Viel Betrieb beim Tag der offenen Schaufenster am Samstagvormittag

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Dirk Rosenberger
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Von Dirk Rosenberger

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Bensheim. Tag der offenen Schaufenster und Wochenmarkt: Am Samstagvormittag herrschte in der Bensheimer Fußgängerzone Hochbetrieb in Pandemiezeiten. Viele nutzten die Möglichkeit zum Flanieren und Kaufen. Die gemeinsame Aktion von Einzelhändlern und Stadtmarketing traf erwartungsgemäß den Nerv vieler Lockdown-geplagter Passanten, die sich trotz schlechtem Wetter auf den Weg in die Innenstadt machten. „Wir wollten mal wieder ein bisschen was anderes sehen und auch die Geschäfte unterstützen“, erklärte eine Besucherin. Dass es an der einen oder anderen Stelle ziemlich eng wurde, nahmen sie und ihre Familie dabei in Kauf. „Wir tragen alle Masken und versuchen, so gut es geht, Abstand zu halten.“

Auch Bürgermeisterin Christine Klein war in der Fußgängerzone unterwegs und erfreut über das Leben im Zentrum, was sie mit einem Post auf Facebook öffentlich machte – zu sehen ein Bild vom gut gefüllten Marktplatz. Das brachte ihr aber nicht nur Applaus ein, sondern durchaus Kritik. Einige Kommentatoren störten sich an der Menschenmenge und monierten, dass man mit einer solchen Aktion in Kauf nehme, dass zu viele Leute zusammenkommen – vor allem vor dem Hintergrund, dass der Kreis Bergstraße am Samstag mit einer Inzidenz von mehr als 125 hessenweit auf Platz drei der Landkreise mit der höchsten Inzidenz lag.

Die Rathauschefin erläuterte daraufhin, dass alle Passanten vorschriftsmäßig Masken getragen hätten – was man auf Bildern auch sehen konnte. Zudem sei die Stadtpolizei im Einsatz gewesen, um auf Abstände und die Einhaltung der Corona-Regeln zu achten. Wenige Stunden später war der Post der Bürgermeisterin jedoch nicht mehr auffindbar.

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Die Aktion am Samstag zeigte eindrücklich, wie schmal der Grat ist, auf dem man sich zurzeit gesamtgesellschaftlich bewegt. Unstrittig ist, dass die Einzelhändler jede Unterstützung gebrauchen können, die sie momentan erhalten können. Die Schaufenster-Parade war so gesehen durchaus ein kreativer Ansatz, um Waren zu präsentieren und Umsatz zu machen. Auf der anderen Seite gelten nach wie vor harte Kontaktbeschränkungen, alle sind aufgerufen, sich einzuschränken – und größere Menschenansammlungen erfreuen sich nicht durchgängig großer Beliebtheit, vorsichtig formuliert.

Bis die Fallzahlen weiter sinken und man die Pandemie wieder mehr in den Griff bekommt, dürfte es bei solchen Drahtseilakten bleiben, verbunden mit der Abwägung, was zumutbar und umsetzbar ist – und was nicht. Das öffentliche Echo wird bis dahin immer geteilt sein. Bilder: Neu

Redaktion