Trinkwasser I: Bakterienbelastung verbietet das Einspeisen / Ortung der Quellfassungen als Basis für weitere Schutzmaßnahmen noch nicht abgeschlossen Quellen sind zurzeit vom Netz abgehängt

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Michael Ränker

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Zwingenberg. Die Trinkwasserquellen der Stadt Zwingenberg spielen nur noch eine untergeordnete Rolle bei der Versorgung der Bürger, denn meistens hängen sie nicht am Netz. Dafür gibt es laut Bürgermeister Dr. Holger Habich auch gute Gründe, wie er dem Parlament jetzt auf Anfrage der SPD erklärte:

"Das Rohwasser ist mikrobiologisch zu beanstanden, da coliforme Bakterien beziehungsweise Bakterien des Typs Escherichia coli nachgewiesen werden können." Das habe die Stadt in der Eigenschaft als Wasserversorgungsunternehmen bereits Mitte August des vergangenen Jahres dazu veranlasst, die drei Quellen vom Netz zu nehmen. Gegenwärtig wird Zwingenberg also ausschließlich mit Wasser aus einem Brunnen westlich des Tiefbehälters an den Bahngeleisen sowie aus Vorkommen des Wasserbeschaffungsverbands Riedgruppe Ost versorgt.

Gesundheitsamt eingeschaltet

Das Abhängen der Quellen vom Netz habe er (Habich) "als verantwortlicher Betriebsleiter" veranlasst und damit gemäß "einer Vorgabe des Kreisgesundheitsamts" gehandelt, ließ der Rathauschef die Kommunalpolitiker wissen und ergänzte: "Die Anordnung ist unbefristet und nicht mit Auflagen im Rechtssinne versehen, es wurden jedoch verschiedene Vorgaben gemacht, die erfüllt sein sollen, um die Quellen wieder ans Netz zu nehmen."

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Zu den "grundsätzlichen Anmerkungen" des Kreisgesundheitsamtes "im Sinne von Empfehlungen zur weiteren Vorgehensweise" gehören die Ortung der Quellfassungen sowie verschiedene bauliche Maßnahmen in den Quellkammern. Habich nannte als Beispiel die Abdeckung der offenen Wasserflächen sowie eine Prüfung des wasserführenden Anstrichs.

Vollständig ausschließen lasse sich eine Verunreinigung des Quellwassers, das - wie in Zwingenberg - in Waldgebieten gewonnen werde, nach Angaben des Verwaltungschefs jedoch nicht. Habich: "Allerdings kann es hilfreich sein, den Bereich der Quellfassung einzuzäunen." Dazu sei müsse jedoch der exakte Fassungsbereich der Quellen lokalisiert werden.

Projekt für Studenten

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Einen Auftrag dazu habe die Stadt gemäß eines Parlamentsbeschlusses an die Technische Universität Darmstadt, Institut für Geowissenschaften, im Mai 2008 gegeben. Damit sei man auf ein Angebot des in Zwingenberg lebenden Hochschulprofessors Dr. Rafael Ferreiro Mählmann zurückgekommen, der mit einer Studentengruppe die Quellen erfassen wollte.

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Habich in der Beantwortung der SPD-Anfrage zum Thema Quellen weiter: "Diese Aufgabe sollte noch im Sommersemester 2008 erledigt sein und der Bericht im Wintersemester 2008 vorgelegt werden." Später habe sich dann aber seitens des Instituts ergeben, "dass sich das Studienprojekt zunächst nur auf die Weidentalquelle konzentrieren soll und es auch nicht die angedachte Ortung, sondern lediglich Voruntersuchungen zum Gegenstand haben wird". Im Januar habe Professor Ferreiro Mählmann mitgeteilt, dass er bis Ende des Semesters einen Bericht zusammenstellen wird und die weitere Vorgehensweise mit der Stadt besprechen werde.