Trauerbegleitung: Bei Abschiedsritualen neue Wege finden

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Bestattungen sind zwar vom Kontaktverbot ausgenommen, können aber nur noch im engsten Familienkreis stattfinden. Davor war es durchaus üblich, dass gerade die Ehrenamtlichen bei der Beisetzung ihrer Patientendabei waren.

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Dieses für alle Beteiligte schöne Abschiedsritual muss derzeit ebenfalls neue Wege finden, heißt es aus dem Verein. Beerdigungen können nur noch ohne die Feier eines Requiems stattfinden.

Auch hier sind die üblichen Hygienemaßnahmen einzuhalten. Auch im Umgang mit diesem sehr intimen Anlass sind die Hospizmitarbeiterinnen immer wieder erstaunt, mit welcher Ruhe und Gelassenheit die meisten Familien au die strengen Vorgaben reagieren.

Auch nach dem Tod dauert die Arbeit der Trauerbegleiterinnen an. Viele bleiben mit Hinterbliebenen in Kontakt, zumeist auf elektronischem Weg. Andere Trauerbegleitungen pausieren – etwa, weil das Telefonieren schwer fällt oder neue Medien schlichtweg nicht vorhanden sind. „Sowohl die Haupt- als auch die Ehrenamtlichen haben aber durchaus Kapazitäten“, betont Kellermann. Sie lädt Hinterbliebene ausdrücklich ein, gerade in diesen schwierigen Wochen das Gespräch mit der Trauerbegleitung zu suchen.

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Der Verlust von Sicherheit und Gewohnheit, von der Normalität des Alltags und menschlichen Beziehungen: „Jeder Einzelne in unserer Gesellschaft muss sich von unzähligen Dingen und vertrauten Abläufen verabschieden. Das bedeutet eine große Trauermasse, die es allgemein zu bewältigen gilt“, so Doris Kellermann. Auf den Trauerprozess übt das einen zusätzlichen Druck aus. „Die Trauer um einen geliebten Menschen wird ja nicht kleiner, nur weil rundherum die Welt Kopf steht.“ tr