Konzert - Christoph Brückner begeistert in der Schwanheimer Kirche mit Improvisationen an der Orgel Viel mehr als Kirchenmusik

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Christoph Brückner bewies in der Schwanheimer Kirche, dass Orgelmusik sehr vielfältig sein kann. © Funck

Schwanheim. Am Anfang herrschte ungläubiges Staunen und zum Schluss gab es viel Applaus plus zwei Zugaben. Christoph Brückner bot seinem begeisterten Publikum in der Schwanheimer Kirche ein Konzert der besonderen Klasse.

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Der Wahl-Hesse spielte am Freitag auf Einladung der evangelischen Kirchengemeinde Schwanheim. Der aus dem Jahr 1863 stammenden Orgel entlockte er Töne und Melodien, die man nicht alle Tage hört. Brückner ist Organist mit Leib und Seele und Musiker von ungemeiner Bandbreite und Ausstrahlung. Er ist ein stets gern gesehener Gast und auch durch seine Auftritte – unter anderem in Österreich, Ungarn und dem Elsass – bereits über die Grenzen der Region hinweg bekannt. Ferner hat er sich mit fulminanten Improvisationen überregional einen Namen gemacht.

Aus Chorälen wird Popmusik

Der Organist lies die Finger über die Tasten fliegen und zog das Publikum damit schnell in seinen Bann. Das Erfolgsrezept seiner Konzerte besteht darin, bekannte Choräle anzuspielen und dann in die Popmusik überzuleiten. So entstanden aus den bekannten Werken wie „Dein Wort Herr nicht vergeht“ ein Stück im Rock-Style und „Ich lobe meinen Gott“ in einer Version, die Brückner als New Wave bezeichnete.

Der Organist hatte viele unterschiedliche Stücke für sein Publikum mitgebracht und präsentierte damit auch unterschiedliche Musikrichtungen. „We shall overcome“ im Modern-Style, danach eine Ballade und bekannte Traditionals.

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Im direkten Anschluss folgte eine völlig andere Richtung, die Klezmer-Suite. Diese Art der Musik wird vor allem bei der Begleitung von Hochzeiten und anderen Festen gespielt, und ist eine aus dem Judentum stammende Volksmusiktradition.

Während des Konzerts lies der Organist auch Jazz-Elemente einfließen. Brückner bot seinem Publikum während des gut einstündigen Konzerts ganz verschiedene Genres und überraschte damit nicht das erste Mal. In Schwanheim kennt man ihn bereits von zwei anderen Konzerten. „Ich würde mich freuen, wenn ich auch in Zukunft hier wieder spielen dürfte“, so der Organist.

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„Viele denken bei der Orgel nur an Kirchenmusik“, sagte er, aber darauf wolle er sich nicht beschränken. Dass mit der Orgel viel mehr verbunden werden kann, bewies er mit seinem Konzert in Schwanheim allemal.

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Für die musikalisch grenzüberschreitende Erfahrung spendeten die Gäste am Ende reichlich Beifall. Nach dem sehr unterhaltsamen Musikerlebnis gab Christoph Brückner noch zwei Zugaben.

Christoph Brückner stammt aus einem musikalischen Elternhaus, welches ihn bereits früh prägte. Ab der 5. Klasse erhielt er Klavier- und Orgelunterricht von Kapellmeister Heribert Müller-Veith. Schon ab seinem 9. Lebensjahr folgten intensivste Orgeldienste und konzertante Organistentätigkeit aller Art – sogar vertretungsweise an beiden Klais-Orgeln des Würzburger Domes.

Nach dem Absolvieren der Kirchenmusikprüfung D im Jahr 1980, bestand Brückner drei Jahre später – parallel zum Abitur – seine Kirchenmusikprüfung C. Zusätzlich bekam er Schlagzeugunterricht und Orchestererfahrung und lernte Bass-Tuba.

Im Laufe der Zeit entschied sich der frühere Bankkaufmann, sein Hobby zum Beruf zu machen. Ob Barock oder Klassik, Rock, Pop, Volks- oder Karnevalslied, der Organist verfügt über ein sehr breites Repertoire. cf