Sankt Georg

Glockenspiel spielt „Die Moorsoldaten“

Besondere Stücke am 10. November / „’Ss brent“ von Mordechaj Gebirtig

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Bensheim. Auch Shoah- und Holocaust-Gedenktage haben ihre musikalischen Ausdrucksformen. So wird bei der jährlichen Gedenkfeier zur Pogromnacht in Bensheim das Lied „Wir sind die Moorsoldaten“ gesungen. Es entstand 1933 im Konzentrationslager Börgermoor, wo viele politische Häftlinge einsaßen.

Sie beschworen mit dem Lied ihre Hoffnung, einmal „nicht mehr mit dem Spaten“ ins Moor zu ziehen, wenn sie nämlich ihre Heimat wiedersähen. Das Lied erklingt am Donnerstag (10.) um 18.30 Uhr vom Glockenspiel im Kirchturm der Stadtkirche Sankt Georg.

Nahezu prophetisch

Das Lied „’Ss brent, Brider‚’ss brent“ wurde bereits Mitte 1938 in Polen gedichtet von Mordechaj Gebirtig aus Krakau, in geradezu prophetischer Weise vor der Pogromnacht. Dieses Lied ist eine Anklage gegen die Zuschauer, die nicht mutig genug waren, einzugreifen und eine Gegenwehr zu organisieren. Es fordert diesen Mut mit den Worten: „Löscht mit eurem eigenen Blut, beweist, dass ihr das könnt“, und „steht nicht mit verschränkten Armen dabei“. Das Lied erklingt am Gedenktag um 15 Uhr.

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So soll auch mit den Klängen des Glockenspiels die Erinnerung an diese Schreckensdaten wachgehalten und damit ein Beitrag gegen den Antisemitismus geleistet werden, heißt es in einer Pressemitteilung.

Die Lieder des Glockenspiels am 10. November:

8.30 Uhr: Lobe den Herren

11.30 Uhr: Sankt Martin

15 Uhr: Ss brennt, Brider

17 Uhr: Martinslieder

18.30 Uhr: Moorsoldaten

21.30 Uhr: Herr, bleibe bei uns.

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