Seit mehr als einem Jahr im Wahlkampfmodus

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Beim Thema Mobilität haben die Bensheimer Grünen eine klare Reihenfolge: Erst Fußverkehr, dann das Fahrrad, und erst danach das Auto. „Wir wollen eine menschengerechte Stadt“, so Fatemeh Schmidt, die bei der Kommunalwahl auf Listenplatz fünf steht.

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Dazu gehörten der Ausbau von Fuß- und Radwegen, ein attraktiverer ÖPNV sowie eine qualitative und quantitative Drosselung des lokalen Kfz-Aufkommens. Der Ortsverein plädiert für Tempo 30 innerorts. Bundesstraßen mit separatem Radweg und gut ausgebaute Verbindungen zwischen den Stadtteilen sollen davon ausgenommen bleiben.

Die grüne Sozialpolitik spricht sich nicht nur für die Stärkung von Familien und die Unterstützung sozial benachteiligter und behinderter Menschen aus. Einen breiten Raum nehmen im Wahlprogramm auch Aspekte wie Gender-Gerechtigkeit, Feminismus und bürgerschaftliche Vielfalt ein. Die Stadtgesellschaft soll weltoffen und interkulturell sein und jedem Einzelnen maximale Teilhabe ohne jede Form von Diskriminierung ermöglichen. Bei Neueinstellungen im Rathaus wird eine Quote für mehr Frauen in leitenden Positionen angestrebt. Der Anspruch an global gerechte Strukturen müsse sich konkret auf kommunaler Ebene widerspiegeln.

Die Bensheimer Grünen gehen zuversichtlich in die Kommunalwahlen. Auch der zurückliegende Bürgermeisterwahlkampf mit dem eigenen Kandidaten Manfred Kern könnte sich auf das Ergebnis positiv auswirken. Das sehen beide Spitzenkandidaten ähnlich: „Das wird uns zumindest nicht schaden“, so Doris Sterzelmaier. Im Grunde befinde man sich seit über einem Jahr im Wahlkampfmodus.

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Auch Moritz Müller geht davon aus, dass die verstärkte Präsenz im Kontext der Frage nach der Rathausnachfolge viele grüne Themen stärker in die Öffentlichkeit transportiert habe, als dies ohne eine Bürgermeisterwahl passiert wäre. Auch, wenn es Manfred Kern nicht in die Stichwahl geschafft hat, hätte es ohne ihn wohl kaum einen Wechsel im Rathaus gegeben, ist Müller überzeugt. „Wir wollten den Wandel, und der ist eingetroffen.“

Im Übrigen sei man inhaltlich ohnehin sehr nah an den Positionen der neuen Bürgermeisterin Christine Klein gewesen. tr