Neujahrsempfang - Förderverein und Ortsbeirat präsentierten im Live-Stream ein abwechslungsreiches Programm Hochstädter Neujahrsgrüße diesmal digital

Von 
Gerlinde Scharf
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Susanne Sartorius, Vorsitzende des Fördervereins Heimatpflege Hochstädten , hielt beim digitalen Neujahrsempfang eine Ansprache. © Funck

Hochstädten. Premiere und Abschied: Der erste digitale Neujahrstreff von Hochstädten war am Freitag gleichzeitig die letzte offizielle Ansprache von Bernd Rettig als Ortsvorsteher. Nach mehr als 21 Jahren an der Spitze des Ortsbeirats wird er bei der Kommunalwahl im März nicht mehr kandidieren. Dass seine Neujahrsglückwünsche 2021 „ausgerechnet digital gesendet werden“, habe er sich noch vor Kurzem nicht vorstellen können, erklärte Rettig.

Tombola, Quiz und gute Unterhaltung

Dass die Hochstädter ihren Ideen schnell Taten folgen lassen, dürfte sich herumgesprochen haben. Neben der Stadt Bensheim hatten Ortsbeirat und Förderverein deshalb die Bürger zu einem separaten, digitalen Neujahrstreff eingeladen. Und damit dieser nicht allzu „trocken“ ausfiel, konnten die Teilnehmer vorab im Dorfladen eine Tüte mit Piccolo vom Weingut Rothweiler, Knabbereien, einem Glücksbringer und einem Tombola-Los erwerben.

Fünfzig Preise – vom Regenschirm bis zum Einkaufsgutschein – gab es zu gewinnen. Obendrein sorgte ein Quiz rund um Hochstädten, dessen Fragen online beantwortet werden konnten, für Unterhaltung und Spannung. Wer wusste beispielsweise, dass auf dem Gelände vor dem Hochstädter Haus mehr als 13 000 Pflastersteine verlegt wurden? Dass der „Hochstädter Stollen“ keine Weihnachtsbäckerei, sondern Herberge für zahlreiche Fledermäuse ist, dürfte hingegen kein Geheimnis gewesen sein.

In einer ebenso informativen wie bunten Diashow führte die Stadtteildokumentation mit Claudia Sosniak an der Spitze den Zuschauern des Neujahrstreffs am Smartphone, Tablet oder Computer die Schönheiten des Stadtteils vor Augen. Das Gesang- und Gitarrenduo Pandora Hopes begleitete die Veranstaltung musikalisch.

Nicht fehlen durften zwei Damen, die es zumindest in Hochstädten mittlerweile zu gewissem Ruhm gebracht haben: Erna Apfelbach, alias Gaby Dierig, und die Freifrau von Hochstädten, alias Petra Paschun-Paetke, die beide auf launige, muntere Weise das Ihre zum Gelingen des Neujahrsspektakels am Freitag beitrugen. gs

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Nachdem im Vorjahr die meisten Veranstaltungen im Hochstädter Haus der Pandemie zum Opfer gefallen waren, wollten Ortsbeirat und Förderverein Heimatpflege nicht auch noch darauf verzichten, zusammen mit möglichst vielen Dorfbewohnern und einem Glas Sekt interaktiv auf das neue Jahr anzustoßen „und dabei ein wenig Spaß zu haben“.

Allen technischen Problemen während des Testlaufs zum Trotz, moderierte Andreas Klemm am Freitag live und störungsfrei die Übertragung aus dem großen, leeren Versammlungssaal, den man flugs in ein TV-Studio umfunktioniert hatte.

Eine Hochstädter Premiere war der virtuelle Neujahrsempfang auf Youtube auch für Bürgermeisterin Christine Klein, die ihren Respekt gegenüber den Menschen im Ort für deren Gemeinschaftsgefühl bekundete. Probleme begreife man hier als Herausforderung und Anstoß zur Lösungsfindung. Gerade der Zusammenhalt, so Klein weiter, helfe auch der Stadt, durch schwierige Zeiten zu kommen: „Und Hochstädten ist ganz vorn dabei“, wie der digitale Neujahrstreff beweise.

