllerpaar mit Sohn kam ums Leben.

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Bei der Pause am „Jägerhaus“ weckten die Steine in der Donau bei den Einhäusern Erinnerungen an die renaturierte Weschnitz. Die anschließenden Felsen des Donaudurchbruchs imponierten den Wanderern.

73 Meter lange Holzbrücke

Nach der Besichtigung der Benediktiner-Erzabtei Beuron ging es mit dem Zug zurück nach Mühlheim. Mit dem Auto fuhren die Naturfreunde am nächsten Tag zum Kloster Beuron und starteten dort zum etwas mehr als zwölf Kilometer langen Donauwellen-Premium-Wanderweg „Eichfeld-Panorama“. Vorbei an der Statue eines Pilgers führte die Tour über eine 73 Meter lange bedeckte Holzbrücke aus dem Jahr 1801 auf die Hochebene zum Spaltfelsen mit wunderbarem Blick zum Kloster. Eine Informationstafel am „Rauen Stein“ zeigte, dass die Ur-Donau vor zehn Millionen Jahre, aus den Alpen kommend über die Albhochfläche verlief. Durch die Anhebung des Albkörpers verlegte sie ihr Bett nach Süden, grub sich ein, und schuf das Durchbruchstal.

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Unterwegs gab es ausgezeichnete Blicke zur Burg Wildenstein und zum Schloss Werenwag. Es folgte der Anstieg zur Burg Wildenstein und eine Besichtigung der 25 Meter langen Petershöhle, vermutlich eine kurzzeitige Fluchtstätte der Mönche des Klosters. Am Abend führte ein Nachtwächter die Gruppe durch die Oberstadt und informierte sie unterhaltsam über Land und Leute.

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Trotz angekündigtem Regen schlug Bernd Hübner am nächsten Tag vor, die Donauwellen-Tour der „Kraftstein-Runde“ in Angriff zu nehmen. Sie wurde verbunden mit einem Abstecher durch die Wacholderheide und dem Abstieg ins Ursental. Auf diesem durch Regen glitschig gemachten Weg kamen viele Teilnehmer ins Schwitzen. Ein Teil marschierte dann zum Gasthaus Risiberg, der andere folgte den Wegzeichen an den kaum sichtbaren Resten der Burgen Wallenberg und Altrietheim vorbei durch das Naturschutzgebiet Grasmutter zum Gasthaus.

Der verregnete fünfte Tag begann mit einer Besichtigung des ehemaligen Frauenklosters Inzigkofen. Es prägte mit seiner wirtschaftlichen, spirituellen und kulturellen Strahlkraft die Zeit von der Mitte des 14. bis ins 19. Jahrhundert die Gegend. Beeindruckt zeigten sich die Einhäuser von der ehemaligen Stiftskirche mit der Nonnenempore und dem Kräutergarten mit Insekten-Tankstelle.

An den Hängen beiderseits der Donau entstand ein romantischer Landschaftsgarten, den die Wanderfreunde über die Teufelsbrücke erreichten. Diese Brücke überspannt die rund 20 Meter tiefe „Höll“-Schlucht. Über eine moderne leicht schwankende Hängebrücke führte der Weg nach Sigmaringen zur Schlossbesichtigung.

Picknick am Vulkankrater

Als weiterer Höhepunkt der Mehrtages-Tour entpuppte sich der „Donauwellen-Premium-Wanderweg“ zur Donauversinkung mit Picknick am Vulkankrater Höwenegg. Auch, wenn erste Strudel den Verdacht aufkommen ließen, nicht zur richtigen Zeit an der Versinkung zu sein, so war der Fluss einen Kilometer weiter doch endgültig verschwunden.

Am vorletzten Tag fuhren die Naturfreunde zum Aachtopf, wo sie die nach oben drückenden Strudel des Wassers sahen. Das Wasser der Aachquelle entstammt größtenteils der Donau, versickert zwischen Immendingen und Fridingen und hat durch das poröse Karstgestein einen unterirdischen Abfluss geschaffen. Die Naturfreunde besichtigten die Altstadt von Aach mit Resten der ehemaligen Stadtbefestigung, dem alten Rathaus (16. Jhdt.), der Burgruine „Alter Turm“ und der Pfarrkirche St. Nikolaus.

Nach einem Blick auf die Vulkankegel des Hegaus freuten sich alle auf das letzte Abendessen der Tour.

Freie Autorenschaft Seit mehr als 40 Jahren als freier Mitarbeiter bei verschiedenen Zeitungen aktiv, Fotograf und Berichterstatter, im Regelfall waren/sind es Zeitungen die dem BA oder ganz früher, mit dem Echo verbunden waren. Berichterstattung meistens über Lorscher Vereine und Organisationen, früher auch Sport.