Musikfestival Maiway - Nach der Corona-Absage planen Harry Hegenbarth und sein Team für Mittwoch eine Alternative / Details sind geheim Heimway als große Überraschungsparty

Von 
Dirk Rosenberger
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Einen roten Strich als Erkennungszeichen von Maiway wird es in diesem Jahr nicht geben. Stattdessen ist ein Online-Überraschungsevent geplant. © Lotz

Bensheim. Da wird man endlich volljährig, will seinen 18. gebührend feiern – und dann? Coronavirus, Pandemie, Kontaktbeschränkungen plus generelles Verbot von Massenaufläufen mit Partystimmung. Ein Festivalsommer für die Tonne, der viele Kulturschaffende nicht nur in Existenznöte, sondern in den Ruin treiben könnte.

Musikfestival Tausende feiern bei Maiway 2019

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Malte Kirsch
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Der Bensheimer Showmaker Harry Hegenbarth könnte – wie berichtet – auf großer Bühne mehr als nur ein Lied davon singen – wenn er es denn vor Publikum dürfte und er stimmlich gehobenen Ansprüchen genügt. Sechs seiner Veranstaltungen mussten abgesagt werden, darunter als zeitlich erstes das Musikfestival Maiway. Das hätte in diesem Jahr zum besagten 18. Mal die Massen in der Innenstadt erfreut. Besucherzahlen jenseits der 5000 waren in der jüngeren Vergangenheit keine Seltenheit. Im Zeichen von Covid-19 allerdings nicht vorstellbar.

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Livestream ab 19 Uhr

Der roure Schdrisch, wie man ihn kennt und liebt, wird sich am Mittwoch vor Christi Himmelfahrt nicht kreuz und quer durch die Stadt ziehen. Weil in einer Eventagentur aber Kreativität zu den Kernkompetenzen zählt, haben sich Hegenbarth und sein Team spontan eine Alternative einfallen lassen.

Die spielt sich, wie es in diesen Tagen modern geworden ist, komplett im virtuellen Raum ab. Unter dem Titel Heimway wird es an diesem Mittwoch (20.) von 19 bis 22 Uhr eine „große Überraschung“, so der 40-Jährige, geben. Live kann man sich davon unter www.mymaiway.de, auf Facebook und bei Youtube (showmakeable) überzeugen.

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Doch was genau steckt hinter den Andeutungen, was können die Fans des roten Strichs und solche, die es noch werden wollen, morgen erwarten? Aus nachvollziehbaren Gründen hält sich Harry Hegenbarth bedeckt. Eigentlich hätten bei Maiway 48 Bands auf 30 Bühnen spielen sollen. „Wir hatten ein großartiges Festival geplant. Jetzt dürfen die Leute aber die großartige Live-Musik nicht erleben.“ Man habe sich deshalb überlegt, wie man die Live-Musik zu den Menschen bringen kann. „Was wir damit genau meinen, möchte ich nicht verraten“, so der oberste Showmaker.

Fest steht, dass es den Live-Stream auf besagten Kanälen gibt. Gestreamt wird aus einem Studio heraus. Hegenbarth und Florian Schmanke sind als Moderatoren am Start. Beide hoffen auf viele Interaktionen mit dem virtuellen Publikum. So ist unter andere eine Live-Versteigerung über Ebay geplant. Was da genau unter den Hammer kommt, ist Verschlusssache.

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Mit der aufwendigen und breit aufgestellten Aktion will man zum einen den Verkauf der No-Show-Tickets weiter ankurbeln und Spenden generieren, die über Paypal abgegeben werden können. Bisher haben sich deutlich mehr als 500 Fans Solidaritätstickets gekauft. An den Einnahmen beteiligt werden laut Hegenbarth die Gastronomen, die sonst eine Bühne in ihren Räumen gehabt hätten, die Techniker und Standbetreiber. „Wir sitzen alle in einem Boot, sind eine große Familie.“ Außerdem soll wie beim Musikfestival üblich ein Benefiz-Euro pro verkauftem Ticket an die Deutsche Muskelstiftung gehen.

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Die Organisatoren – das Showmaker-Team wird unter anderem tatkräftig von Tobias Rohatsch und Gregor Ott unterstützt – hoffen auf regen Zuspruch und „sind selbst gespannt, wie alles laufen wird. Das haben wir nämlich noch nie gemacht. Sollte es an irgendeiner Stelle haken, bitten wir um Nachsicht. Wir geben unser Bestes“.

Vorbildcharakter für andere Events

Wer am Mittwoch im Stadtgebiet in den drei Stunden Auffälliges bemerkt, kann unter dem Hashtag Heimway Posts absetzen. Der Name ist bewusst eindeutig zweideutig gewählt. Einerseits soll das Heimweh nach Maiway gelindert werden, andererseits kann man ein Live-Erlebnis, in welcher Form auch immer, zu Hause erleben, ohne gegen Abstandsregeln und Kontaktverbote zu verstoßen. Bensheim steht den Schilderungen zufolge mal wieder vor einer kulturellen Premiere, die vielleicht sogar Vorbildcharakter für andere Ereignisse haben könnte. Egal, was kommt: Unterhaltsam dürfe es in jedem Fall werden, selbst wenn Improvisationstalent bei den Beteiligten gefragt sein wird.

Für Harry Hegenbarth und seine Mannschaft bildet der Mittwoch den Auftakt zu drei großen Veranstaltungstagen. Nach Heimway gibt es an Christi Himmelfahrt eine Erdbeerpflück-Aktion des Spargel- und Erdbeerhofs Delp in Hüttenfeld (Titel: Strawberry Fields for Showmaker) und am Sonntag (24.) steigt ab 19 Uhr das erste Bensheimer Autokonzert in Zusammenarbeit mit dem Musiktheater Rex.

Redaktion