AdUnit Billboard
Dorfentwicklung - Im Rahmen der Dorfentwicklung müssen die Stadtverordneten ein Konzept auf den Weg bringen / Öffentliche Projekte zusammengestellt

Stadtteile wollen mehr aus sich machen

Von 
Jeanette Spielmann
Lesedauer: 
Die Weiterentwicklung des Hochstädter Hauses steht unter anderem für Hochstädten im IKEK-Konzeptentwurf. © Neu

Bensheim. In ihrer letzten Sitzung vor der Sommerpause am 15. Juli muss die Bensheimer Stadtverordnetenversammlung auch den im Rahmen der Dorfentwicklung Bensheim entstandenen Entwurf des Integrierten Kommunalen Entwicklungskonzepts (IKEK) beschließen. Damit ist allerdings noch kein grünes Licht für die zusammengestellten öffentlichen Projekte gegeben.

AdUnit Mobile_Pos2
AdUnit Content_1

Das IKEK muss der WIBank vorgelegt werden und die muss das Konzept abnehmen, wobei Änderungen nicht ausgeschlossen sind. Das muss vor der Sommerpause erfolgen, damit die Stadtverordnetenversammlung die dann endgültige Fassung wie vorgesehen am 7. Oktober verabschieden kann. Dann bleiben gerade noch vier Tage, um die gesamtkommunale Maßnahme mit der entsprechenden Förderung zu beantragen. Der letzte Termin in diesem Jahr ist am 11. Oktober. Die nächste Möglichkeit ist dann erst wieder im Mai 2022. Doch mit den Maßnahmen und der städtebaulichen Beratung der privaten Immobilieneigentümer möchte man gerne schon im Frühjahr 2022 beginnen.

Aktuell beinhaltet der IKEK-Entwurf 34 öffentliche Maßnahmen, mit denen sich die betroffenen acht Ortsbeiräte in der aktuellen Sitzungsrunde zu beschäftigen hatten. Auerbach, Mitte und West sind aufgrund ihrer Größe nicht dabei. Alle Projekte waren seit Mai 2020 im Rahmen von vier Online-Veranstaltungen, Ortsteilspaziergängen und einem Bürgerforum entwickelt worden. Neben den Maßnahmen mit einem geschätzten Kostenvolumen von rund vier Millionen Euro (der Eigenanteil der Stadt liegt bei 2,2 Millionen Euro), beinhaltet das Konzept außerdem eine umfangreiche Bestandsaufnahme und Analyse der Ausgangssituation, eine Einschätzung der Zukunftsfähigkeit der Stadtteile sowie eine Stärken-Schwächen-Analyse.

Weder sehr gut noch schlecht

So kommt das Fachbüro zu der Feststellung, dass bei keinem der acht Stadtteile eine sehr gute Ausgangslage vorliegt. Aber eine schlechte Ausgangslage in Verbindung mit dem hohen Risiko eines drohenden Funktionsverlustes lasse sich ebenso wenig feststellen. Fehlheim, Gronau, Hochstädten, Schönberg und Zell wird eine gute Ausgangslage und Entwicklungsperspektive attestiert. Auch gebe es nur ein geringes Risiko, dass diese Stadtteile ihre bislang vorhandenen Funktionen und Angebote verlieren.

AdUnit Mobile_Pos3
AdUnit Content_2

In Langwaden, Schwanheim und Wilmshausen wird eine befriedigende Ausgangslage und Entwicklungsperspektive mit einem mittleren Risiko des Funktionsverlustes gesehen, wobei Schwanheim besser und Wilmshausen am schlechtesten eingeschätzt wird, insbesondere wegen des mangelnden Angebots an sozialer Infrastruktur und an Freizeit- und Engagementmöglichkeiten.

Neun der 34 Projekte sind stadtteilübergreifend und gelten für alle. Dazu gehören das Gesamtkonzept zur Schaffung von Begegnungs- und Mehrgenerationenplätzen, das Konzept für Bänke, Mülleimer und Beleuchtung auf öffentlichen Wegen und Straßen und Hinweisschilder an historischen Gebäuden in allen Stadtteilen. Im Bereich der Nahversorgung, lokalen Landwirtschaft und sozialen Infrastruktur sind das eine Veranstaltungsreihe „Ehrenamt und Willkommen in der Nachbarschaft“, Reparaturcafé/Tauschbörse und die Erstellung eines Direktvermarkter-Konzeptes.

