Parktheater: Cole-Porter-Abend mit Claus Dam, Petter Bjällö und Christoph Eisenburger Wundervolle Hommage an einen großen Künstler

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Bensheim. Amerikanisches Flair zauberte das Trio Claus Dam, Petter Bjällö (beide Gesang) und Christoph Eisenburger (Piano) am Dienstag auf das "Überbrettsche" im Parktheater. "An elegant evening of Cole Porter Songs" lautete der Titel des Abends.

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Der Streifzug durch Leben und Werk des Komponisten und Songwriters war eine wundervolle Hommage an einen großen Künstler. Das Trio trug eine hochklassige Auswahl an meist bekannten Liedern aus großen Porter-Musicals wie "Anything goes" oder "Kiss me, Kate" vor. Und das ohne großes Orchester und jeden Bombast, stattdessen dezent, authentisch, treffend und im feinsten Zwirn - so mondän und elegant, wie man es von Porter-Kompositionen erwartet. Das Publikum war begeistert.

Es gibt wohl nur wenige Künstler, deren Songs so oft interpretiert wurden wie die von Cole Porter (1891-1964). Nach wie vor fühlen sich viele Interpreten dazu berufen, das einzigartige Erbe mit Leben zu füllen. Das Trio zeigte, wo der Unterschied liegt:

Den zwei starken Stimmen und dem exzellenten Pianisten gelang es scheinbar mühelos, sich dem eigentlichen Kern dieser Musik, ihrem unwiderstehlichen Swing und ihrer Romantik, zu nähern.

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Potters Lieder haben Witz, Humor und Ironie. Sie können tiefgründig und emotional, ausgelassen und romantisch sein. Über die musikalisch-kompositorischen Qualitäten hinaus strahlen sie eine Atmosphäre aus, die zur Bewegung drängt und die Erinnerungen an bekannte Interpreten - einstige Hollywood-Stars und Entertainer - weckt. Die großen und kleinen Gesten von Frank Sinatra, Louis Armstrong, Ella Fitzgerald, Josephine Baker oder Marlene Dietrich dürfen deshalb nicht fehlen.

Weiter ging die musikalische Reise aus Evergreens. "Anything goes" folgt einem Rhythmus, zu dem man Quickstep tanzen kann. Dann "I get a kick out of you", "You're the top", "It's De-lovely". Claus Dam und Petter Bjällö können aus dem Vollen schöpfen. Sie lassen den Bass im tieftraurigen Moll erklingen, die Gesangsparts der Damen sind bei ihnen bestens aufgehoben. Bisweilen erhält der Auftritt kabarettistisch-farcenhafte Züge. Die gesangliche Perfektion und die Souveränität und Leichtigkeit in der Darstellung gehen Hand in Hand. Selbst den Klang der Trompete imitieren sie scheinbar problemlos mit der Stimme.

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Zu den genialen Würfen Porters zählt "Kiss Me, Kate". Die Shakespeare-Adaption ("Der Widerspenstigen Zähmung") strotzt von Ohrwürmern, denen das Trio viel Farbe verlieh. Den Walzer "Wunderbar" servierten die beiden Sänger zum Abschluss - Walzer tanzend und mehrsprachig. Claus Dam und Petter Bjällö sind alte Bekannte im Musical- und Opern-Genre. Der Baritenor Claus Dam, in Kopenhagen geboren, studierte am Königlich Dänischen Musikkonservatorium. Er war in Musical- und Operettenproduktionen von "West Side Story" über "South Pacific" bis hin zu "Cats", "Les misérables" und "Mamma Mia!" zu sehen. Petter Bjällö, geboren in Helsingborg, erhielt seine Ausbildung an der Göteborg Ballett-Academy. Er spielte in "Grease", "A chorus line", "Hair", "Der Glöckner von Notre Dame" und "Die Schöne und das Biest". moni