Kommunalwahl - Die Ortsbeiratskandidaten der Freien Wählerliste haben sich für die nächsten fünf Jahre einiges vorgenommen / Neubaugebiet sorgt für Veränderungen Fehlheim soll sich zeitgemäß entwickeln

Von 
Dirk Rosenberger
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Es geht voran: Im Fehlheimer Neubaugebiet werden die ersten Häuser gebaut. Insgesamt könnten dort bis zu 180 Wohnungen entstehen. © Neu

Fehlheim. In Fehlheim wächst zurzeit das größte Neubaugebiet der jüngeren Vergangenheit in Ortsrandlage heran. Auf dem 5,2 Hektar großen Gelände im Nordwesten des Stadtteils können bis zu 180 Wohnungen entstehen. Allein für die mittlerweile verkauften 67 städtischen Grundstücke gingen mehr als 200 Bewerbungen ein.

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Das Großprojekt könnte Fehlheim bis zu 400 Neubürger bescheren, mit allen damit verbundenen Vor- und Nachteilen. Während die Käufer von städtischem Eigentum innerhalb von drei Jahren loslegen müssen, können die Privatbesitzer über ihren Grund und Boden selbstredend frei verfügen.

Neues Gemeinschaftshaus

So kann man davon ausgehen, dass bis Mitte 2024 jede Menge Betrieb auf dem Areal herrschen wird. Geplant werden hauptsächlich Einfamilien- und Doppelhäuser, dazu Mehrfamilienhäuser mit Sozialwohnungen. Welchen Einfluss die Entwicklung auf den Ort hat, wird sich zeigen. Unstrittig sollte sein, dass ein solcher Zuzug massive Auswirkungen auf die Infrastruktur vor Ort hat, um die es ohnehin seit Jahren nicht zum Besten steht.

Einen kleinen Nahversorger oder Bäcker sucht man im größten westlichen Stadtteil von Bensheim vergebens, das Dorfgemeinschaftshaus, zugleich Sporthalle für die Vereine und die Schule, bräuchte dringend eine Modernisierung – oder besser noch: Abriss und Neubau. Doch das „beliebte“ Bensheimer Modell greift in Fehlheim bisher nicht.

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Stichwort Bauaktivitäten: Für die Kitas in Fehlheim und Schwanheim soll es laut Beschluss der Stadtverordnetenversammlung eine gemeinsame siebenzügige Einrichtung geben – gegen den Willen von Erzieherinnen, Kirche und Eltern. Diese hatten für eine kleine Lösung in Schwanheim und für eine größere Kita in Fehlheim plädiert.

Der neue Ortsbeirat, der am 14. März gewählt wird, steht deshalb vor einer spannenden Legislaturperiode. In Corona-Zeiten ist es aber für die Freie Wählerliste Fehlheim nicht einfach, ihre Kandidaten vorzustellen sowie Ideen und Ziele zu präsentieren.

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„Weil eine persönliche Vorstellung im Rahmen einer Bürgerversammlung Pandemie-bedingt nicht möglich war, haben wir uns entschlossen, die Profile in den Schaukästen im Ort auszuhängen“, erklärt Stefan Stötzel, der sich auf Platz eins bewirbt und als einziger aus dem bisherigen Gremium eine weitere Amtszeit dranhängen will.

Guter Kandidatenmix

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Die Kandidatenliste sei ein bunter Mix aus Alt-Fehlheimern und Zugezogenen, die Altersspanne reicht von 25 bis über 60 Jahre. Leider liege der Frauenanteil nur bei 25 Prozent. Ein Wahlprogramm habe man nicht erstellt, weil man als überparteiliche Bürgerliste antrete.

Aber auch ohne ein explizit ausformuliertes Programm haben die Bewerber Vorschläge und Ideen zusammengetragen, um Fehlheim zukunftsfähig aufzustellen. Dazu zählt an erster Stelle die Verbesserung der Infrastruktur mit einem Nahversorger, einer richtigen Bank- und Postfiliale. Auch bei der ÖPNV-Anbindung muss sich aus Sicht der Freien Wählerliste etwas bewegen. Breitband für alle steht ebenso auf der Liste wie gemeinschaftsfördernde Maßnahmen, Räume für Vereine, kulturelle und sportliche Veranstaltungen – in einem neuen Gemeinschaftshaus oder einer neuen Turnhalle.

Angebote für Kinder und Jugendliche sollen geschaffen und ausgebaut werden, die Kontakte zwischen Alteingesessenen und Zugezogenen müssten gefördert werden – vor allem mit Blick auf das Neubaugebiet sicherlich eine sinnvolle Forderung. Um eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität im Ort zu schaffen, müssten die historische Ortsmitte, der Kirch- und Juxplatz gestaltet werden. Eine „Stärkung der Fehlheimer Interessen gegenüber der Kernstadt“ haben sich die künftigen Ortsbeiratsmitglieder ebenfalls auf die Fahnen geschrieben.

Erhalt der dörflichen Identität

Darüber hinaus geht es ihnen um den Erhalt der dörflichen Identität sowie der ländlichen, naturnahen Prägung. „Wir wollen keinen Stillstand, sondern eine zeitgemäße Entwicklung“, betonen die Kandidaten.

Für „Fragen, Anregungen und konstruktive Kritik“, so Stötzel, könne man sich per Mail an die Adresse ortsbeirat-fehlheim@t-online.de wenden. „Wir hoffen auf eine hohe Wahlbeteiligung“, appellieren die Bewerber an die Fehlheimer, von ihrem Stimmrecht Gebrauch zu machen.

Wer sich die einzelnen Kandidaten mit einer Kurzbeschreibung näher anschauen möchte, kann sich am Schaukasten an der Fehlheimer alten Schule in der Schulstraße informieren.

Redaktion