Förderverein Heimatpflege Hochstädten - Digitaler Aschermittwoch hatte ein buntes Programm zu bieten / Drei Kunstwerke unter dem Hammer Versteigerung brachte knapp 800 Euro

Von 
Gerlinde Scharf
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Andreas Klemm (r.) vom Förderverein Heimatpflege moderierte den digitalen Aschermittwoch live aus dem Hochstädter Haus – unterstützt von Techniker Oliver Schmid. © Zelinger

Hochstädten. Ein bisschen Small Talk, eine frische Prise Musik von der jungen Sängerin und Songwriterin Kiara Mali, eine Dorf-Story, die vom ungestümen Fastnachtstreiben im Westerwald erzählt und als i-Tüpfelchen obendrauf die Versteigerung von drei Kunstwerken: Alles live und digital beim ersten Hochstädter Online-Aschermittwoch. Nur das obligatorische Aschermittwochsessen, die zarten Heringe, getunkt in Sahnesoße und mit Pellkartoffeln, funktioniert im Streaming nicht.

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Die Hochstädter Feinschmecker, die viele Jahre das schmackhafte Mahl gemeinsam mit Freunden und Nachbarn genossen haben, waren dieses Mal Corona-bedingt auf sich allein gestellt. Aber halt, das Dorfladen-Team im Hochstädter Haus hatte vorgesorgt und große Portionen Fisch mit Beilagen zubereitet, verpackt und obendrein eine Flasche Bier in die Tüte gepackt. Für zehn Euro konnte man sich das Traditionsessen fix und fertig mit nach Hause nehmen – und zum Live-Stream im Familienkreis verzehren.

Höchster Preis für Speckhardt-Bild

Spannender Höhepunkt der Veranstaltung war zweifelsohne die Ebay-Versteigerung von Kunstwerken eines Künstler-Trios zugunsten des Fördervereins Heimatpflege. Vom Erlös der Auktion, die insgesamt die stolze Summe von 791 Euro erbrachte, bekommt die Außenterrasse am Hochstädter-Haus-Café eine praktische Überdachung. Den höchsten Preis erzielte das Bild von Siegfried Speckhardt mit dem Titel „Auerbacher Schloss“. Das gleiche Motiv hatte auch Fabian Böhm für seine Tuschezeichnung gewählt. Barbara Gertischke hingegen machte mit ihrem Bild „Weißdornhecke“ Lust auf einen Spaziergang in der Frühlingssonne.

Susanne Sartorius, Vorsitzende des Fördervereins, und die Freifrau von Hochstädten alias Petra Paschun-Paetke, blickten – sozusagen als Aufwärmprogramm – mit spitzer Zunge und feinsinnigem Humor auf lokale Ereignisse des vergangenen Jahres zurück, sinnierten, ob das Bensheimer Bürgermeisteramt gar ein „Rentnerjob“ ist und hatten die Vision von einem „durch die Lande reitenden Erbprinz Jens Spahn“, der reichlich Impfstoff an die Bürger verteilt. Dass ihr Vorschlag vom Aschermittwoch 2020, einen Tunnel vom Hochstädter Stollen zum Bensheimer Marktplatz zu graben, auf Eis liegt, hat nach Überzeugung der beiden Damen zwei Gründe: zum einen ist Abstand halten in der Röhre nicht möglich, zum anderen sind die dort wohnenden Fledermäuse in Corona-Zeiten gerade ein ziemlich heikles Thema. Ein bisschen Werbung musste dann auch noch sein, und zwar für den Hochstädter Dorfladen, in dem man stressfrei und ohne Gedrängel regionale Produkte einkaufen kann.

Premiere der Theater-Soap im Juni

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Ziemlich deftig ging’s in dem Westerwald-Roman „Am Aschermittwoch ist alles vorbei“ von Anngret Held zu, aus dem die Autorin einige Passagen las. Feuerwehrmann Fritz kippt da schon mal sieben Bier und zwei Korn auf ex und vergnügt sich anschließend heimlich mit der adretten Thea unter der Treppe zur Wirtshaustoilette. Und die temperamentvolle Liebe hält gerade mal „vom 11.11. bis Rosenmontag. Am Aschermittwoch ist alles vorbei“.

Ehe die Kamera beim Hochstädten-TV ausging, informierte Andreas Klemm vom Förderverein über weitere Online-Termine aus dem Hochstädter Haus. Ende März will man die neue Reihe „Sprungbrett“, in der man Nachwuchskünstlern und Kreativen aus unterschiedlichen Genres eine Bühne gibt, fortsetzen.

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Anfang Juni – so der momentane Plan – soll endlich die Odenwälder-Theater-Soap „Die Apfelbachs“ uraufgeführt werden. Mehrmals musste die Premiere wegen der Corona-Pandemie verschoben werden. „Notfalls wird halt im Freien gespielt“, zeigte sich Klemm zuversichtlich. Ende April/Anfang Mai ist zudem die Einweihung der Außenanlage vorgesehen.

Freie Autorenschaft Seit vielen Jahren "im Geschäft", zunächst als Redakteurin beim "Darmstädter Echo", dann als freie Mitarbeiterin beim Bergsträßer Anzeiger und Südhessen Morgen. Spezialgebiet: Gerichtsreportagen; ansonsten alles was in einer Lokalredaktion anfällt: Vereine, kulturelle Veranstaltungen, Porträts. Mich interessieren Menschen und wie sie "ticken", woher sie kommen, was sie erreiche haben - oder auch nicht-, wohin sie wollen, ihre Vorlieben, Erfolge, Misserfolge, Wünschte etc.