Sozialverband: Finanzen als zentrales Thema der Hauptversammlung VdK ärgert sich über Umlage an Kreisverband

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Monika Hälker

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Zwingenberg. Im Ortsverband Zwingenberg des VdK machte sich Unmut breit. Der Kreisverband bat in einem Schreiben an die Ortsverbände um eine zusätzlich Umlage. "Unsere finanzielle Lage ist bereits derart angespannt, dass uns Mitgliedern eine zusätzliche Belastung sehr schwer fällt", meinte die Vorsitzende Helmtrud Vetter. An der jüngsten Jahreshauptversammlung in Zwingenberg, die sich unter anderem mit diesem Thema beschäftigte, nahm neben Bürgermeister Holger Habich auch Peter Kunz vom Kreisverband teil, der den Mitgliedern Rede und Antwort stand.

Kunz erläuterte die Hintergründe. Der Kreisverband sei in eine andere Geschäftsstelle umgezogen. Dass dieser Umzug notwendig wurde, betonten auch einige Mitglieder des Ortsverbands. Die Räumlichkeiten an der Darmstädter Straße in Heppenheim seien viel zu klein gewesen, vertrauliche Gespräche waren nicht möglich. Die Wartenden auf dem Flur konnten die Gespräche im Dienstzimmer mitverfolgen.

Teurer, aber notwendiger Umzug

Der Umzug in die Weiherhausstraße in Heppenheim habe jedoch Geld gekostet. Außerdem sei die monatliche Miete gestiegen. Neue EDV-Technik und die Telefonanlage müssen bezahlt werden. Einen Zuschuss seitens des Landesverbandes habe es nicht gegeben. Um die finanzielle Lücke zu schließen, sei der Kreisverband an die Ortsverbände herangetreten.

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Peter Kunz räumte ein, dass das Schreiben "unglücklich formuliert" gewesen sei. Der Verfasser sprach darin zwar von einem freiwilligen Beitrag, er fügte jedoch hinzu, dass der Kreisverband von seinem Recht Gebrauch machen könne, Ortsverbände zur Zahlung zu verpflichten.

Rechtsabteilung kostet viel Geld

Dazu Kunz: "Ortsverbände, die nicht in der Lage sind, einen entsprechenden Beitrag zu leisten, brauchen nicht zu befürchten, dass sie zur Kasse gebeten werden." Er ergänzte: "In dieser Sache ist das letzte Wort noch nicht gesprochen." Er legte den Mitgliedern nahe, die Kreisversammlung am 4. April zu besuchen. Dort werde ebenfalls über das Thema diskutiert.

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Die Mitgliedsbeiträge gehen zu einem hohen Prozentsatz an den Landesverband. Und das aus gutem Grund. Der Landesverband habe Juristen angestellt, die die Interessen der Mitglieder vor Gericht vertreten. Kunz weiter: "Die Rechtsabteilung kostet viel Geld, doch es wird auch viel Geld erstritten." Der Sozialverband VdK sei einer der wenigen Verbände, die ihren Mitgliedern einen solchen juristischen Schutz anbieten.

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Helmtrud Vetter ließ anschließend das vergangene Jahr Revue passieren. Man habe sich am Neujahrsempfang der Stadt und der Parteien CDU, FDP und SPD beteiligt und federführend den Volkstrauertag organisiert. Für sie werde es jedoch immer schwieriger, den schweren Kranz von der Trauerhalle zum Kriegerdenkmal zu bringen. Hier sei eine Lösung erforderlich.

Der Ortsverband verzeichnete im vergangenen Jahr zwei Neuzugänge und drei Austritte. Drei Mitglieder sind verstorben. Das Jubiläum "60 Jahre VdK" feierte man in Verbindung mit der Weihnachtsfeier. Das musikalische Rahmenprogramm übernahmen die Melodia-Gruppe der Rodauer Landfrauen und der Schulchor der Melibokusschule unter der Leitung von Frau Schubert. Henny Rauch und Margarethe Vögtlein präsentierten selbst verfasste Gedichte. Frau Schopp, Petra Busch und Marcel Busch halfen bei der Organisation des Festes.

Breiter aufgestellt

Im Mai verlieh der Sozialverband VdK Hessen-Thüringen der Stadt für das Umbauprojekt "Bunter Löwe" eine Plakette mit Urkunde für "barrierefreies Bauen". Wie vorbildlich das Projekt ist, verdeutlichte eine Zahl: Laut Helmtrud Vetter ist jeder vierte Deutsche auf einen schwellenfreien Zugang angewiesen.

Der Sozialverband VdK hat sich in den vergangenen Jahrzehnten von einer Selbsthilfeorganisation der Kriegsopfer zu einem modernen Sozialverband gewandelt. Er hat sich damit zugleich für einen immer größeren Personenkreis geöffnet.