Grieseler Rote Funken - An drei Abenden im Februar wird wegen der Bürgerhaus-Modernisierung ein neues Konzept umgesetzt Fastnachter zieht es ins Parktheater

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Dirk Rosenberger
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Die Grieseler Rote Funken müssen in der kommenden Kampagne ihre Sitzungen ins Parktheater verlegen – und wollen an drei Terminen kein Programm von der Stange bieten. © Funck

Bensheim. Das Bürgerhaus innerlich ein Trümmerfeld, äußerlich kurz vor einer Generalüberholung mit aufgehübschter Fassade, die jedem Schönheitschirurgen Freudentränen in die Augen treiben dürfte – denn billig wird die Angelegenheit nicht.

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Für die Bensheimer Fastnachter bedeutet die Modernisierung des 70er-Jahre-Baus aber, dass sie sich zumindest für eine Kampagne nach einer neuen Spielstätte umschauen müssen. Die alte Heimat steht weder für die Bensheimer Karneval-Gesellschaft (BKG) noch für die Grieseler Rote Funken vorerst zur Verfügung.

Die BKG wird wie berichtet im Kolpinghaus ihre Sitzungen abhalten, die Funken zieht es mit einem veränderten Konzept ins Parktheater. Zwar fällt es bei sommerlichem Oktoberwetter schwer, Gedanken an Winter und närrische Angelegenheiten zu verschwenden, aber der 11. November kommt schneller, als man denkt. Und die Aktiven bei den Grieseler Rote Funken sind schon mit Elan bei der Sache, meint Büttenrednerin Sibylle Weihrich.

„Die Situation mit dem Bürgerhaus ist für uns auf jeden Fall eine Herausforderung und eine Chance, neue Ansätze auszuprobieren“, so Weihrich. Die Funken planen deshalb eine „Best of Funken-Fastnachtsshow“ an drei Terminen. Am 16., 22. und 23. Februar soll es in der Kulturstätte rundgehen. Ein buntes, abwechslungsreiches Programm aus Bewährtem und Neuem will man den Zuschauern bieten. Die Ballettgruppen der Funken dürfen dabei ebenso wenig fehlen wie die Griesel-Indianer. Der Zwingenberger Harald Stastny steigt in die Bütt, ebenso wie Heinz Burger sowie Rolf und Sibylle Weihrich. Da weiß man als Besucher, was man serviert bekommt.

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Ein Wiedersehen mit den Bänkelsängern und ihrem Lebberworschdebrot ist vorgesehen, auf den Brotworschdwender und die Grieselsänger in alter Besetzung kann man sich zudem freuen.

Ohne Verzicht geht der Umzug vom Bürgerhaus ins Parktheater aber nicht. Elferrat und Sitzungspräsident müssen – zumindest auf der Bühne – weichen. Gemeinsames Schunkeln und Singen fällt im nächsten Jahr ebenfalls flach. „Dafür gibt es mehr Tempo und zwei Pausen, bei denen der Getränkehaushalt reguliert werden kann“, erklärt Sibylle Weihrich. Klingt nach einer runden und wohlüberlegten Sache, die bei den Aktiven durchaus mit Begeisterung aufgenommen wird. Zumal man bei den Funken sicherlich davon ausgeht, dass es nach der Zwangspause 2019 ein Jahr später im modernisierten Bürgerhaus ein fastnachtliches Comeback auf bekanntem Terrain geben wird.

Weihrich kandidiert nicht mehr

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Das hängt jedoch in erster Linie vom Zeitplan der Sanierung ab. Bis zum 1. Januar 2020 will die Stadt das Großprojekt abgeschlossen haben. 8,88 Millionen Euro müssen für das Vorhaben laut einer Kostenschätzung, die schon ein paar Tage älter ist, investiert werden. Ein Teil wird über Fördermittel abgefedert, aber ob es bei den knapp neun Millionen bleibt, ist nicht zuletzt aufgrund der aufwendigen Fassadenarbeiten unsicher.

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Darüber wollen sich die Funken allerdings zum jetzigen Zeitpunkt nicht den Kopf zerbrechen. Für sie steht kurz vor der Kampagneneröffnung am 11. November ein zukunftsweisender Termin an. Urgestein Rolf Weihrich, seit 24 Jahren als Vorsitzender in Amt und Würden, wird nicht mehr kandidieren. Ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin muss her, um die Lücke zu schließen, die der Funken-Häuptling hinterlässt. Wobei der nach seinem Rückzug aus vorderster Vereinsfront ja nicht von der Bildfläche verschwindet, sondern als Fastnachter weiter seinen Mann stehen wird.

Dennoch stehen die Grieseler Rote Funken vor einer nicht alltäglichen und durchaus herausfordernden Saison. Man darf gespannt sein.

Redaktion