Neues Angebot - Shuttle fährt im Halbstunden-Takt vom Aldi-Parkplatz aus / Kosten belaufen sich auf 11 600 Euro Sonntags mit dem Bus zum Fürstenlager

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Dirk Rosenberger
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Bensheim. Es ist ein erster Versuch, die für Anlieger ärgerliche Parksituation rund um das Fürstenlager in Auerbach zu entzerren: Ab sofort fährt immer sonntags und an Feiertagen ein Shuttlebus vom Aldi-Parkplatz am Berliner Ring Richtung Bachgasse und darüber hinaus zum Hochstädter Haus.

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Zum Start trafen sich am Sonntagmorgen die Projektpartner am Ausgangspunkt des Rundkurses. Der zuständige ehrenamtliche Stadtrat Andreas Born sprach davon, dass man „in kürzester Zeit etwas geschaffen hat“. Seinen Angaben zufolge hat man vor zweieinhalb Monaten mit den Gesprächen und Planungen angefangen. Anlieger hatten sich zuvor in einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossen und den Druck auf die Stadtverwaltung erhöht, an der verfahrenen Situation etwas zu ändern. Born betonte, dass man mit dem neuen Angebot die Hoffnung verbinde, die Lage ein bisschen zu entschärfen.

Testphase läuft drei Monate

Der Transfer ist für die Passagiere in der dreimonatigen Testphase bis Ende Oktober kostenlos. „Danach werden wir schauen, wie es angenommen wurde und das Ergebnis auswerten“, erläuterte Susanne Király, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen. Der Staatspark fällt in den Zuständigkeitsbereich der Landesbehörde. Király bewertete die Einrichtung des neuen Services als „sehr gute Idee“. Er könne mit dazu beitragen, dass sich mehr Touristen dazu entschließen, ohne Auto anzureisen, schließlich sei ein Halt des Busses am Auerbacher Bahnhof.

Der Shuttle fährt von 10 bis 18 Uhr im Halb-Stunden-Takt mit zwei einstündigen Pausen, bedingt durch die Ruhezeiten des Fahrers. Vom Aldi-Parkplatz geht es zunächst an den Auerbacher Bahnhof, von dort aus wird die Haltestelle der Behindertenhilfe an der B 3 (Kronepark) angefahren. Nächster Halt ist der Parkplatz an der Bachgasse kurz vor dem Abzweig ins Fürstenlager. Endstation und Wendepunkt ist das Hochstädter Haus, was auch Vorteile für die Anbindung dort mit sich bringt. Darauf wies Teamleiterin Lisa Wächter (Straßenverkehr) hin. Von Hochstädten fährt der Bus in umgekehrter Reihenfolge zum Parkplatz des Discounters zurück.

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Wächter erklärte, dass bei der Ausarbeitung der Pläne die 30-Minuten-Taktung wichtig gewesen sei. Längere Wartezeiten würden wahrscheinlich von den potenziellen Mitfahrern nicht angenommen. Die Fahrtzeit vom Berliner Ring zum Ausstieg Fürstenlager beträgt zehn Minuten, drei Minuten später erreicht der Bus das Hochstädter Haus. Die erste Abfahrt ist sonntags immer um 10.10 Uhr, die letzte vom Parkplatz Berliner Ring aus um 17.40 Uhr. Wer mitfahren möchte, braucht keinen Fahrschein, sondern kann einfach einsteigen.

Hinweisschilder sollen Besucher über den Bus-Shuttle der Verkehrsgesellschaft Gersprenztal (VGG) informieren. Die Fahrpläne hängen an den Haltestellen aus und sind über die Website www.vrn.de abrufbar. Die Kosten für die Projektphase in Höhe von 11 600 Euro teilen sich Stadt Bensheim und Schlösserverwaltung.

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Deren Dank galt bei der Einweihung der Firma Aldi Süd. Dass der Regionalverkaufsleiter des Konzerns den Parkplatz an Sonn- und Feiertagen zur Verfügung stellt, sei nicht selbstverständlich. Samstags, wenn sich das Fürstenlager ebenfalls großer Beliebtheit und hoher Besucherzahlen erfreut, kann der Bus nicht eingesetzt werden – die Filiale hat bekanntlich geöffnet, die Stellplätze sind dann ausschließlich für die Kunden reserviert.

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„Uns fehlen dann die Flächen zum Parken“, merkte Lisa Wächter an, die sich Vorschlägen für Alternativen an Samstagen offen zeigte. Allerdings hat die Verwaltung in den vergangenen Monaten schon intensiv gesucht und war dankbar, dass man mit Aldi erfolgreich ins Gespräch kam. Wächter wies darauf hin, dass begleitend zum neuen Angebot an den Wochenenden die Kontrollen von Stadtpolizei und Polizei an den Zufahrten zum Fürstenlager verschärft werden.

Damit einher ging bereits eine Änderung der Beschilderung. Wo zuweilen das Parken noch geduldet wurde, herrscht nun absolutes Halteverbot. Ob der Bustransfer auf großen Zuspruch stößt oder ein vergeblicher Lösungswegs für eine schwierige Situation bleibt, werden die nächsten Monate zeigen. Am Sonntag hielt sich der Andrang erwartungsgemäß (noch) in Grenzen. Wie die VGG auf Nachfrage über die Stadt Bensheim mitteilte, nutzten 38 Personen über den Tag verteilt das Angebot.

Redaktion