Gratulation - Irmgard Lemm feierte in der Seniorenresidenz am Fürstenlager ihren 100. Geburtstag Von Berlin an die Bergstraße

Von 
tn
Lesedauer: 

Auerbach. Im Seniorenheim am Fürstenlager in Auerbach knallten am vergangenen Donnerstag die Sektkorken, denn auch wenn es einige Bewohner jenseits der 90 Jahre gibt, ein 100. Geburtstag ist doch etwas ganz besonderes.

Irmgard Lemm feierte im Seniorenheim am Auerbacher Fürstenlager ihren 100. Geburtstag. Bürgermeister Rolf Richter gratulierte der rüstigen Seniorin. © Neu
AdUnit urban-intext1

Und so konnte Irmgard Lemm mit ihrer Tochter und Familienangehörigen aus Darmstadt diesen 100. Geburtstag mit den anderen Bewohnern feiern. Als die Jubilarin am 10. Oktober 1919 im Berliner Stadtteil Reinickendorf auf die Welt kam, war es eine völlig andere Welt. „Wir hatten noch kein Strom und es gab nur ganz wenige Autos“, erinnerte sich Irmgard Lemm an ihre Kindheit in Berlin.

Unglaubliche technische Veränderungen hat sie in ihrem Leben miterlebt. „Ich habe als Stenotypistin im Büro gearbeitet, aber bald wurden die Texte auf Band gesprochen und ich habe sie danach abgetippt,“ erzählt die geistig vitale Seniorin aus dem Büroalltag, lange bevor es Computer gab.

Im Jahre 1956 verließ sie ihre Heimatstadt Berlin, weil ihr Ehemann der bei der Post arbeitete, nach Darmstadt versetzt wurde. Und auch wenn sie schon über 60 Jahre in Hessen lebt, ihre Berliner Herkunft kann man immer noch heraushören. „Du hättest auch mit mir nach China ziehen können, da hätte ich genauso wenig verstanden“, hat sie einst zu ihrem Ehemann gesagt, als sie sich erstmalig mit der hessischen Mundart konfrontiert sah.

AdUnit urban-intext2

Ihr Ehemann verstarb vor elf Jahren und vor zweieinhalb Jahren zog Irmgard Lemm aus Darmstadt in die Auerbacher Seniorenresidenz. Hier bewohnt sie eine eigene Wohnung und führt noch immer ihren Haushalt. Mit ihren 100 Jahren ist Irmgard Lemm die älteste Bewohnerin im Seniorenheim, noch immer nimmt sie rege an den Angeboten teil. Auch die Lektüre der Tageszeitung gehört zu ihrem täglichen Pflichtprogramm.

„Leider kann ich wegen meiner schlechten Augen nur noch die Überschriften lesen“, sagt sie und erzählt, dass sie deswegen gerne Hörbücher hört. Irmgard Lemm kocht noch gerne selbst. Allerdings nutzt sie an drei Tagen den Komfort, mit den anderen Senioren zu essen. So auch am Freitag, als Bürgermeister Rolf Richter nachträglich die Glückwünsche der Stadt übermittelte.

AdUnit urban-intext3

Nach ihrem Lieblingsessen gefragt, zögert sie nur kurz: „Fisch“ sagt sie und den gibt es immer freitags – darauf freut sie sich. „Ich esse immer noch gerne“, fügt sie lächelnd hinzu und Rolf Richter führt sie vor der Verabschiedung galant in den Essensaal. tn