Ebenso für alle gilt ein Innenentwicklungsmanagement, die städtebauliche Beratung von Immobilieneigentümern und die fachliche Begleitung der Umsetzung.

Fehlheimer Projekte sind eine Machbarkeitsstudie zur Verbesserung des Dorfgemeinschaftshauses, ein Konzept zur Gestaltung der Ortsmitte, Standortsuche und Bau eines „Dirt-Pumptracks“, ein Stromanschluss für den Juxplatz, ein Dorfcafé sowie ein Nutzungskonzept und funktionale Verbesserung des alten Rathauses. Gemeinsam mit Schwanheim soll eine Machbarkeitsstudie für die Zusammenlegung der beiden Sportplätze erstellt werden, und der Bau eines gemeinsamen Kindergartens steht ebenfalls im Konzept.

AdUnit Mobile_Pos4
AdUnit Content_3

Besseres Freizeitangebot

In Schwanheim geht es außerdem um ein Konzept und die Gestaltung einer Ortsmitte vor der Kirche und ein Nutzungskonzept sowie eine funktionale Verbesserung des alten Rathauses.

Gronau möchte eine funktionale Verbesserung des Dorfgemeinschaftshauses, ein Konzept zur Umfeld- und Platzgestaltung beim alten Rathaus, Workshops zur Verbesserung des Freizeitangebotes für Jugendliche sowie ein Konzept und barrierefreier Umbau für die Nutzung des alten Rathauses.

Bezüglich des nicht aufgeführten barrierefreien Zugangs zur Kirche ging Ortsvorsteher Hebenstreit davon aus, dass hier die Kirche im Rahmen der privaten Maßnahmen einen Antrag stellen müsste.

Nie mit dem Ortsbeirat besprochen

Kritik geübt wurde an der im Anhang zum Dorfentwicklungskonzept aufgeführten sogenannten „potenziellen Abrundungsfläche“ zwischen Wohnbebauung und Sportplatz. Es betrifft den kompletten Bereich zwischen Enserbühlweg, Baumreihe, Hambacher Straße und Lohrbach. Darüber sei mit dem Ortsbeirat aber nie gesprochen worden. Nach einstimmigem Beschluss des Ortsbeirates soll diese Fläche aus der Planung gestrichen werden.

Für Hochstädten stehen fünf Einzelmaßnahmen im Konzeptentwurf: ein Konzept zur Weiterentwicklung des Hochstädter Hauses, eine Konzeption zur Platzgestaltung „Mühltalstraße/Malchenweg“, ein Konzept zur Verschönerung des Dorfeingangs, ein Runder Tisch „Sauberes/Schönes Hochstädten“ sowie ein Sanierungskonzept und Umbau des alten Schulhauses.

Projekte in Langwaden betreffen die Grünflächengestaltung „Ecke Jängersburger Straße 6“, ein Konzept zur Gestaltung des Landwirtschaftswegs südlicher Ortsrand und die Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses.

In Schönberg hatte es die einzige Gegenstimme bei der Abstimmung über das IKEK gegeben. Die Ablehnung von Ortsvorsteher Michael Lortz lag allerdings darin begründet, dass die umfangreichen Unterlagen sehr kurzfristig vorgelegt worden waren.

Die gewünschten Maßnahmen in Schönberg betreffen die Aufwertung der Grünfläche an der Teichanlage „Am Rosengrund“, außerdem soll eine Machbarkeitsstudie über Möglichkeiten aufklären, die Lauter zugänglich zu machen.

In Wilmshausen gibt es keine speziellen Einzelprojekte, doch geht man davon aus, dass der Spielplatz „Im Hardweg“ im Rahmen der Dorfentwicklung ertüchtigt wird.

Nachhaken musste der Zeller Ortsvorsteher Hans-Peter Ott im Vorfeld der Ortsbeiratssitzung, da neben dem Konzept und der Realisierung bezüglich der Zugänge/Wasserspielplatz am Meerbach die Platzgestaltung vor dem Dorfgemeinschaftshaus aus dem Konzept verschwunden war. Es soll aber als weitere Maßnahme aufgenommen werden.

Freie Autorin

AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1