Wirtschaft - Unternehmensgründer Edbill Grote vom Standort Deutschland enttäuscht

HTV soll verkauft werden

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Bensheim. Edbill Grote ist enttäuscht. Mit dem Standort Deutschland habe er am liebsten gar nichts mehr zu tun. Der Bensheimer Unternehmer ärgert sich über eine seiner Meinung nach mangelnde Wertschätzung der heimischen Wirtschaft.

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Wer etwas Neues aufbauen wolle, werde meistens allein gelassen. Grote will eine Ignoranz bei Behörden und eine kollektive Lethargie erkannt haben, wenn es darum gehe, Perspektiven zu erkennen, den deutschen Mittelstand zu fördern und somit wertvolles Know-how im eigenen Land zu sichern.

Befeuert wurde seine kritische Haltung von einem Briefwechsel aus dem Jahr 2018: Die Anfrage nach finanziellen Mitteln zum Aufbau einer Produktionsfabrik für den „unhackbaren“ HTV-Computer in Bensheim wurde vom Land Hessen ohne längere Begründung abgelehnt. Die Staatskanzlei hatte der Firma lapidar geraten, doch in den Odenwald zu gehen.

Dort könne man mit einer Förderung rechnen. Auch vom Bund und der EU hatte es keine Unterstützung gegeben. Für Grote ein Musterbeispiel für das Desinteresse der Politik am Erhalt des Wirtschaftsstandorts Deutschland.

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Seit einem halben Jahr hat er seinen privaten Wohnsitz in die Schweiz verlagert. Auch neue Geschäftsideen werde er künftig nur noch dort oder anderswo realisieren. Einen unternehmerischen Neustart im Nachbarland schließt er nicht aus. In Deutschland indes würden Kreativität blockiert und mutige Veränderungen verhindert, bemängelt er. „Darauf habe ich keine Lust mehr“, so Edbill Grote, der bereits mit neuen Projekten schwanger geht.

Vor 25 Jahren gegründet

Dabei handelt es sich um eine alternative Art der Energieerzeugung, das Konzept der Nullpunktenergie. Das physikalische Phänomen wurde bereits von Albert Einstein und Otto Stern entdeckt. Laut Grote ein elementares Thema mit enormem Potenzial für die gesellschaftliche Entwicklung der nächsten Jahrzehnte.

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Vor über 25 Jahren hatte er das damalige Testhaus „aus dem Nichts heraus“ mit seinem Geschäftspartner Thilo Tröller gegründet. Inzwischen in vielen Bereichen Marktführer, hat sich die GmbH sukzessive vergrößert und ihr Angebot als Firmengruppe mit den Sparten Programmierung, Langzeitkonservierung und Analytik beständig erweitert.

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Jetzt plant der Unternehmensgründer einen harten Schnitt: den Verkauf der Firma. „HTV soll veräußert werden“, bestätigt er gegenüber dem BA. Hintergrund ist der avisierte Rückzug der bisherigen Inhaber. Aktuell befindet sich das Unternehmen bereits in einer Übergangsphase. Neue Geschäftsführer beziehungsweise Prokuristen sollen die langjährigen Mitarbeiter Annemarie Maletic und Holger Krumme werden. Beide sind schon seit langem in verschiedenen Leitungspositionen des Konzerns tätig und sollen HTV wie bisher und im Sinne der Gründer – und unter gleichem Namen – weiter führen. Ein Käufer steht noch nicht fest. Es gebe aber bereits Gespräche mit diversen Interessenten. tr