Förderverein Heimatpflege - Doppelte Premiere am Aschermittwoch in Hochstädten Ein Tunnel bis zum „Schorsch“

Von 
red
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Susanne Sartorius (li.) und die Freifrau von Hochstädten (Petra Paschun-Paetke) als dynamisches Duo beim Heringsessen des Fördervereins Heimatpflege. © Verein

Hochstädten. Der Einladung des Fördervereins Heimatpflege Hochstädten zum traditionellen Heringsessen am Aschermittwoch waren rund 60 Gäste gefolgt, darunter zahlreiche Stammgäste. Über diese hat man sich umso mehr gefreut, als das Heringsessen in den vergangenen drei Jahren mangels Räumlichkeiten ausfallen musste und nun zum ersten Mal im Hochstädter Haus stattfinden konnte.

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Eine weitere Premiere sorgte für eine gelungene Überraschung. Die Vorsitzende des Fördervereins, Susanne Sarorius, kündigte den Besuch der Freifrau von Hochstädten an, eine neue Galionsfigur von Hochstädten. Die Freifrau, wunderbar verkörpert von Petra Paschun-Paetke, erzählte zunächst von ihrer Vergangenheit, in der sie als Balletttänzerin Anna Magdalena Appel zur Ehefrau von Großherzog Ludwig III. von Hessen Darmstadt aufgestiegen ist. Zwischen der charismatischen Freifrau von Hochstädten und der Vereinsvorsitzenden entspann sich dann ein spritziger Dialog über den Klimaschutz nach dem Motto „Hochstädten for Future“ und über die Beziehung zwischen Hochstädten und Bensheim. So entstand die Idee, das alte Klärbecken am Ortseingang von Hochstädten zum Stausee zu machen, um Energie aus Wasserkraft gewinnen zu können.

„Lieber den Dorschblick“

Der „Lago Marmoritti“ würde dann aber leider den Weg durch das Mühltal nach Bensheim versperren. Die beiden lösten das Problem aber prompt: Die in Bautätigkeit geübten Hochstädter sollen einfach einen Tunnel bauen. Eingang soll der Bergbaustollen des früheren Marmorit-Werkes sein, bevor es unter dem Kirchberghäuschen durch direkt in die Stadtmitte zur Belebung des Marktplatzes der Zukunft geht.

„Die Bensheimer wollen den Schorschblick, die Hochstädter lieber den Dorschblick durch den neuen Tunnel bis hin zum Schorsch“, äußerte Susanne Sartorius unter donnerndem Applaus. Doch damit nicht genug: Der Hochstädter Marmortunnel musste auch als Analogie zur Seidenstraße herhalten, die einst den Handel belebte. So könnten dann die Bensheimer durch den Tunnel flanieren, um im Dorfladen Hochstädten einzukaufen. Eine eindeutige Win-win-Situation.

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Voraussetzung für das Vorhaben sei, dass die Fraa vun Bensem die Türen öffnet. Leider konnte sie selbst der Einladung nach Hochstädten nicht folgen, hat aber als Vertreter einen „von Bensem uff de Brick mit de Batschkapp im Knick“ entsandt. Er hat den Hochstädtern mit vielen Grüßen aus der Kernstadt in der Tat den symbolischen Schlüssel als Türöffner nach Bensheim überreicht.

Den Gästen schmeckten die Heringe dann umso besser, so dass der Wiederholung im nächsten Jahr nichts entgegenstehen wird. red