Ortsbeirat West - Gremium befürwortete in seiner letzten Sitzung vor der Kommunalwahl die Änderung des Bebauungsplans im Gewerbegebiet Stubenwald-Erweiterung für Umzug von Sanner

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Eric Horn
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Auf einer drei Hektar großen Fläche im Gewerbegebiet Stubenwald II soll sich die Auerbacher Firma Sanner ansiedeln. Der Ortsbeirat West stimmte der Erweiterung des Bebauungsplans zu. © Funck

Bensheim. Zu seiner letzten Sitzung vor den Kommunalwahlen am 14. März kam der Ortsbeirat West am Montag im Pfarrzentrum Sankt Laurentius zusammen. Ortsvorsteherin Ingrid Schich-Kiefer (CDU) bedankte sich bei den Mitgliedern des Gremiums für die konstruktive Zusammenarbeit im Verlauf der vergangenen fünf Jahre.

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Der Ortsbeirat habe bei seinem Wirken stets die Belange und das Wohl der Bürger der Weststadt im Auge gehabt. Man sei im Ortsbeirat nicht immer einer Meinung gewesen, habe kontrovers diskutiert, aber dennoch immer gemeinsame Lösungen und Kompromisse gefunden, so Schich-Kiefer.

Premiere für die Bürgermeisterin

Im Namen der Mitglieder des Ortsbeirates dankte Walther Fitz (SPD) der Ortsvorsteherin für ihre Dienste bei der Leitung der Beratungen in den letzten Jahren. Während es für den Ortsbeirat West die letzte Zusammenkunft in dieser Legislaturperiode war, wohnte Christine Klein erstmals im Amt der Bürgermeisterin einer Sitzung des Gremiums bei. Als Bewohnerin der Weststadt hatte Klein in der Vergangenheit als Bürgerin häufiger an den Versammlungen teilgenommen. Die Rathauschefin dankte den Ortsbeiratsmitgliedern für ihr Engagement und blickte zukünftiger „guter, vertrauensvoller, überparteilicher Zusammenarbeit“ freudig entgegen.

Thematischer Mittelpunkt der Sitzung war zum wiederholten Male die Änderung des Flächennutzungsplanes sowie die Änderung und Erweiterung des Bebauungsplanes Stubenwald II im Zusammenhang mit dem Umzug der Sanner GmbH vom Auerbacher Stammsitz auf ein drei Hektar großes Grundstück im Gewerbegebiet.

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Die Argumente zu diesem Komplex sind ausgetauscht. Die dem Ortsbeirat neu vorgelegte Beschlussvorlage der Verwaltung wurde mit einer Gegenstimme verabschiedet. „Ich halte das für einen Fehler“, sagte Volker Massoth (GLB). Grundsätzlich begrüße er die Bestrebung, ein alteingesessenes Unternehmen vor Ort halten zu wollen, allerdings ginge der Stadt durch die Versiegelung landwirtschaftlicher Fläche ein weiteres Stück Boden-Biodiversität verloren, das nicht kompensiert werden könne.

Harald Boeddinghaus (FDP) störte sich an der Versiegelung der Fläche. Letztlich müsse man aber auch die positiven wirtschaftlichen Auswirkungen (Arbeitsplätze, Steuereinnahmen) im Blick haben, die mit dem Verbleiben des Unternehmens in der Stadt verbunden seien. In der Beschlussvorlage würden alle Aspekte des Projekts in einem tragfähigen Kompromiss zusammengeführt, meinte Boeddinghaus.

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Franz Apfel brachte die Zustimmung der Bürger für Bensheim (BfB) zur Beschlussvorlage zum Ausdruck und erinnerte an die drei Hektar „hochwertige“ Siedlungsfläche in Zell und Fehlheim, die im Gegenzug für die Erweiterung im Stubenwald aus der Planung genommen wird. Michael Sydow erklärte die Unterstützung der SPD zum Sanner-Umzug, gerade mit Blick auf den Anteil an bezahlbaren Wohnraum, der nach der Umsiedlung auf dem Werksgelände in Auerbach entstehen soll. „Wir brauchen diesen Wohnraum in der Stadt.“

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Nicht ganz glücklich war man im Ortsbeirat mit der Wahl der Ausgleichsflächen, die unter anderem Alois Hillenbrand (FWG) monierte. Vorgesehen als Ausgleich für den Flächenverbrauch im Stubenwald ist ein Areal am Melibokus, eine Alternative würde sich in Langwaden bieten, erläuterte Michael Schweiger, vom Auerbacher Planungsbüro Schweiger und Scholz, das mit dem Sanner-Projekt befasst ist. Ausgleichsflächen im Bensheimer Westen würde es aktuell nicht mehr geben, erläuterte der Fachmann weiter.

Unschärfen aufgelöst

Volker Massoth und Stadtverordnete Doris Sterzelmaier (GLB) machten auf einige Unschärfen in der Formulierung in der Beschlussvorlage, etwa im bei den Punkten Artenschutzprüfung oder Wasserschutz, aufmerksam, die Schweiger auflösen konnte.

Der Planer betonte zudem, dass der „volle Ausgleich“ der Biotopwertigkeit der Fläche innerhalb des Planungsgebietes vorgenommen werde.

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