Den Dorfladen unterstützen

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Abschließend dankte Klein dem Ortsbeirat, insbesondere Ortsvorsteher Bernd Rettig, dem Förderverein und der Stadtteildokumentation für die tolle Veranstaltung und die Arbeit in der Vergangenheit. An die Bürger richtete sie den Appell, den Hochstädter Dorfladen mit ihrem Einkauf zu unterstützen, „damit er bis zur Wiedereröffnung des Cafés gut durch die Durststrecke kommt.“

Susanne Sartorius, Vorsitzende des Fördervereins, begann ihre Neujahrsansprache mit einem Dank der Hochstädter an den ehemaligen Bürgermeister und einem Willkommensgruß an dessen Nachfolgerin: „Wir vermissen Rolf Richter und freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Christine Klein.“ Richter habe maßgeblich an der Verwirklichung des Hochstädter Hauses mitgewirkt und den Fortgang unterstützt und begleitet.

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Ortsvorsteher Bernd Rettig, dem Sartorius ebenfalls für seinen langjährigen, persönlichen Einsatz dankte, war es schließlich vorbehalten, Rück- und Vorschau zu halten. Dass der Betrieb des Cafés im Hochstädter Haus 2020 nur „sehr eingeschränkt“ möglich gewesen sei und während des Lockdowns komplett schließen musste (und keine staatlichen Zuschüsse erhält), schmerze sehr. Erfreulich sei die Umsatzsteigerung im Dorfladen, die noch Luft nach oben habe.

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Rettig erinnerte an die Verabschiedung von Frank Esinger, der 29 Jahre lang das Amt des Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr ausgeübt hat, und die Wahl von Michael Henkes zu seinem Nachfolger. Die Einweihung des Spielplatzes, die Fertigstellung des Stolleneingangs am ehemaligen Marmoritwerk mit der Aufstellung der Infotafeln und die erfolgreiche Teilnahme am Landeswettbewerb „Starkes Dorf – wir machen mit“ (5000 Euro gab es für die Bepflanzung rund ums Hochstädter Haus) fanden Platz im Rückblick. Weil die Weihnachtsfeier für Senioren nicht stattfinden konnte, wurden Tüten mit Hochstädter Produkten an die älteren Bürger verteilt. Dass die Außenanlagen am Hochstädter Haus im vierten Quartal weitgehend fertiggestellt wurden, bezeichnete Rettig als Erfolg, der vor allem einigen ehrenamtlichen Helfern zu verdanken sei.

Auf die Wunschliste für das Dorfentwicklungsprogramm und die Jahre 2021 und 2022 setzte Bernd Rettig unter anderem die Sanierung der alten Feuerwehrunterkunft, verkehrssichere Wege mit dem Bau eines Rad- und Fußweges nach Auerbach sowie die Sanierung des Kindergartens.

Dass Förderverein und Dorfladen-AG gemeinsam „Ideen und Strategien entwickelt haben, die den Weiterbetrieb des Ladens während des Lockdowns ermöglichen“ verdiene größten Respekt und erfordere Durchhaltevermögen, um wieder in die Gewinnzone zu kommen.

Freie Autorenschaft Seit vielen Jahren "im Geschäft", zunächst als Redakteurin beim "Darmstädter Echo", dann als freie Mitarbeiterin beim Bergsträßer Anzeiger und Südhessen Morgen. Spezialgebiet: Gerichtsreportagen; ansonsten alles was in einer Lokalredaktion anfällt: Vereine, kulturelle Veranstaltungen, Porträts. Mich interessieren Menschen und wie sie "ticken", woher sie kommen, was sie erreiche haben - oder auch nicht-, wohin sie wollen, ihre Vorlieben, Erfolge, Misserfolge, Wünschte etc.