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Michaelskirche - Propsteikantor Konja Voll beim zweiten Konzert der 23. Bensheimer Orgelwochen

Werke von Bach und Franck in perfektem Mix

Von 
Klaus Ross
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Konja Voll bestritt das zweite Konzert der Orgelwochen. © Zelinger

Bensheim. Bekannte Werke der beiden Großmeister Johann Sebastian Bach und César Franck standen beim zweiten Konzert der Bensheimer Orgelwochen auf dem Programm von Propsteikantor Konja Voll. Dieser beispielhaft attraktiv zusammengestellte Abend war dementsprechend mit über 70 Zuhörern außergewöhnlich gut besucht.

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Voll zeigte die zwei Orgelgenies mit seiner klugen Stückauswahl nicht nur als unverwechselbare Individualisten, sondern ließ auch interessante Bezüge und Gemeinsamkeiten hervortreten. Dergestalt konnte Francks markant barockinspirierte Musik durchaus als eine Art Bach-Hommage verstanden werden. Präzisestes Bach-Spiel führte der Organist schon im eröffnenden a-Moll-Werkpaar BWV 543 vor, das sowohl im sorgfältig strukturierten Präludium als auch in der ausgeglichen strömenden Fuge keinerlei Zuspitzungen benötigte.

Einer der romantischen Ohrwürmer schlechthin folgte mit Francks h-Moll-Dreisätzer „Prélude, Fugue et Variation“ von 1862, der ja auch in der Klavierfassung zu einem echten Repertoire-Klassiker wurde. Wie zauberhaft aber gerade die originale Orgelversion klingt, machte Konja Volls sehr kultivierte Wiedergabe allemal deutlich.

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Das gesanglich schwebende Präludium, die plastisch entfaltete Fuge und das ebenmäßig fließende Variationsfinale überzeugten nicht zuletzt durch den konsequenten Verzicht auf jede übertriebene Sentimentalität – eine besonders bei diesem äußerlich eher schlichten Stück vorkommende Neigung vieler Interpreten.

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Zurück zu Bach lenkte der Propsteikantor mit vier vielgestaltigen Choralbearbeitungen, die dessen einschlägige Meisterschaft exemplarisch unterstrichen. Neben dem strahlkräftigen G-Dur-Juwel „Nun danket alle Gott“ BWV 657 aus den späten Leipziger Chorälen erklangen dabei gleich drei Vertonungen des Luther-Lieds „Dies sind die heilgen zehn Gebot“: BWV 635 aus dem „Orgelbüchlein“ als prägnantes Beispiel höchster kompositorischer Konzentration plus aus dem dritten Teil der „Klavierübung“ das kontrapunktische Kunststück BWV 678 und sein à la Gigue stilisierter „kleiner Bruder“ BWV 679.

Als passende Ergänzung dazu wie auch als stimmige Abrundung des Programms wählte Voll den berühmten a-Moll-Choral aus César Francks Todesjahr 1890, der an diesem Abend mit seinen motivischen Reminiszenzen an BWV 543 geradezu perfekt platziert schien.

Die beeindruckend luzide und organisch klingende Interpretation lieferte den Beweis, dass Francks Orgelwerke bei entsprechend stilsicherem Zugriff auch auf kleineren Instrumenten wie der Ott-Orgel der Bensheimer Michaelskirche exzellent zur Geltung kommen können. Konja Voll jedenfalls ließ kein noch so marginal anmutendes Detail dieses nur fünfeinhalb Wochen vor dem Tod des Komponisten vollendeten Schwanengesangs unentdeckt.

Langer Schlussbeifall, Bachs Orgelbüchlein-Choral „Vater unser im Himmelreich“ BWV 636 als Zugabe.

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Freier Autor Besprechung klassischer Konzertveranstaltungen seit über drei Jahrzehnten (darunter als Schwerpunkte das umfangreiche regionale Kirchenmusikangebot sowie die renommierten Kammermusikreihen der Kunstfreunde Bensheim und von Forum Kultur Heppenheim)

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