Kommunalpolitik - Grüne fordern digitales Konzept in Abstimmung mit dem Einzelhandel / Zustimmung im Haupt- und Finanzausschuss Online-Schaufenster für die Innenstadt

Von 
Dirk Rosenberger
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Bensheim. Der Druck auf den Einzelhandel ist groß – und wird in den nächsten Wochen nicht geringer werden. Im Gegenteil: Durch den anhaltenden Lockdown werden viele Geschäfte mehr denn je um ihre Existenz kämpfen müssen. Für die Innenstadt, die schon vor der Corona-Pandemie vor einer ungewissen Zukunft stand, braucht es deshalb Ideen und vor allem praktikable Lösungen.

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Die Grünen haben nun im Haupt- und Finanzausschuss erfolgreich ein Konzept für ein Online-Schaufenster gefordert. Das soll gemeinsam mit Einzelhändlern und Gewerbetreibenden erarbeitet werden. Vorstellbar sei ein Online-Shop, in dem alle Anbieter ihre Produkte einstellen können, in dem zentral und nur mit einem Kundenkonto bestellt und bezahlt werden könnte. Der „Click-and-Collect-Service“ sowie ein Lieferservice auch per E-Lastenräder soll Berücksichtigung finden.

Bevor Tatsachen geschaffen werden, müssen aber die Kosten vorgelegt werden, danach soll das Stadtparlament entscheiden. „Uns ist es wichtig zu schauen, dass wir den Einzelhandel und die Gewerbetreibenden fördern können“, betonte Doris Sterzelmaier (GLB). Ein einheitliches Portal sei wichtig. Es solle möglichst einfach sein für die Geschäfte, daran teilzunehmen. Es solle aber auch genauso einfach für die Bensheimer sein, das Angebot zu nutzen.

Aus dem Innenstadtdialog und dem Bürgernetzwerk heraus habe es schon Konzepte gegeben. „Aber da ist nie etwas verwirklicht worden“, so die Fraktionschefin. Man sehe das jedoch als sehr dringlich an, die Innenstadt brauche nun Hilfe.

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Bürgermeisterin Christine Klein bestätigte, dass noch viel zu tun sei. Aber das Stadtmarketing sei bereits dabei. Im Moment werde eine neue Internetseite erstellt. „Das braucht aber ein bisschen Zeit, das ist nicht von heute auf morgen gemacht.“ Ein erster Entwurf liege vor, sehr viel sei im Werden.

Lob für das Stadtmarketing

Tobias Heinz (CDU) hätte es nach eigenem Bekunden besser gefunden, zunächst den Sachstand abzufragen. Es seien schon Vorschläge von verschiedenen Seiten gekommen zu dem Thema, auch zu einer App oder einem Online-Marktplatz. „Nach unserer Auffassung war das auf dem Weg, vielleicht nicht so schnell, aber ausreichend für uns seitens der Politik“, bemerkte Heinz. Den Antrag hätte es nicht unbedingt gebraucht. Die Stadt habe zu Beginn der Corona-Zeit auch die Internetseite mit den Angeboten und Lieferdiensten der Geschäfte aufgelegt.

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Wenn die GLB dies mit einem Antrag verstärken möchte, sei es in Ordnung. „Aber die Arbeit muss an anderer Stelle gemacht werden.“ Wichtig sei, dass alle Akteure eingebunden werden und sich beteiligen.

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Jascha Hausmann (FDP) fand den Gedanken der GLB nachvollziehbar, er hätte sich aber eine andere Reihenfolge gewünscht. „Eigentlich sind doch solche Dinge schon am Laufen im Rahmen des Stadtmarketings, die seit der Gründung einen agilen Job machen. Das lässt sich gut an. Dort sollte das Thema angesiedelt sein, im Gespräch mit den Gewerbetreibenden vor Ort.“

Hausmann gab zu bedenken, dass nicht alle Einzelhändler eine zentrale Vorgehensweise bevorzugen, weil sie teilweise eigene Systeme etabliert hätten. Am Ende hole man sich deshalb vielleicht nicht ganz so viel Applaus ab wie gedacht.

Bei der Abstimmung gab es eine große Mehrheit für den Antrag, lediglich die FDP votierte wie angekündigt dagegen.

Redaktion