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Bauausschuss - Magistrat muss Werbekampagne starten

Schottergärten verhindern

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dr
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Bensheim. In Bensheim wird es vorerst keine eigenständige Grünflächen-Satzung geben. Im Bauausschuss gab es für diesen Teil des Antrags von Grünen, BfB und FWG keine Mehrheit. Die drei Fraktionen wollten damit erreichen, dass unbebaute oder nicht anderweitig zulässig genutzte Flächen im Siedlungs- und Gewerbegebiet begrünt werden. Außerdem wollte man damit die wenig beliebten Schottergärten verhindern.

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Die Koalition aus CDU, SPD und FDP wollte allerdings keine neue Satzung. „Der Gesetzgeber sollte hier nicht eingreifen“, meinte Thorsten Eschborn für die Liberalen. Zudem stünde in vielen Bebauungsplänen bereits seit Jahren drin, was erlaubt ist und was nicht. So dürfe man am Hemsberg beispielsweise vor dem Haus keinen Nutzgarten anlegen.

Mehrheitsfähig bei Enthaltung von Eschborn war jedoch der zweite Teil des Antrags. Der Magistrat wird – sofern die Stadtverordnetenversammlung zustimmt – beauftragt, eine Info- und Werbekampagne zur Umgestaltung bereits angelegter Schottergärten über die städtische Umweltberaterin aufzulegen und ein Info-Blatt mit besonders insektenfreundlichen Pflanzen für Gärten als Hilfestellung zu erstellen.

„Die Zunahme der Schottergärten stört das innerstädtische Kleinklima, vermindert den Lebensraum und die Blühpflanzen und somit die Nahrung für viele Insekten“, begründeten Grüne, FWG und BfB ihren Vorstoß. Zumal eine rechtliche Überprüfung in Einhausen ergeben habe, dass eine solche Satzung durchaus ein sinnvolles Instrument zur Vermeidung künftiger Steinwüsten sei.

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Mit der Satzung wird es jetzt zwar nichts, aber immerhin soll durch den Vorstoß weitere Aufklärungsarbeit geleistet werden.

In Einhausen hatte man sich Ende Mai in der Gemeindevertretersitzung übrigens ebenfalls gegen ein grundsätzliches Verbot zur Neuanlage von Schottergärten ausgesprochen. Stattdessen setzt man dort auf Aufklärung und Anreize. Sprich: Dort wurde im Prinzip schon der gleiche Beschluss gefasst, wie er jetzt im Bensheimer Stadtparlament ansteht.

Mittelfristig soll jedoch ein Programm oder eine kommunale Förderrichtlinie zur „grünen Gartengestaltung“ konzipiert werden, auf deren Basis private Eigentümer bei der Umgestaltung ihrer Grundstücke unterstützt werden können. In der Nachbarstadt Lorsch hatte man kurz zuvor ebenfalls über ein Zehn-Punkte-Anreiz-Programm für eine grünere Gartengestaltung diskutiert. Bensheim befindet sich demnach in guter Gesellschaft, zumal in der größten Stadt im Kreis seit einiger Zeit in Bebauungsplänen festgeschrieben wird, dass die Hausbauer von einer steinzeitlichen Anmutung auf ihrem Grundstück Abstand zu nehmen haben. dr

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