Frauentag II: Sozialpädagogin Irmgard Wagner, Lehrerin Ute Kohler und Landratskandidatin Katrin Hechler äußerten sich beim SPD-Familienfrühstück zum Thema Bildung Lebenslanges Lernen beginnt mit dem Tag der Geburt

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Zwingenberg. "Starke Kinder werden starke Erwachsene." Mit dieser präzisen Aussage läutete SPD- Stadträtin Ruth Jakobi die von Stadtverordneten Elke Mayer organisierte Referentinnen-Runde ein. "Bildung hat nichts mit Mathematik zu tun hat", sondern mit lebenslangem Lernen - vom Tag der Geburt an, machte Jakobi deutlich.

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Dass sich die Stadt Zwingenberg gerade in Sachen Kinder- und Familienförderung auf einem guten, wenn auch auf einem noch langen und steinigen Weg befindet, hoben die Expertinnen positiv hervor.

Damit Kinder zu selbstbewussten, verantwortungsvollen Persönlichkeiten reifen, ist laut Sozialpädagogin Irmgard Wagner von klein auf eine Atmosphäre der Anerkennung und Unterstützung unabdingbar. Erst wenn ein Kind eine Rückmeldung über sein Verhalten bekommt, ist es später in der Lage, schwierige Situationen zu meistern. Ein Kind muss gewollt, geliebt und anerkannt werden. Es muss experimentieren, Normen und Werte hinterfragen und sich mit der Welt auseinandersetzten dürfen. Und es braucht den Umgang mit anderen Kindern und die Begegnung mit Andersdenkenden, um das "richtige Maß im Miteinander zu finden".

Da viele Eltern heute nicht mehr in der Lage sind, diese Grundbedingungen zu erfüllen, hält Wagner ein gut aufeinander abgestimmtes Bildungssystem, das sich auch an den Bedürfnissen der Frauen orientiert, für immens wichtig. Beispiel Wiedereinstieg in den Beruf, längere, beziehungsweise flexiblere Betreuungszeiten, besser ausgebildete und bezahlte Erzieherinnen und kleinere Gruppen in Tageseinrichtungen. "Wir lernen nie mehr so schnell und so viel wie im ersten Lebensjahr", machte die Referentin deutlich und damit transparent, dass Lernen und Bildung nicht erst in der Schule beginnt.

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Für die ehemalige Schulrektorin Ute Kohler hat sich der Schulalltag in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. In den Klassen gibt es eine sehr hohe Fluktuation, Kinder müssen sich immer wieder neu eingewöhnen. Die reine Wissensvermittlung (80 Prozent) hat zugunsten der Wertevermittlung und Lösungen von Konflikten zurückstecken müssen. Inzwischen hält sich der Aufwand mit jeweils 50 Prozent Wissen/Emotionale Stärkung, die Waage.

Eine noch engere Zusammenarbeit aller Institutionen, eine noch bessere Vernetzung, hält Ute Kohler deshalb für erforderlich. In Zwingenberg funktioniere dies zwischen Kitas und Schule inzwischen äwunderbarô.

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"Glücklich über das, was wir in Zwingenberg bereits erreicht haben", äußerte sich die Mitbegründerin der Kleinkinderbetreuung "Zwingenberger Zwerge" beziehungsweise des Dachvereins "Zwingenberger Pro Kind", Katrin Hechler. Grund zum Stillstand gebe es allerdings nicht. Stattdessen plädierte die Kommunalpolitikerin für noch mehr Qualität und Flexibilität in der Kinderbetreuung.

"Reparaturbetrieb"

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Als "Reparaturbetrieb" mit einem immensen Nachholbedarf bezeichnete die Landratskandidatin die Familienpolitik des Kreises, auch in Sachen Integration. Die Förderung müsse viel früher, nicht erst dann, wenn das "Kind in den Brunnen gefallen ist", einsetzen. gs