Hospizverein - Kurskonzept ist eine feste Größe im Bildungsprogramm / Auch digital gut umsetzbar Neue Kursleiterinnen für „Letzte Hilfe“

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red
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Beim Hospizverein haben sich fünf Frauen qualifiziert, um künftig Kurse in „Letzer Hilfe“ zu leiten. © Hospizverein

Bensheim. „Wir freuen uns sehr, dass ihr euch bereiterklärt habt, eure hospizliche Expertise in ,Letzte Hilfe’-Kursen an andere weiterzugeben. Ihr seid damit ein wunderbares Vorbild.“ Das bescheinigte Sabine Hehn aus dem Vorstand des Hospizvereins Bergstraße fünf Ehrenamtlichen, die sich als Kursleitungen qualifiziert haben.

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Sie sind fünf von mittlerweile 2500 Kursleitungen, die in Deutschland das Konzept der „Letzte Hilfe“-Kurse unterrichten. „Das ist für unsere Akademie eine tolle Chance, mit unseren Ehrenamtlichen zusammen diese Kurse anzubieten. So können wir den Bürgern der Region künftig noch mehr Gelegenheiten anbieten, sich über Fragen rund ums Lebensende zu informieren und mit anderen ins Gespräch zu kommen“, unterstreicht auch Swantje Goebel aus dem Akademieteam den hohen Wert der Mitarbeit von erfahrenen Sterbe- und Trauerbegleiterinnen in der Bildungsarbeit.

Drei der fünf Damen haben sich qualifiziert, „Letzte Hilfe“-Kurse für Erwachsene durchzuführen. Zusammen mit Doris Kellermann aus dem Akademieteam kamen sie sowohl in Präsenzkursen als auch in Online-Schulungen schon zum Einsatz. Die beiden frischgebackenen Kursleitungen für „Letzte Hilfe Kids“ müssen sich noch gedulden, denn die Kurse für Kinder und Jugendliche werden ausschließlich in Präsenz durchgeführt, was coronabedingt momentan nicht möglich ist.

Nachdem die hauptamtlichen Koordinatorinnen des Hospizvereins schon seit 25 Jahren in Schulen oder kirchlichen Gruppen über ihre Arbeit berichten, ist das Angebot von speziellen „Letzte Hilfe“-Kursen für Kinder und Jugendliche ein neues attraktives Angebot für diese Zielgruppe. Die Kursleitungen haben viel Erfahrung im Umgang mit den Kindern und können auf spielerische Weise mit einem bunten Strauß an Methoden an das Thema herangehen.

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„Wir sind froh, die ,Letzte Hilfe’-Kurse in unserem Bildungsprogramm als feste Größe anbieten zu können. Im Gegensatz zu vielen anderen Angeboten konnten wir dieses Kurskonzept mühelos als Digitalformat anbieten, so dass wir mit unseren Kursen Menschen im ganzen deutschsprachigen Gebiet erreichen“, erläutert Doris Kellermann, die seit fünf Jahren regelmäßig solche Kurse hält, die momentane Handhabung.

Das Kurskonzept ist weltweit erfolgreich und vielfach ausgezeichnet. Erst kürzlich hat der Initiator des Projekts, der Palliativmediziner und Wissenschaftler Dr. Georg Bollig, dafür den Heinrich-Pera-Preis verliehen bekommen. Angelehnt an die Erste Hilfe hat Bollig gemeinsam mit seinem Team von Fachexperten das Konzept von „Letzte-Hilfe“- Kursen 2015 initiiert. Die Idee hinter dem Projekt: Alle Menschen lernen Maßnahmen, die eine optimale Begleitung von Sterbenden und die Beratung ihrer Angehörigen ermöglichen.

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Studien belegen, dass zwischen 70 und 80 Prozent aller Menschen sich wünschen, in den eigenen vier Wänden zu sterben, wenn der Zeitpunkt gekommen ist, heißt es in der Pressemitteilung des Hospizvereins. Der Bedarf, die vielen wichtigen Kenntnisse und Unterstützungsmöglichkeiten, zum Beispiel zu Mundpflege und Linderung von Durst, Übelkeit und Atemnot sowie der richtigen Vorsorgeplanung zu lernen, sei dementsprechend groß. Zusätzlich bestehe bei den meisten Angehörigen das Bedürfnis, mit anderen Menschen über die Themen Sterben und Tod zu sprechen sowie das Geschehen zu verarbeiten.

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Das von Bollig und seinem Team entwickelte Kursangebot hat diese Lücke geschlossen und bietet leicht erlern- und umsetzbare Ansätze für Angehörige, aber auch für Pflegende und andere Gesundheitsberufe an.

Unter dem Motto „Am Ende wissen, wie es geht“ sind bereits mehr als 30 000 Teilnehmer mit dem Ziel der Linderung von Leiden und der Erhaltung von Lebensqualität sterbender Menschen ausgebildet worden.

Ausgehend von Norddeutschland ist das Konzept seit Jahren und mittlerweile in 17 Ländern als „Last Aid Movement“ erfolgreich.

Das Kurskonzept ist Ausdruck einer positiven Haltung zum Leben – zu dem unvermeidlich auch der Sterbeprozess gehört.

Der Hospizverein Bergstraße und insbesondere die Abteilung Akademie freuen sich, in Kürze ihre neuen Schulungsräume am Wambolterhof beziehen zu können. Wenn die Coronaregeln es zulassen, werden dort neben den „Letzte Hilfe“-Kursen weitere praxisnahe Bildungs- und Begegnungsangebote umgesetzt werden. red